Fonds-Fahr-Schule: Aktien

Fonds-Fahr-Schule: Aktien

Wilkommen zurück zur Fonds-Fahr-Schule.

In der heutigen Lektion wollen wir wieder einen Schritt weiter auf dem „Risiko-Rendite-Pfad“ nach rechts-oben rücken. Damit erhöhen wir das Risiko, aber auch die Rendite-Chancen unserer Anlagemöglichkeiten.

Risiko-Ertrag

Nach dem wir in den letzten Fonds-Fahr-Schulen uns nur mit den Schuldtiteln eines Unternehmens beschäftigt habe, kommen wir nun zum Eigenkapital bzw. den Aktien.

Aktien sind im Prinzip kleine Anteile an einem Unternehmen – um bei unserem Besipiel vom vorherigen mal zu bleiben – der BMW AG. Damit ist jeder Besitzer einer Aktie von BMW auch gleichzeitig ein Miteigentümer. Ihm gehört also ein Stück dieses Unternehmens. Damit hat der Miteigentümer bzw. der Aktionär auch alle Rechte und Pflichten eines Unternehmers.

Macht das Unternehmen einen Gewinn, so steht dem Aktionär entsprechend seines Anteils am gesamten Vermögen auch ein Teil des Gewinns zu. Ein Teil des Gewinns wird oft in Form von Dividenden an die Aktionäre ausgezahlt. Macht das Unternehmen einen Verlust, so ist der Mitweigentümer auch an diesem beteiligt.

Ein Blick in den Geshäftsbericht verrät uns: BMW hat im Jahr 2016 (leider gibt es noch keine aktuellen Daten von 2017) einen Gewinn von EUR 10,45 pro Stammaktie erwirtschaftet und konnte dadurch eine Dividende von EUR 3,50 auszahlen. Der Rest des Gewinns verblieb im Unternehmen und erhöhte den Buchwert.

Kleiner Einschub: Es gibt bei einigen Aktiengesellschaften Stammaktien und Vorzugsaktien. Generell haben Stammaktien ein Stimmrecht – man kann also zur Hauptversammung gehen und dort über die Vorschläge des Vorstandes mit abstimmen. Bei Vorzugsaktien besitz man kein Stimmrecht, wird aber typischer Weise mit einer höheren Dividende dafür entschädigt.

Aktien – insbesondere von großen Unternehmen wie BMW – werden täglich an der Börse gehandelt. Damit wird täglich der Wert eines Unternehmens bestimmt.

Woher wissen wir aber wieviel das Eigenkapital von BMW wert ist?

Das ist natürlich die Frage aller Fragen!

Wir können uns der Lösung prinzipiell auf zwei Wegen nähern:

  1. Fundamentaler Wert –  der Blick von innen
  2. Das Ergebnis einer Auktion – der Blick von außen

1. Fangen wir mit dem fundamentalen Wert an.

Wie wir eben festgestellt, haben hat der Besitzter einer Aktie einen Anspruch auf einen Teil des Gewinns die Dividende.

Nehmen wir weiterhin an, wir könnten perfekt vorhersagen, wie sich die Dividendenzahlungen in der Zukunft entwickeln werden.

Gehen wir vom aktuellen Wert heute aus und erwarten, das die Zahlungen bis in alle Ewigkeit erhalten. Damit sieht unser Zahlungsstrom wie folgt aus:

Jahr Dividende EUR Abzinsungsrate Barwert der Dividende EUR
0 3,5 5% 3,50
1 3,5 5% 3,33
2 3,5 5% 3,17
3 3,5 5% 3,02
4 3,5 5% 2,88
5 3,5 5% 2,74
3,5 5%
3,5 5% 0,00

Wie bei der Anleihe wird der Barwert des Zahlungsstromes durch Abzinsung (Diskontierung) ermittelt. Da wir schlecht bis in alle Ewigkeit rechnen wollen , haben findige Mathematiker für diesen Fall eine relativ einfache Formel gefunden.Das kommt uns bekannt vor, nicht? Sieht aus wie bei unserer Anleihe. Einziger Unterschied ist die offene Laufzeit. Bei einer Anleihe ist der Kupon – also der erwartete Zahlungsstrom – bis zum Laufzeitende bekannt.

Dabei kommt den Mathematikern zugute, dass die Zahlungen weit in der Zukunft zu heutigen Barwerten relativ klein sind. Damit sind diese für den aktullen Barwert unbedeutend.

Unterstellt man noch ein stetiges Wachstum dieser Dividende, landed man beim Gordon Growth Modell, oder auch Dividendewachstumsmodell oder Dividendendiskontierungsmodell.

Die Formel ist dann ganz einfach:

(1) Wert der Aktie = Dividende / (Abzinsungsrate – Wachstumsrate)

Ist die Wachstumsrate wie im ersten Beispiel = 0 ergibt sich:

(2) Wert der Aktie = Dividende / Abzinsungsrate

Damit erkennen wir, dass wir 2 neue Variablen schätzen müssen, um auf einen fairen Wert für die Aktie zu kommen.

Die Abzinsungsrate kann man als Verzinsung des Eigenkapitals ausdrücken. Gewöhnlich nimmt man dafür eine lang laufende Anleihenrendite z.B. 30J Bundesanleihe. Diese rentiert bei ca. 1,3%. Hinzu kommt die Risikoprämie (z.B. 5%), dafür dass die zukünftigen Dividenden deutlich unsicherer als die Kupon Zahlungen bei einer Bundsanleihen sind.

Damit ist die Abzinsungsrate bei 6,8% und der Wert von BMW leigt bei: EUR 55,56.

BMW hat in den letzten Jahren den Ertrag immer weiter gesteigert. Die Wachstumsrate lag im Mittel bei ca. 7,5%. Es gab aber auch schwierigere Zeiten und damit auch negatives Wachstum.

Glauben wir daran, dass BMW trotzdem mit einer Wachstumsrate von ca. 4% wachsen kann, dann erreichen wir mit unserer Formel einen Wert für die Aktie von BMW von EUR 152,17.

Das ist eine relativ große Spannbreite für einen fairen Wert – gar nicht so einfach!

2. Kommen wir zu unserer zweiten Methode.

Die Aktie von BMW wird aktuell bei einem Preis von EUR 94,- an der Börse gehandelt. Der Preis ist das Ergebnis einer Auktion. Auf der einen Seite stehen die Verkäufer, die den aktuellen Kurs für hoch erachten und verkaufen wollen. Die anderen sehen im aktuellen Kurs noch Potential für Wertsteigerung und wollen kaufen. Der aktuelle Börsenkurs ist der Kurs zu dem das Angebot und die Nachfrage aufeinander treffen.

Wir können von diesem Wert aus rückwärts uns fragen, welche Annahmen hinter dieser Bewertung stecken.

Stellen wir unsere Formel um, damit wir den Abzinsungsfaktor ermitteln können:

(3)  Abzinsungsrate (Dividendenrendite) = Dividende / Wert der Aktie

Mit den uns bekannten Werten errechnet sich damit eine Abzinsungsrate (Dividendenrendite) ohne weiteres Gewinnwachstum bei BMW von 3,7% bzw. eine Risikoprämie von nur 2,4%.

Jetzt kann man diese Abzinsungsrate oder Dividendenrendite von BMW mit den Renditen der anderen Aktien z.B. des Deutschen Aktienindexes (DAX) vergleichen.

Dadurch kann man zwar nicht den absolut richtigen Wert der Aktie bestimmen, aber die relative Attraktivität von BMW gegenüber den anderen. Eine hohe Dividenderendite signalisiert dabei generell eine günstigere Bewertung als eine niedrige Rendite.

Außerdem kann man die Dividendenrendite mit der Vergangenheit von BMW vergleichen und dabei sehen, was die Marktteilnehmer in der Vergangenheit bereit waren für die Aktie von BMW zu bezahlen.

Die Dividendenrendite gilt neben dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) als eine der wesentlichen Bewertungsparameter von Aktien am Kapitalmarkt.

Das KGV ist dabei nichts anderes als statt der Dividende pro Aktie den Gewinn pro Aktie zu verwenden. Das KGV wird auch als Multiplikator angegeben und nicht wie die Dividendenrendite als Zins.

Damit suchen Investoren generell Aktien mit möglichst geringen KGV, bzw. einer hohen Dividendenrendite.

Der Vollständigkeit halber wollen wir mit unserem Dividenden-Modell und der Annahme von 5% Risikoprämie bestimmen, welches Wachstum der Dividende von BMW die Investoren in den nächsten Jahren unterstellen, um den aktuellen Preis zu rechtfertigen.

Schnell in unsere Formel eingesetzt ergibt sich bei einem Preis von EUR 94 eine Wachstumsrate von 2,6% p.a. für die Zukunft.

Muss ich mir jetz Gedanken machen, welche Aktie für mein Depot das beste Investment ist?

Klare Antwort nein. Privatanleger müssen keine einzelnen Aktien kaufen – Geschäftsberichte durchforsten um die beiden oben beschriebenen Parameter abzuschätzen.

Dafür gibt es Profis, die nach der 1. genanten Methode versuchen den „inneren“ Wert einer Aktie zu bestimmen und diese dann kaufen, wenn der ermittelte Preis unterhalb des Marktpreises liegt. Fondsmanager sprechen dann von unterbewerteten Aktien. Aktien welche über dem „inneren“ Wert an der Börse gehandelt werden verkauft der Fondsmanager aus dem Depot.

Anhänger der 2. Methode – dem Blick von außen – würden darauf vertrauen, dass der an der Börse ermittlete Wert korrekt ist (der Markt hat immer recht – oder auch Theorie der effizienten Märkte).

Damit diskontiert der Markt mit dem richtigen Abzinsungsfaktor (der richtigen Risikoprämie) bzw. hat eine gute Vorstellung über den Wachstumspfad eines jeden Unternehmens. Zumindest vertraut der Anleger darauf, dass die Profis diese Parameter besser einschätzen können als er selbst.

Das dies nicht immer der Fall ist, sehen wir an den vielen Auf- und Ab an den Börsen.

Schaut man sich die Wertentwicklung über viele Jahre und verschiedene Börsenzyklen an, so erkennt man die deutlich bessere Performance von Aktien gegenüber dem Festgeld oder Anleihen.

Privatanleger sollten daher nicht auf den Mehrertrag (die Risikoprämie) aus Aktien gegenüber einem Festgeld verzichten. Auch im Fall von Aktien bieten sich Fonds zur bequemen Anlage an.

Was gab es heute in unserer Fonds-Fahr-Schule zu lernen?

  1. Aktien sind an Anteile von Unternehmen. Diese Anteile werden an einer Börse gehandelt.
  2. Für die Bewertung einer Aktie sind einige Parameter zu bestimmen. Der „richtige“ Wert hängt stark von den Annahmen über die Parameter ab.
  3. Da sich die Marktmeinung über die Wachstumsaussichten von Unternehmen bzw. die zukünftige Zinsentwicklung häufig ändert, schwanken die Preise von Aktien stärker als die von Anleihen.
  4. Der geduldige Privatanleger verdient langfrsitig eine Riskoprämie gegenüber dem Festgeld.
  5. Privatanleger können Aktien in Form von Aktienfonds kaufen.

 

MAQS – Global Trend Following

Performance Januar

Der Januar war ein guter Börsenmonat für MAQS. Nahezu auf allen Positionen konnte das Portfolio zulegen.

Wärend bei den ETF’s alle Positionen im Plus schlossen, konten zumindest im restlichen Portfolio bei Aktien und Öl gute Beiträge erzielt werden. Gold blieb etwas gemischt, die Währungen ebenfalls. Die Position JPY/USD verzeichnete deutliche Verluste, dafür gewann der EUR gegenüber dem USD. Auf der Rentenseite ein ähnliches Bild: Der Long im Bund Future verlor und die daruaf folgende Short Position im T-Note kompensierte die Verluste.

MAQS konnte sich ein wenig von den Tiefständen des letzten Jahres erholen und beendete den Monat im deutlichen Plus.

Januar: -3,04%, Seit Jahresanfang: -3,04%

Monatsupdate_201709

Signale des monatlichen Systems:

  • Kauf von EUR Staatsanleihen (+halbe Position)

Wie im letzten monatlichen Beitrag untersucht (und nachrichtlich erfasst) verzichten wir zukünftig auf den Handel der langen EUR Staatsanleihen und halten die Position dauerhaft.

Das neue MAQS-Portfolio hält im Februar 2018 folgende Positionen:

Name ISIN Preis MAQS
DAXEX GY Equity DAX Aktien DE0005933931 114,24 60
EUNZ GY Equity EM Aktien IE00B8KGV557 25,71 300
IBCH GY Equity Welt Aktien IE00B441G979 52,69 290
IUS7 GY Equity EM Anleihen IE00B2NPKV68 91,36 0
IBCL GY Equity EUR Staatsanleihen IE00B1FZS913 227,49 100
XDBC GY Equity Rohstoffe LU0292106167 19,15 800
Gesamt in EUR     91,96
*Schätzung

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

Wikifolio: MAQS – Global Trend Following

Fonds-Fahr-Schule: Anleihen Experte

Fonds-Fahr-Schule: Anleihen Experte

In der heutigen Fonds-Fahr-Schule möchte ich das Thema Anleihen vom letzten mal noch etwas vertiefen.

Nachdem wir beim letzten mal auf die Basics der Anleihen geschaut haben, möchte ich das Thema noch ein wenig ausweiten – sozusagen einen Teil 2 für den tieferen Blick.

Ganz speziell soll es um die Risikomaße Duration und Konvexität sowie den Roll-Down-Effekt gehen.

In weiteren Blogs werden wir das Bild dann noch komplettieren und werfen einen Blick auf die Welt der Derivate. Diese sind in der Zinswelt besnders wichtig. Um die Derivate und deren Nutzen zu verstehen, ist im Vorfeld der Expertenblick auf die Anleihen notwendig.

Also wie immer First Things First:

Duration und Konvexität

Die Duration einer Anleihe ist ganz einfach ausgedrückt die mittlere Kapitalbindung die der Käufer der Anleihen eingeht.

Dass klingt etwas spröde und man fragt sich – wozu soll das gut sein?

Führen wir uns aber kurz das Prinzip an einem beispiel einer 5-jährigen Anleihe mit einem Kupon von 5% vor Augen.

Der Investor investiert zum Preis von 100 EUR (Mittelabfluss) und erhält 5 Jahre lang einen Zufluss von 5 EUR (Zins) und am Ende der Laufzeit das Nominal der Anleihe die 100 EUR wieder zurück.

0J 1J 2J 3J 4J 5J
-100 5 5 5 5 105

Die aktuelle Rendite einer 5-jährigen Anleihe sei 5%. Somit lassen sich die einzelnen Cash Flows mit diesem Zins abdiskontieren:

0J 1J 2J 3J 4J 5J
Cash Flows -100 5 5 5 5 105
Diskontfaktor 1,05 1,10 1,16 1,22 1,28
Barwert der CF 4,76 4,54 4,32 4,11 82,27
Kum. Barwert 4,76 9,30 13,62 17,73 100,00

Kumuliert man die ab-diskontierten (also abgezinsten Cash Flows) – Geldflüsse – der Zukunft auf, ist der Zeitpunkt, ab dem der halbe Barwert erreicht ist, ist die Duration in Jahren. In unserem Fall liegt dieser zwischen dem 4 Jahr und dem 5 Jahr bei ca. 4,4 Jahren.

Fondsmanager sprechen häufig von der Modified Duration – diese ist normiert und wird gewöhnlich in % angegeben. Die Effektive-Duration ist ein weiteres Konzept und der Modified Duration sehr nahe. Die Berechung erfolgt jedoch nicht auf dem gleichen Weg.

An dieser Stelle macht man sich die Eigenschaft der Duration als Risikomaß zu Nutzen. Die Duration misst wie sensibel der Preis einer Anleihe auf Veränderungen der des Zinsniveaus reagiert.

Hier ein Beispiel: Am Markt existiert eine Anleihe mit 5 Jahren Laufzeit und einem Kupon von 5%. Das aktuelle Zinsniveau ist ebenfalls bei 5%. Damit ist der Preis der Anleihe 100 EUR.

Würde sich das Zinsniveau genau um 1% nach unten verschieben, dann hätte die Anleihe einen Wert von 104,45 EUR. Die Anleihe hätte damit eine Wertveränderung von 4,45% erfahren.

Die Duration ist das Maß für die Wertveränderung der Anleihe bei einer Zinsverschiebung von 1%. Demnach hätte diese Anleihe eine Effektive-Duration von 4,45%

Parameter der Duration

Die Duration ist von 3 Parametern abhängig: Kupon, Zins und Laufzeit.

Der Zusammenhang ist wie folgt: Die Duration ist höher je ….

  1. niedriger der Kupon ist
  2. niedriger der Zins
  3. länger die Laufzeit

Wenn der Kupon (a) einer Anleihe sehr niedrig ist, so fließen über die Ziet nur geringe Cash Flows an den Investor zurück – es dauert länger bis der Investor die halbe Investition (Barwert) zurück hat.

Wenn der Zins (b) zum ab-diskontieren der Cash Flows gering ist, so steigt der ab-diskontierte Wert der letzten Zahlung deutlich an. Da die letzte Zahlung die Rückzahlung des Nominals ist, bekommt der Anleger später die hälfte seiner Investition (Barwert) zurück.

Wenn die (Gesamt)-Laufzeit (c) länger ist, ist auch die halbe Laufzeit länger.

Konvexität

An dieser Stelle ein Wort zur Konvexität. Die Konvexität beschreibt die Veränderung der Duration bei veränderten Zinsen.

Die Berechnung der Duration unterstellt immer sehr kleine Zinsbewegungen. Bei deutlicheren Zinsveränderungen ändert sich die Duration der Anleihe wie wir eben anhand (b) besprochen haben. Wie stark sich die Duration ändert hängt von der Konvexität der Anleihe ab. Damit ist die Konvexität ein weiteres Risikomaß im Anleihebereich.

Roll Down

Zu guter Letzt wollen wir noch über Roll Down sprechen.

Wie wir oben gelernt haben ist die Duration von der Laufzeit abhängig. Da die Duration ein Maß für das Risiko einer Anleihe ist verlangt der Markt mit zunehmender Laufzeit einen höheren Zins. Man spricht in diesem Fall von einer normalen Renditekurve.

Es könnte auch sein, dass der Markt das Risiko im kurzen und im langen Bereich gleich einschätzt, dann sprechen wir von einer flachen Renditekurve. Dies tritt v.a. bei Unternehmensanleihen auf. Bei Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausfall der Anleihen kurzfristig sehr hoch. Der dadurch geforderte Renditeaufschlag (Spread) überlagert dann das Zinsrisiko.

In speziellen Fällen kann es (häufig nur kurzzeitig) zu einer inversen Zinsstrukturkurve kommen. Dann sind die Renditen im kurzen Bereich höher als im langen.

Unterstellen wir für unser Beispiel eine normale Kurve mit einer positiven Steilheit zwischen dem langen und dem kurzen Laufzeiten.

Nehmen wir wieder eine Anleihe mit einem Kupon von 5% und einer Laufzeit von 5 Jahren.

Die Zinsstrukturkurve soll wie folgt aussehen:

1J 2J 3J 4J 5J
1% 2% 3% 4% 5%

Damit wird die 5-jährige Anleihe zu einem Preis von 100 EUR am Markt gehandelt.

Würde der Investor diese Anleihe genau 1 Jahr halten und die Zinskurve würde sich nicht bewegen, dann würde sich der Preis der Anleihe auf 103,63 EUR erhöhen.

Bei diesem Preis erzielt der Investor einen Kursgewinn von 3,63 %  – einzig allein über das halten der Anleihe. Dieses Verhalten der Anleihepreise nennt man Roll Down. Die Anleihe „rollt“ die Renditekurve herunter und gewinnt dabei an Wert.

In Zeiten niedriger Zinsen ist das eine sehr schöne Zusatzrendite. Diese lässt sich allerdings nur realisisieren, wenn man die Anleihe auch nach einem Jahr wieder verkauft. Würde man die Anleihe bis zum Laufzeitende halten, dann würde man genau die 5% Rendite erhalten.

Je steiler die Zinsstrukturkurve und je geringer die Kupons und Zinsen, desto stärker tritt dieser Effekt zu Tage (also gerade jetzt).

 

Was gab es heute in unserer FondsFahrSchule zu lernen?

  1. Anleihen haben ein Zinsänderungsrisiko, welches durch die Duration und Konvexität ausgedrückt wird.
  2. Die Duration gibt an, wann der Investor seine halbe Investition (barwertig) wieder zurück bekommen hat.
  3. Einhöheres Zinsrisiko wird bei normaler (steilen) Zinsstrukturkurve auch höher entlohnt.
  4. In diesem Fall kann der Investor durch regelmäßiges Verkaufen von kürzeren anleihen und Neuinvestition in längere Anleihen einen zusätzlichen Rollgewinn erhalten.

 

MAQS – Global Trend Following

Performance November

Die Performance im November war positiv. Die letzten Tage haben MAQS wieder ein Stück nach vorn gebracht. Die Volatilität an den Märkten bleibt hoch. Alle warten auf den großen Einbruch, aber der Aktienmarkt steigt immer weiter. Insbesondere der Amerikanische Markt (immerhin 50% des MSCI Welt) trotzt jeder schlechten Nachricht.

Aber auch die Währungsmärkte steleln sich turbulent da die beiden Positionen gleichen sich nahezu aus. Auf der Anleihen-Seite können trotz Unkenrufe positive Beiträge über den Monat generirt werden.

So auch bei den Rohstoffen: Obwohl das Gold etwas schächelt so wird die von den Industriemetallen und Oel komplett überkompensiert.

September: +0,53%, Seit Jahresanfang: -11,57%

Monatsupdate_201711

Signale des monatlichen Systems:

  • Verkauf der EM Anleihen

Das neue MAQS-Portfolio hält im Dezember 2017 folgende Positionen:

Name ISIN Preis MAQS
DAXEX GY Equity DAX Aktien DE0005933931 111,57 60
EUNZ GY Equity EM Aktien IE00B8KGV557 23,99 300
IBCH GY Equity Welt Aktien IE00B441G979 48,46 290
IUS7 GY Equity EM Anleihen IE00B2NPKV68 96,96 0
IBCL GY Equity EUR Staatsanleihen IE00B1FZS913 225,38 100
XDBC GY Equity Rohstoffe LU0292106167 17,91 800
Gesamt in EUR     89,41
*Schätzung

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

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Fonds-Fahr-Schule: Anleihen

Fonds-Fahr-Schule: Anleihen

Vor ein paar Wochen habe ich an dieser Stelle meine Fonds-Fahr-Schule eröffnet und die erste Lektion drehte sich um das Sparbuch. In dem genannten Blog-Beitrag, hatte ich auch ein Rendite-Risiko Diagramm gezeigt.

Risiko-Ertrag

Heute soll es einen Schritt riskanter und auch ertragreicher werden. Wir behandeln den nächsten Punkt auf der Liste: Anleihen.

Wie schon in der Fonds-Fahr-Schule gesagt, ist das Sparbuch ein Kredit, den ich der Bank gebe. Mit meiner Einlage bei einem Kreditinstitut erhält die Bank Liquidität und ich bekomme (wenn auch wenig) Zinsen.

Damit sind wir schon bei der Anleihe.

Eine Anleihe ist ebenfalls ein Kredit. Dieser wird dem Emittenten der Anleihe gegeben. Im einfachsten Fall ist es eine Anleihe z.B. eines Unternehmens wie BMW.

Mit dem Kauf einer Anleihe geben wir BMW einen Kredit (Liquidität) und wir erhalten dafür einen Zins. Der Unterschied zum Kredit liegt darin, dass wir diesen Kredit in Form einer Urkunde handeln können. Wir können die Urkunde kaufen bzw. verkaufen. Die Urkunde wird gewöhnlich bei Banken bzw. an einer Börse gehandelt und hat täglich einen Preis.

Kaufen wir die Anleihe bei der Emission und halten sie bis zur Fälligkeit, dann ist der Preis zwischendurch nicht wichtig – wir kaufen zum Preis von EUR 100 und bekommen am Ende der Laufzeit EUR 100 wieder zurück. In der Zwischenzeit erhalten wir die versprochenen Zinsen – ganz wie bei unserem Sparbuch bzw. unserem Festgeld bei der Bank.

Das wichtigste ist zunächst einmal die Frage, wie sicher diese Anleihe ist.

Hatten wir beim Sparbuch noch darauf verwiesen, dass der Einlagensicherungsfonds bis EUR 100.000 bereitsteht jedem Sparer bei einer Bankenpleite zu unterstützen, so gibt es bei Anleihen keinen solchen (externen Schutz) für den privaten Anleger.

Institutionelle Anleger können sich über Credit Default Swaps (CDS) absichern, aber das führt an dieser Stelle zu weit und ist auch für die Anleihe selbst egal. Der CDS ist im Prinzip eine Versicherung die einspringt, falls das Unternehmen insolvent wird.

Zurück zur Frage der Bonität.

Vor dem Kauf sollte der Anleger die Bonität des Emittenten prüfen bzw. prüfen lassen. Eine erste Orientierung geben die 3 großen Rating Agenturen:  Moody’s, Standard & Poors und Fitch. Es gibt noch einige weitere, wie der Tabelle unten zu entnehmen ist. Diese spielen aber international bei der Bewertung von Anleihen nur eine untergeordnete Rolle.

Diese Ratingagenturen vergeben regelmäßig Noten in Form von Buchstaben für Anleihen bzw. Emittenten. Die Rating-Noten sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

ratingagenturen_ratingklassen

Den grünen Bereich nennen wir Investment-Grade Bereich – also alles von AAA – BBB-. Der orangefarbenen und roten Teil ist der Bereich der Hochzinsanleihen (High Yield).

In der letzten Fonds-Fahr-Schule hatten wir gelernt:

Rendite ist nicht alles – Sicherheit geht vor!

Dies gilt natürlich auch für Anleihen. Anleihen mit hohem Kupon (das ist der Zinssatz der Anleihe) bzw. mit hoher aktueller Rendite (das ist der Zinssatz unter Berücksichtigung des Erwerbskurses – dazu gleich später) haben in der Regel auch eine deutlich schlechtere Qualität und damit ein hohes Risiko nicht mehr, später oder nur zum Teil zurückgezahlt zu werden.

Anleihen lassen sich neben der Bonität auch in Unterkategorien einteilen. Unser obiges Beispiel der BMW Anleihe würde zu den Unternehmensanleihen gezählt und zwar zum Investmentgrade Bereich. Daneben gibt es Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich (Non-Investment Grade, oder High Yield).

Neben den Unternehmensanleihen existieren Staatsanleihen. Diese werden meist in Entwickelte Länder und Entwicklungsländer (Emerging Markets) unterteilt. Dabei ist generell davon auszugehen, dass Anleihen entwickelter Länder eine bessere Rating-Note haben als Anleihen aus den Emerging Markets.

Das dies nicht immer zutrifft, hat das Beispiel Griechenland deutlich gezeigt. Normalerweise befinden sich die großen Industriestaaten im Investment Bereich – Deutschland bekommt regelmäßig sogar die Bestnote AAA. Emerging Markets haben zum überwiegenden Teil Ratings im unteren Investmentbereich bzw. oft auch im Non-Investment Bereich.

Natürlich gibt es neben den Nationalstaaten auch Bundesländer, Regionen und Kommunen, die Anleihen begeben. Außerdem emittieren auch Institutionen wie die Europäische Investitionsbank (EIB) bzw. andere staatsnahe Institutionen wie die KfW in Deutschland. Hier gilt generell das gleiche wie über die Nationalsaaten gesagte.

Um es noch etwas komplizierter zu machen, haben Anleihen in der Kapitalstruktur der Unternehmen einen unterschiedlichen Rang. Dieser Rang bestimmt, welche Kupons zuerst gezahlt werden bzw. welche Anleihen im Falle von Schwierigkeiten des Unternehmens ggf. ausfallen. Hier wird unterschieden in erstklassige Anleihen und Nachränge. Das Konzept ist vergleichbar einem Grundbucheintrag eines Häuslebauers.

Die Bank die ganz oben in der Liste steht, wird zuerst aus der Insolvenzmasse (Haus) bedient alle dahinterstehenden werden dann in der weiteren Folge bedient.

Das Leben wäre zu einfach, wenn es nicht auch Ausnahmen geben würde. Die Ausnahme bilden die sogenannten Pfandbriefe.

Pfandbriefe werden in Deutschland von Pfandbriefbanken emittiert. Der Gläubiger – also wir die Käufer – muss sich jedoch nicht (in erster Linie) Gedanken über die Bonität der jeweiligen Emittentin machen.

Vielmehr sind die verpfändeten Rechte bzw. Werte im Pfandbriefpool  interessant. Sind dies Hypotheken, so sprechen wir von einem Hypothekenpfandbrief. Sind es wiederum Anleihen oder Kredite von öffentlichen Institutionen, Staaten, Länder etc. , dann ist es ein Öffentlicher Pfandbrief.

Üblicherweise besitzen diese Pfandbriefe ein gutes bis sehr gutes Rating (AAA – AA). Dies liegt daran, dass Pfandbriefe in Deutschland stark reguliert sind. Jede Transaktion von  Werten bzw. Anlagen im Pool  wird von einem Trustee (also einem unabhängig bestellten Verwalter – Notare / Anwälte etc.) begutachtet. Die Ratingagenturen verlangen höchste Sicherheit für Pfandbriefe. Sollten Mängel an der Qualität der gelieferten Werte bestehen, so muss die Bank zusätzliche Liquidität bereitstellen.

Dem Pfandbrief verwandt sind ABS – Asset Backed Securities. Auch diese Anleihen sind durch verschiedene Werte wie z.B. Hauskredite besichert. Im Unterschied zum Pfandbrief sind die emittierten Anleihen einem bestimmten Rang zugeordnet. Das ist wichtig bei der Frage der Zahlung der Zinsen – je höher der Rang desto eher besteht die Wahrscheinlichkeit für den Erhalt einer Zinszahlung. Gleichzeitig werden Verluste – also wenn z.B. die Hauskredite nicht so wertvoll sind wie gedacht – von unten nach oben verteilt. Dementsprechend sind die untersten Tranchen der ABS am gefährdetsten. Sie besitzen ein hohes Risiko, das die Zinszahlungen nicht reichen und an erster Stelle Verlust zu absorbieren. Deshalb haben diese Anleihen auch eine schlechtere Rating Note als die Erstrangigen.

Der Preis ist doch wichtig!

Hatten wir im ersten Schritt den Preis der Anleihe nicht beachtet, so wollen wir jetzt kurz den Zusammenhang zwischen Preis, Kupon und Rendite aufzeigen.

  1. Kaufen wir eine Anleihe bei EUR 100 mit einem Kupon von EUR 4 pro Jahr und halten diese für 10 Jahre, dann haben wir am Ende (so unsere Anleihe nicht ausfällt) bei einer Rückzahlung der EUR 100 eine Rendite von 4% p.a. erhalten.
  2. Kaufen wir die gleiche Anleihe für EUR 110 und halten diese wieder für 10 Jahre, dann haben wir nur eine Rendite von 2,84% p.a. erhalten. Zur besseren Vorstellung kann man sagen, haben wir die 4% aus dem Kupon erhalten und einen Verlust über die 10 Jahre von EUR 10 gemacht.
  3. Kaufen wir die gleiche Anleihe für EUR 90 und halten diese wieder für 10 Jahre, dann haben wir sogar eine Rendite von 5,31% erhalten. Auch hier gab es wieder eine Rendite aus dem Kupon von 4% und zusätzlich eine Wertsteigerung von EUR 10 in den 10 Jahren.
Jahr Zahlung 1. Beispiel 2. Beispiel 3. Beispiel
0 Kaufpreis -100 -110 -90
1 Kupon 4 4 4
2 Kupon 4 4 4
3 Kupon 4 4 4
4 Kupon 4 4 4
5 Kupon 4 4 4
6 Kupon 4 4 4
7 Kupon 4 4 4
8 Kupon 4 4 4
9 Kupon 4 4 4
10 Rückzahlung
+ Kupon
104 104 104
Rendite 4,00% 2,84% 5,31%

 

 

Muss ich mir das alles antun?

Klare Antwort nein. Es bleibt weiterhin die Möglichkeit ein Festgeld bei seiner Bank zu machen und darauf hoffen, dass die Zentralbanken der Welt bald die Zinsen erhöhen, damit auch vom Zinsertrag mehr als ein Eis für die Kinder im Jahr abfällt.

Meines Erachtens sollten Privatanleger keine einzelnen Anleihen kaufen. Neben den schon vielen genannten Parametern ist es zusätzlich für Privatanleger schwer zu einem guten Preis an Anleihen zu gelangen. Abgesehen von Staatsanleihen sehr guter Bonität (Deutschland, Frankreich, USA, Großbritanien etc.) sind Anleihen deutlich liquider als Aktien und selbst für Profis manchmal nicht einfach zu handeln.

Privatanleger sollten aber nicht auf den Mehrertrag aus Anleihen gegenüber einem Festgeld verzichten. Dazu können Sie Anleihen in Form von Fonds erwerben. Mit aktiven und passiven Fonds (ETF’s) stehen dem Anleger nahezu alle oben aufgeführten Varianten zu Verfügung. Es gibt Fonds für Staatsanleihen mit guter Bonität, Staatsanleihen von Emerging Markets,  Unternehmensanleihen mit guter Qualität und schlechter (High Yield), sogar spezielle Märkte wie Pfandbriefe und ABS werden abgedeckt.

Was gab es heute in unserer FondsFahrSchule zu lernen?

  1. Anleihen können von der Rendite attraktiver sein als das Sparbuch oder das Festgeld.
  2. Anleihen sind deutlich komplizierter als ein Festgeld. Viele Parameter Bonität, Rangfolge, Besicherungspool und nicht zuletzt das Zusammenspiel von Rendite und Preis sowie die Liquidität machen die richtige Auswahl für den Privatanleger schwierig.
  3. Anleihen kann man zum Glück in Form von Fonds kaufen. Es gibt für alle hier vorgestellten Anleihearten und verschiedene Bonitäten aktiv gemanagte Fonds und zunehmend auch ETF’s.

 

MAQS – Global Trend Following

Performance September

Die Performance im September war negativ.  Das Jahr bleibt für Trendfolger schwierig. Die Anleger an den Kapitalmärkten sind hin und her gerissen mit der Angst vor einer Überhitzung des Aktienmarktes und der Zinswende an den Rentenmärkten. Alle Augen sind wieder einmal auf die Fed bzw. EZB gerichtet. Dabei wächst die Wirtschaft global ganz ordentlich. Aber bei diesem Hin und Her kann kein Trendfolger erfolgreich arbeiten.

MAQS rutscht diesen Monat noch tiefer in den Drawdown. Anfänglich sah es so aus als würde zum Ende des 3. Quartals der Turn Araound geschafft, dann aber drehten die Märkte erneut und MAQS beendet den Monat im Minus.

September: -4,11%, Seit Jahresanfang: -13,22%

Monatsupdate_201709

Signale des monatlichen Systems:

  • Kauf DAX (+halbe Position)
  • Kauf der EM Aktien (+halbe Position)
  • Kauf von Rohstoffe (+halbe Position)

Das neue MAQS-Portfolio hält im Oktober 2017 folgende Positionen:

Name ISIN Preis MAQS
DAXEX GY Equity DAX Aktien DE0005933931 111,57 60
EUNZ GY Equity EM Aktien IE00B8KGV557 23,99 150
IBCH GY Equity Welt Aktien IE00B441G979 48,46 340
IUS7 GY Equity EM Anleihen IE00B2NPKV68 96,96 0
IBCL GY Equity EUR Staatsanleihen IE00B1FZS913 225,38 100
XDBC GY Equity Rohstoffe LU0292106167 17,91 800
Gesamt in EUR     89,41
*Schätzung

Signale des wöchentlichen Systems:

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Fonds-Fahr-Schule: Sparbuch

Fonds-Fahr-Schule: Sparbuch

Vor einigen Monaten hatte ich die Idee einige meiner Erfahrungen bei der Kapitalanlage unter einer neuen Kategorie: Fonds-Fahr-Schule zu publizieren. Bisher hatte ich dafür eine eigene Web-Site, um eine stärkere Trennung zwischen den Trendfolge Themen und den etwas allgemeineren der Fonds-Fahr-Schule deutlich zu machen.

Da ich es zeitlich nicht schaffe – nicht einmal alle paar Monate – etwas auf der 2. Web-Site zu publizieren, möchte ich die Fonds-Fahr-Schule als eigene Kategorie innerhalb des trend-er-folge Blogs führen. Damit kann ich in den Monatsblogs genau diese Themen abarbeiten.

Die Fonds-Fahr-Schule

Was ist überhaupt die Fonds-Fahrschule?

Nun für die meisten ist Geldanlage zum Großteil eine Einmal-Anlage oder ein Sparplan in Investmentfonds. Sollte dies noch nicht so sein, dann seid Ihr hier genau richtig.

Bevor wir uns um die Anlage in Fonds kümmern sollen ein paar erste „Gehversuche“ unternommen werden.

Viele Bürger in Deutschland haben ein Sparbuch, um Geld welches nicht zum täglichen Leben benötigt wird auf einem Konto zu sammeln.

Das ist schon mal gut und der richtige Ansatz.

Mit dem regelmäßigen bzw. auch unregelmäßigem Sparen auf ein getrenntes Konto hat man schon einige wichtige Schritte hinter sich.

  1. Ich besitze ein Gefühl dafür, wie viel Geld ich im Monat übrig habe bzw. kenne meine Ausgaben und Einnahmen.
  2. Ich habe erkannt, dass es sinnvoll ist für größere Wünsche oder auch für die Rente einen gewissen Betrag zurückzulegen.
  3. Wenn ich regelmäßig spare zeige ich Disziplin und bin in der Lage meine Konsumneigung zu kontrollieren.

Leider sind die Zinserträge auf dem Sparbuch in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen bzw. fangen einige Banken an negative Zinsen zu fordern. Um s nochmal deutlich zu machen der Sparer zahlt der Bank Geld dafür, dass diese auf sein Geld aufpasst bzw. er darauf für eine bestimmt Zeit verzichtet.

Dies führt entweder dazu, dass die zukünftige Investition oder der Konsum kleiner ausfallen oder später realisiert werden können.

Die Tabelle macht das Problem nochmal deutlich. Wie lange muss ich mein aktuelles Sparvermögen (Einmal-Einzahlung) zu einem bestimmten Zinssatz anlegen, damit ich am Ende der Laufzeit den doppelten Wert erreicht habe.

Zinssatz Anfangswert Jahre Wert
% EUR EUR
10,00% 10.000 7,3 20.000
5,00% 10.000 14,2 20.000
3,00% 10.000 23,4 20.000
2,00% 10.000 35,0 20.000
1,00% 10.000 69,7 20.000
0,50% 10.000 139,0 20.000
0,10% 10.000 693,5 20.000

Insbesondere die letzten beiden Werte machen jeden Traum zunichte.

Betrachten wir das Ganze nochmal als Sparplan mit regelmäßigen monatlichen Raten i.H.v. EUR 100 in der folgenden Tabelle. Das Ziel soll wieder eine Summe von EUR 20.000 sein.

Zinssatz Monatliche Sparrate Jahre Wert
% EUR EUR
10,00% 100 9,8 20.000
5,00% 100 12,1 20.000
3,00% 100 13,5 20.000
2,00% 100 14,4 20.000
1,00% 100 15,4 20.000
0,50% 100 16,0 20.000
0,10% 100 16,5 20.000

Alternativ könnte auch mehr gespart werden – aber woher nehmen?

Die nächste Tabelle zeigt wie der monatlich zu investierende Betrag steigen muss um den Zinsnachteil auszugleichen und das Ziel von EUR 20.000 weiterhin zu erreichen.

Zinssatz Monatliche Sparrate Jahre Wert
% EUR EUR
10,00% 100 9,8 20.000
5,00% 131 9,8 20.000
3,00% 146 9,8 20.000
2,00% 153 9,8 20.000
1,00% 161 9,8 20.000
0,50% 165 9,8 20.000
0,10% 168 9,8 20.000

Rendite ist nicht alles – Sicherheit geht vor!

Generell gilt, dass ein Mehr an Rendite immer mit einem Mehr an Risiko einhergeht. Dies muss nicht immer besonders offensichtlich sein. Manchmal liegen die Risiken tiefer versteckt und sind viel größer als gedacht.

Risiko-Ertrag

Die oben stehende Grafik soll diesen Zusammenhang deutlich machen. Die Kurve ist gekrümmt, da das Risiko als Standardabweichung gemessen wird und diese die Wurzel der Varianz ist (an dieser Stelle möchte ich keine weiteren Formeln einfügen, um die Hauptinformation nicht zu verwässern).

Der oben gezeigte Zusammenhang gilt eigentlich für alle Asset Klassen oder Strategien, aber wie immer gibt es einige Ausnahmen. Von der Finanzindustrie werden diese Ausnahmen als Anomalien bezeichnet, da in der Theorie (normativ) seit Markowitz, Sharpe und co. keine Ausnahmen aufgrund der effizienten Märkte nicht vorkommen dürfen.

Zurück zu unserem Sparbuch

Das Sparbuch gilt als sicher. Juristisch gesehen ist ein Sparbuch ein unbesicherter Kredit, welchen der Sparer der Bank gewährt. Solche Kredite kommen bei Insolvenz der Bank in Schwierigkeiten und können bei der Restrukturierung bzw. der Abwicklung der Bank herangezogen werden.

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt heute Gelder  bis EUR 100.000,- was für die meisten ausreichend sein sollte. In Deutschland gibt es zusätzlich noch den Einlagensicherungsfonds. Bei dessen Mitgliedsbanken sind die Spareinlagen zusätzlich bis aktuell 20% des haftenden Eigenkapitals der Banken geschützt.

Die Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken haben einen Institutsschutz, welcher umfangreicher die gesamte Bank und nicht nur die Einlagen schützt – also auch Zertifikate und andere Inhaberschuldverschreibungen.

Außerdem hat der Gesetzgeber die Position der Sparer in den letzten Jahren gegenüber anderen Anteilseignern und Gläubigern gestärkt. In den kommenden Jahren werden noch mehr Kapitalpuffer zur Verfügung stehen, um die Einlagen vor strauchelnden Banken zu schützen.

Die verbleibende Unsicherheit des Sparbuches ist in der Darstellung oben nicht zu sehen, da der Kapitalmarkt Risiko sehr oft ausschließlich mit der Standardabweichung misst. Das verbleibende Ausfallrisiko bleibt außen vor.

Heutiger LERNERFOLG:

  1. Sparen auf ein Sparbuch ist ein guter Anfang. Sparen ist besser als nicht sparen.
  2. Das Sparbuch ist relativ sicher – bis EUR 100.000 sind von der Einlagensicherung geschützt.
  3. Das Sparbuch bringt ggf. nicht genügend Rendite für die Sparziele in einer angemessenen Zeit zu erreichen, bzw. fordert hohe Beiträge regelmäßigen Sparens.

MAQS – Global Trend Following

Performance Mai

Die Performance im Mai war leicht positiv. Der Mai ist normaler Weise etwas schwierig für Trendfolger, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Eine kleine Statisik dazu mache ich in einem späteren Beitrag.

Das Portfolio verlor zur Mitte des Monats zuerst an Wert, konnte dann aber in den letzten Tagen des Monats wieder aufholen und beendetet den Monat leicht im Plus.

Wieder einmal war das Öl eine sehr volatile Komponente – die im Zuge der Hoffnung auf Förderkürzungen deutlich gestiegen ist, um dann wieder in den Trend nach unten einzutreten.

April: +0,65%, Seit Jahresanfang: -5,05%

Monatsupdate_201705

Signale des monatlichen Systems:

  • Verkauf der EM Anleihen
  • Kauf von EUR Staatsanleihen (halbe Position)

Das neue MAQS-Portfolio hält im Juni 2017 folgende Positionen:

Name ISIN Preis MAQS
DAXEX GY Equity DAX Aktien DE0005933931 108,78 70
EUNZ GY Equity EM Aktien IE00B8KGV557 24,03 320
IBCH GY Equity Welt Aktien IE00B441G979 46,31 340
IUS7 GY Equity EM Anleihen IE00B2NPKV68 104,08 0
IBCL GY Equity EUR Staatsanleihen IE00B1FZS913 225,39 50
XDBC GY Equity Rohstoffe LU0292106167 17,52 0
Gesamt in EUR     97,82
*Schätzung

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