Meinung, Heuristik, Regel

Meinung, Heuristik, Regel

Über die Art wie wir als Individuen entscheiden, habe ich schon in einigen Blog-Beiträgen geschrieben. Dietrich Dörner zeigte die Schwierigkeit von Regelprozessen, ohne Feedback und Gerd Giegerenzer zeigte das Heuristiken an der richtigen Stelle angewandt zu guten bzw. besseren und vor allem schnelleren Entscheidungen führen.

Ein weiterer bekannter Vertreter der Entscheidungslehre ist sicher Daniel Kahneman. Er zeigt in seinem Buch „Thinking, Fast and Slow“ ebenfalls die Problem der Entscheidungsfindung auf.

Ein paar interessante Beispiele von Ihm:

Beim israelischen Militär wurde Kahneman beauftragt die Auswahl von Rekruten für Kampfeinsätze zu verbessern. Bisher wurden diese von relativ jungen Frauen, ohne eigene Kampferfahrung durchgeführt. Das ist auf den ersten Blick nicht weiter relevant, da die Ärzte, die Rekruten bei der Musterung untersuchen, nicht notwendigerweise erfahrene Generäle sein müssen, um die Tauglichkeit der Rekruten beurteilen zu können.

Kahneman wurde beauftragt den Prozess zu hinterfragen und ggf. auch zu verbessern. Er etablierte ein Scoring-Verfahren. Dabei wurden die Gruppe der Rekruter angewiesen nur einzelne Eigenschaften in den Interviews zu bewerten und Punkte dafür zu geben.

Das finale Ergebnis wurde dann über einen einfachen von Kahneman entwickelten Algorithmus ermittelt. Dies gefiel den bisherigen Rekrutern nicht sonderlich, da sie nur noch als einfache Scorer „benutzt“ werden und nicht mehr die Entscheidung selbst nach individueller Evaluierung fällen.

Es zeigte sich jedoch, dass der daraus entstehende Auswahlprozess um Längen besser als der nur auf individuellen Meinungen basierende war. Der Auswahlprozess wurde auch noch Jahre später in der israelischen Armee beibehalten.

In einem weiteren Beispiel wird die Apgar-Score als Beitrag zur Verringerung der Sterblichkeit von Neugeborenen aufgeführt.

Die Sterblichkeit von Neugeborenen war jahrelang sehr hoch. Oft lag dies an Komplikationen in den ersten Lebensminuten. Diese wurden nicht eindeutig und damit rechtzeitig erkannt, sodass die notwendige Hilfe ausblieb und das Neugeborene schwere Schäden bekam bzw. starb. Die Anästhesistin Virginia Apgar entwickelte 1952 fünf Indikatoren, die mit einem einfachen Algorithmus verbunden zu einer deutlichen Verbesserung beitrugen. Damit hatten die Hebammen eine bessere und vergleichbare Basis für die Entscheidung weiter Maßnahmen einzuleiten. Der simple Algorithmus basierte auf einem arithmetischen Durchschnitt der Punkte der einzelnen Indikatoren von 0, 1 oder 2. Lag das Neugeborene bei einer Punktzahl von 9 – 10 Punkten war alles in Ordnung, anderenfalls wurden Maßnahmen ergriffen. Der Test ist sicher nicht perfekt, ist aber einfach anwendbar und deshalb bis heute in Benutzung (Apgar-Test).

Als letztes Beispiel eine kleine Anekdote aus dem Leben:

Wer kennt Sie nicht – diese Spiele: welcher Charakter einer Serie bist Du?

Wenn man so einen Test beginnt, hat man allerlei Vorstellungen, wer man gern sein möchte. Natürlich bietet sich als Wunsch immer der Held der Serie, bzw. dessen Geliebte an. Auch der Bösewicht ist eine attraktive Option – die Overconfidence ist nicht zu bremsen. Der Wunsch ist Vater des Gedanken und man sucht nur noch nach Bestätigung seiner eigenen Thesen – nicht nach Falsifikation à la Karl Popper.

Geht man jedoch die einzelnen Fragen Schritt für Schritt durch und vergibt in einem geordneten Prozess die Punkte bzw. entscheidet sich für eine der Optionen, ist man am Ende sicher überrascht wen man „neutral“ betrachtet entspricht.

Das ist auch nicht verwunderlich, denn der gesamte Prozess ist nicht leicht zu durchschauen und hinreichend komplex – somit können ein paar Profiling-Fragen Ordnung schaffen und letztlich ein ganz gutes Ergebnis finden. Auch wenn man nicht der Held oder Bösewicht der Serie ist, kann man mit dem Ergebnis leben, denn so weit weg vom eigenen Charakter ist das Ergebnis erstaunlicher Weise nicht. (bzw. wirkt nach dem Ergebnis der Endowment Effekt und man gewöhnt sich an die gezeigte Auswahl).

Das komplizierte Regeln nicht immer zum Ziel führen, hatte ich schon in mehreren Beiträgen über Gerd Giegerenzer beigetragen. Das klassische Beispiel für mich ist immer der Hund der den Frisbee fängt. Dieser kann natürlich keine komplizierten Berechnungen anstellen, um die Flugbahn zu ermitteln, ist aber dennoch in der Lage den Frisbee zu fangen.

Der Hund nutzt dafür einfache Regeln – bzw. genauer Heuristiken oder Daumenregeln. Diese Daumenregeln sind oft schneller bzw. ausreichend genau um eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit zu besitzen.

Unterscheidet man in Risiko und Unsicherheit, dann ist klar, dass Risiko immer genau bestimmbar ist und Unsicherheit mit einer Heuristik hinreichend genau bestimmt werden kann. Risiko hingegen begegnet man mit Regeln und Mathematik.

Wie lässt sich dies nun auf die Welt der Finanzen übertragen?

Schon lange vor der Finanzkrise beschäftigte sich James Montier mit der Behavioural Finance. Im Jahr 2005 veröffentlichte er ein Sammel-Paper: „The Seven Sins of Fundmanagement“.

Darin wurden einige der Sünden aufgeführt, die bei der Finanzanlage hinderlich sein könnten. Einige dieser passen sehr gut zum heutigen Thema.

  1. Der Glaube der Verlauf der Zukunft lässt sich vorhersagen.
  2. Die Meinung, dass viele Informationen für eine Entscheidung besser sind.
  3. Die Überzeugung, dass die Suche nach Bestätigung der vorgefassten Meinung die Eintrittswahrscheinlichkeit verbessert.

Zum ersten Punkt gibt es ein gutes Sprichwort:

“Those who have knowledge don’t predict. Those who predict don’t have knowledge” (Lao Tzu)

Die Vorhersagekraft von Analysten und Experten wurde schon oft analysiert. Das Problem lässt sich auf ein paar Problemfelder zurückführen.

Die generell positive Grundeinstellung lässt führt immer wieder zu zu optimistischen Prognosen. So werden Projekte generell zu Vorteilhaft eingeschätzt, bzw. werden die Kosten dieser Projekte deutlich unterschätzt. Dietrich Dörner hat dazu einige Beispiele gebracht, aber warum in die Ferne schweifen, wenn wir hier in Deutschland einen unfertigen Flughafen in Berlin und nun endlich nach vielen Problemen und Verzögerungen fertigen Elbphilharmonie in Hamburg haben.

Die Selbstüberschätzung der Entscheider zeigt sich in vielen Tests, wobei die Probanden zu einem sehr hohen Prozentsatz (>>50%) angaben, überdurchschnittlich gut Autofahren zu können bzw. besonders gute Liebhaber zu sein.

Den zweiten Punkt kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Zu meiner Zeit als Fondsmanager hatte ich sehr detaillierte Erkenntnisse über die Branchen welche ich analysierte. Ich kannte die verschiedenen Produktionsverfahren und Firmenteile, Produkte Management etc. Die Frage blieb jedoch, was dieses Wissen eigentlich bringen sollte. Letztlich entscheidet der Markt, ob die Produkte erfolgreich sind oder nicht. Das lässt sich an wenigen Finanzzahlen hinreichend genau ablesen – ganz so wie Graham & Dodd in ihrem Standardwerk „Security Analysis“ beschrieben.

Der letzte Punkt der Suche nach Bestätigung ist dann besonders fatal. Bei der Analyse der Unternehmen werden keine kritischen Fragen mehr gestellt, sondern die eigene vorgefasst Meinung wird bei einem Unternehmensbesuch nur noch bestätigt.

Natürlich möchte jeder am liebsten Recht haben. An der Börse hilft das allerdings wenig und kann sehr teuer werden. Denn auch das haben Kahneman und Tversky bewiesen. Drohen Verluste werden wir zum Spieler und setzen Haus und Hof. Gewinne schneidern wir in der Regel zu früh ab.

Im Trendfolge-Portfolio MAQS gehen wir vielen dieser Problem aus dem Weg. Wir kennen nicht die Zukunft und wollen diese auch nicht vorhersagen. Was wir allerdings aus der Forschung seit Jegadeesh und Titman wissen, ist das Bestehen des Momentum Effekts durch langsame Anpassungsprozesse der Kapitalmarkt-Teilnehmer.

Diesen Faktor nutzt MAQS aus, indem es den Trends folgt und darauf setzt, dass diese hinreichend lange halten. Das versuche wir sehr systematisch und regelgebunden. Wir kennen zwar nicht die optimale Portfolio-Allokation, kommen aber mit einer einfachen Risk-Parity Strategie gut zurecht. Dieser wurde ebenfalls schon akademisch nachgewiesen, dass sie eine effiziente Portfolio-Allokation darstellt.

Das Wesentliche ist jedoch die disziplinierte systematische Umsetzung. Die zu erwartende Risikoprämie ist nicht gleichmäßig verteilt. Es entstehen mitunter längere Phasen der negativen Performance. Nur wenn Positionen diszipliniert geöffnet und geschlossen werden, kann die Risikoprämie „Momentum“ über lange Zeiträume „geerntet“ werden.

MAQS – Global Trend Following

Performance Juli

Der Juli brachte keine Besserung der aktuellen Talfahrt. Im Gegenteil MAQS rutscht immer tiefer in den Drawdown. Die wenigen Lichtblicke EUR/USD können den Verfall nicht aufhalten. Zu viele Fehlsignale machen die Performance stark negativ. Positiv schneidet das Teilportfolio der ETF’s ab. Leider ist dies auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Performance Juli: -4,18%, Seit Jahresanfang: -10,49%

Monatsupdate_201707

Signale des monatlichen Systems:

  • Keine

Das neue MAQS-Portfolio hält im August 2017 folgende Positionen:

Name ISIN Preis MAQS
DAXEX GY Equity DAX Aktien DE0005933931 105,45 30
EUNZ GY Equity EM Aktien IE00B8KGV557 23,61 160
IBCH GY Equity Welt Aktien IE00B441G979 47,50 340
IUS7 GY Equity EM Anleihen IE00B2NPKV68 96,21 0
IBCL GY Equity EUR Staatsanleihen IE00B1FZS913 224,47 50
XDBC GY Equity Rohstoffe LU0292106167 17,65 420
Gesamt in EUR     92,10
*Schätzung

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

Wikifolio: MAQS – Global Trend Following

Slot Maschine

Slot Maschine

Sehr oft wird die Börse verglichen mit einem Kasino!

Normalerweise soll mit solchen Vergleichen die ungehemmte Kraft der weltweiten Kapitalmärkte angeprangert werden. Im heutigen Blog möchte ich zeigen, dass wir abstrakt betrachtet tatsächlich eine Art Kasino betreten, wenn wir mit unserem Systemen an den Börsen kaufen und verkaufen.

Zuerst einmal eine Börse – war zumindest früher ab dem 16. Jahrhundert – ein Ort, an dem sich Geschäftsleute (Händler) trafen, um miteinander Geschäfte abzuwickeln. Dabei wurden Anteilsscheine an Unternehmen oder Schuldscheine (Anleihen) untereinander ausgetauscht. Das Ziel des Treibens folgte einem ökonomischen Nutzen – der optimalen Allokation von Kapital.

Dabei kamen die Händler aus reinem Selbstzweck zur Börse. Entweder weil sie im Besitz von Anteilsscheinen und Schuldscheinen waren, die sie gern verkaufen wollten, oder sie wollten Geld investieren. Alle Seiten versprachen sich von den Transaktionen ein gutes Geschäft – einen Gewinn.

Damit sieht man, dass es an der Börse wie im Leben viele verschiedene Wahrheiten gibt. Genau genommen hat jeder seine Eigene. Deshalb glaubt der Käufer an steigende Preise und der Verkäufer an zukünftig fallende. Die Börse lässt beide Individuen Ihre Wahrheiten leben.

Die Aussicht auf einen Gewinn ist sicher ein Grund für viele Menschen ein Kasino zu betreten. Natürlich gibt es auch viele Menschen die ein Kasino das erste Mal aus reiner Neugier betreten oder schlicht der Unterhaltung wegen.

Sie kommen mit Geld, welches sie in Kasino-Jetons tauschen, um damit an den Spieltischen oder Spielautomaten platz zu nehmen und Ihr Spiel zu machen. Sie setzen dabei auf Rot wenn sie der Überzeugung sind, dass Rot als nächstes kommt. Genau so viele setzen zur gleichen Zeit auf Schwarz, weil sie genau das Gegenteil (abgesehen von der 0) erwarten. Ihre eigene Wahrheit, wie an der Börse.

Wenn Sie immer mitschreiben, was sie augenblicklich setzen und gewinnen, bzw. mit welcher Strategie sie setzen, dann erkennen wir schon die Parallelen zum letzten Beitrag über unser Trading-Journal.

Es gibt eine Menge Spieler, die vorrangig Spiele spielen, die nicht nur von reinem Zufall abhängen. Bestes Beispiel ist sicher Black Jack. Die Spielregeln kann man relativ leicht bei Wikipedia finden. Wichtig an dieser Stelle ist, dass man durch das Zählen der Karten seine Chancen gegenüber der Bank verbessern kann.

Kennt man nun seine Chance auf einen Gewinn (Achtung! Immer noch kleiner 50%), so kann man durch geschicktes Setzen – im Trading nennen wir das Money Management – einen Vorteil gegenüber der Bank erarbeiten. Bei hoher Wahrscheinlichkeit fällt die Positionsgröße höher aus als bei kleinen Wahrscheinlichkeiten.

Aber zurück zu den Börsen, welche einem Kasino gleichen sollen.

Natürlich sind die Börsen heute schon längst kein abgeschlossener Raum mehr. Tatsächlich werden die großen Volumina auf elektronischen Plattformen der bekannten Börsen in New York, London und auch Frankfurt gehandelt. Ein nicht unwesentlicher Teil des Geschäftes wird heute abseits der Börsen gehandelt. Dort finden sich in den Handelsräumen der großen Banken schon kompensierende Order oder die Trades werden über neue elektronische Plattformen wie BATS (Better Automated Trading System), an dem ein Konsortium von großen Investmentbanken beteiligt sind, gehandelt.

Jede Woche gehe ich in mein Kasino.

Natürlich bewege ich mich dazu nicht von zu Hause weg, sondern schalte meinen Computer im Keller an. Wer jetzt glaubt ich würde damit ein Online-Kasino besuchen, der hat sich nochmal geirrt.

Mein Kasino sind meine beiden Handelssysteme – MAQS.

Aus der Vogelperspektive spiele ich das wöchentliche System jedes Wochenende bzw. exekutiere die Trades am Montag in dem einen Raum mit 8 verschiedenen Slot-Maschinen (Einarmige Banditen). Die 8 Slot-Maschinen sind in meinem Fall die Märkte die ich mit dem wöchentlichen System abdecke.

Also eine Slot-Maschine für jeweils einen Markt.

  • Aktien Euroland (EuroStoxx50)
  • Aktien USA (S&P500)
  • Renten Deutschland (Bund Future)
  • Renten USA (T-Note Future)
  • Rohöl der Sorte WTI
  • Gold
  • Währungspaar EUR/USD
  • Währungspaar JPY/USD

Einmal im Monat besuche ich noch einen weiteren Raum, mit anderen 6 Slot-Maschinen, um das monatliche System zu spielen.

Die 6 Maschinen entsprechen den ETF’s des monatlichen Systems:

  • DAX
  • MSCI Welt
  • MSCI Emerging Markets
  • Euro Staatsanleihen 10-30 Jahre
  • Emerging Markets Anleihen
  • Rohstoffe

Kurz nachdem ich das Kasino betreten habe, lasse ich mein Auswahl-Schema (das jeweilige System) laufen und bekomme die „Erlaubnis“ an einer der Slot Maschinen spielen zu dürfen.

Am ersten Handelstag darauf tausche ich mein Geld gegen Jetons, welche im jeweiligen Kasino zum spielen erlaubt sind. In meinem Fall erwerbe ich für die Slot-Maschinen des wöchentlichen Systems ein Zertifikat (mit WKN etc.) zum spielen.

Falls ich ein Zertifikat aus der Vorwoche besitze, welches zu einer Maschine gehört, mit der ich in der neuen Woche nicht spielen darf, tausche ich die Jetons wieder zurück in richtiges Geld (Euros) – ich schließe die Position bzw. verkaufe das Zertifikat.

Bei meinen monatlichen Besuchen im Raum 2 tausche ich nicht in Zertifikate, sondern in die oben genannten Fonds bzw. in ETF’s. Dabei kann es ebenfalls vorkommen, dass ich an einer der 6 Maschinen nicht weiterspielen darf und dann werden die ETF’s wieder in richtiges Geld zurück getauscht – also verkauft.

Das System berechnet anhand der Trendfolge Indikatoren jeweils einen guten Ein- bzw. Ausstiegszeitpunkt – ganz ähnlich wie beim Black Jack. Also eine long (Kauf) oder short (Verkauf) Position, wenn diese aussichtsreich erscheinen bzw. die Wahrscheinlichkeit für einen Gewinn groß genug erscheint.

Danach wird je nach Risiko bzw. Chance die Größe der Position ermittelt und dann „gesetzt“ – also gekauft oder verkauft.

Am Ende der jeweiligen Periode wird erneut gespielt und die Positionen werden entsprechend adjustiert.

Ganz abstrakt kommt es nicht mal genau auf die gehandelten Märkte an. Die Maschine benötigt nur eine Preis-Zeitreihe für die Analyse und es muss ein Instrument geben, das am Markt handelbar ist.

Dann steht dem „Spiel“ nichts im Wege.

Wichtig ist an dieser Stelle noch der Hinweis, dass das Kasino nach dem Besuch am Wochenanfang bzw. Monatsanfang geschlossen hat. Eingegangene Positionen bleiben für die gesamte Woche (respektive den gesamten Monat) aktiv im Portfolio.

Das hilft aus emotionaler Sicht enorm. Es verhindert, dass man jeder Marktaktivität hinterher rennt – das sorgt für mentale Beruhigung.

 

MAQS – Global Trend Following

Performance Februar

Die Performance im Februar zeigte sich etwas freundlicher. Anfangs erreichten wir zwar noch neue Tiefstände in diesem noch jungen Jahr. Nach der ersten Woche ging es dann aber mit neuen Positionen bergauf. Kurz vor dem Ende gab MAQS einige Punkte wieder ab.

Februar*: +1,52%, Seit Jahresanfang: -1,76%

monatsupdate_201702

 

Signale des monatlichen Systems:

  • Kauf einer ganzen Position EM Aktien (EUNZ)

 

Das neue MAQS-Portfolio hält im März 2017 folgende Positionen:

Name ISIN Preis MAQS
DAXEX GY Equity DAX Aktien DE0005933931 103,53 78
EUNZ GY Equity EM Aktien IE00B8KGV557 23,67 341
IBCH GY Equity Welt Aktien IE00B441G979 45,48 359
IUS7 GY Equity EM Anleihen IE00B2NPKV68 105,84 76
IBCL GY Equity EUR Staatsanleihen IE00B1FZS913 226,82 0
XDBC GY Equity Rohstoffe LU0292106167 18,39 879
Gesamt in EUR      101.095
*Schätzung

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

Das Geheimnis erfolgreichen Handelns.

Das Geheimnis erfolgreichen Handelns.

Zu Beginn des Jahres 2017 verrate ich Euch ein Geheimnis – das Geheimnis erfolgreichen Handelns. Dabei meine ich nicht nur das Handeln an den Börsen der Welt, sondern generell.

Das Geheimnis wurde mir erst kürzlich wieder deutlich bewusst.

Dazu eine kleine Anekdote:

Wir waren im Herbst  auf Sylt und eines Abends stellten wir fest, dass wir in den letzten Jahren immer ein klein wenig mehr auf die Waage brachten. Insbesondere bei mir schien ein ausgewogener BMI immer mehr in Gefahr.

Wir verabredeten gemeinsam etwas dagegen zu tun.

Am Anfang stand das Wort – oder heute eine App?

Um unsere Erfolge in irgend einer Weise zu protokollieren schlug ich vor eine App zu benutzen, die dies für uns übernimmt. Leider bzw. glücklicherweise sind Apps noch nicht vollautomatisch.

Nach ein wenig Recherche im Internet und kleinen Tests verschiedener Anwendungen fanden wir eine Anwendung, welche unseren Ansprüchen genügte. Die Hauptfeatures der App waren:

  1. Eine tägliche Erfassungsmöglichkeit für alle Mahlzeiten.
  2. Ein kleiner Test, um den täglichen Grundbedarf an kcal herauszufinden.
  3. Eine Datenbank mit schon reichlich gepflegten Lebensmitteln.
  4. Letztlich mit hilfreichen Tipps und Rezepten für den erfolgreichen Start.

Das Ziel bei mir war es knapp 10% an Gewicht zu verlieren und damit wieder meinen BMI komfortabel einzuhalten.

Die ersten Wochen waren zugegeben nicht ganz so einfach, da man erst einmal seine Ernährung umstellen muss. Dies beinhaltet in erster Linie weniger zu essen und in zweiter Linie die richtigen Kalorien aufzunehmen.

Die ersten Wochen waren zum Glück schnell vorbei und dann stellten sich erstaunlicher Weise sehr deutlich die Erfolge ein. Die Pfunde purzelten in einem sehr ansehnlichen Tempo, sodass ein paar Wochen vor Weihnachten das erste Ziel erreicht war. Die Pfunde waren weg.

Jetzt wurde es spannend.

Es  wird ja bei Diäten immer vom sogenannten YoYo-Effekt gesprochen. Diesen galt es zu vermeiden. Für mich war relativ schnell klar, dass jetzt vielleicht der schwierigere Part begonnen hatte.

Abnehmen war relativ leicht: Iss einfach weniger!

Aber genau den Punkt zu finden, auf dem sich mein Gewicht stabilisiert ist deutlich schwieriger, da ich meinen Grundumsatz also den Kalorienverbrauch um mein Gewicht zu halten nur schätzungsweise durch den kleinen Test in der App kannte. Außerdem ist der Grundbedarf sicher von verschiedenen Parametern abhängig – z.B. wieviel Sport ich treibe und wieviel ich unterwegs bin oder nur im sitzen arbeite. Letztlich spielt sicher auch die Temperatur und die Jahreszeit eine Rolle.

Wieder eine Menge an Parametern – fokussieren wir einfach auf das Ergebnis aller Parameter das Gewicht. Das Ziel ist dabei das Gewicht in einem engen Band um den Zielwert zu halten – Vorhersagen unmöglich.

Relativ schnell wurde mir klar, was das Geheimnis des Erfolgs ist:

  • Die Protokollierung jeder Mahlzeit!

Das leidige Aufschreiben jeder auch noch so kleinen Mahlzeit erfordert eine Menge an Disziplin und vor allem Ehrlichkeit zu sich selbst. Damit ist aus meiner Sicht schon alles über den Erfolg der Diät gesagt.

Durch das ehrliche und tägliche Aufschreiben aller Getränke und Mahlzeiten wirkt zweifach.

  1. Man kann sehr gut sehen, was man täglich isst und ob man im gesteckten Limit liegt.
  2. Hält schon der Gedanke schon wieder den eben gegessenen Snack aufzuschreiben davon ab den Snack überhaupt zu essen.

Insbesondere der zweite Punkt hat bei mir entscheidend dazu beigetragen den kleinen süßen Versuchungen v.a. im Büro und abends auch der Couch zu widerstehen.

Von der Diät zu MAQS.

Bei der Geldanlage benutze ich ebenfalls ein Journal – ein Protokoll aller Trades.

Für jeden Trade z.B. des wöchentlichen Systems schreibe ich mir neben dem Datum, der Einstandspreise und Stückzahlen, die Verkaufspreise und das eingegangene Risiko ein.

Damit habe ich eine Übersicht über die entstandenen Gewinne und Verluste und – ganz wichtig – über die Gewinne und Verluste pro Risikoeinheit. Nur diese letzte Zahl ist letztlich vergleichbar mit den Kennzahlen des Systems.

Für das letzte Jahr sieht der Ausschnitt aus dem Journal dann verkürzt wie folgt aus:

Nr. Asset Datum Risk EUR
P/R System P/R Delta EUR
329 RX1 21.09.2015 1.482,99 2,13 2,77 -947,68
331 CL1 19.10.2015 1.521,45 2,07 2,02 78,71
332 EC1 09.11.2015 1.482,21 -0,87 -0,84 -38,14
333 GC1 09.11.2015 1.482,21 -1,04 -0,81 -340,12
336 VG1 14.12.2015 1.473,92 -0,05 0,14 -286,08
337 SP1 18.01.2016 1.506,44 -0,84 -1,02 277,05
338 TY1 25.01.2016 1.504,31 0,50 0,93 -644,84
339 JY1 25.01.2016 1.504,31 2,69 2,98 -431,34
340 GC1 29.02.2016 1.500,53 0,00 0,14 -206,09
341 EC1 21.03.2016 1.515,23 -0,40 -0,34 -93,82
342 SP1 18.04.2016 1.549,83 2,31 2,52 -320,16
343 VG1 04.07.2016 1.913,19 -0,22 -0,21 -27,40
344 JY1 01.08.2016 1.901,53 -0,41 -0,42 18,77
345 EC1 08.08.2016 1.891,70 -0,62 -0,62 10,72
346 CL1 15.08.2016 1.903,57 -0,67 -0,66 -4,57
347 EC1 17.10.2016 1.750,40 1,06 1,27 -369,51
348 CL1 14.11.2016 1.736,99 -0,92 -1,20 480,04
349 VG1 14.11.2016 1.736,99 0,94 1,19 -430,47
350 TY1 05.12.2016 1.740,36 -0,22 -0,06 -286,88
351 GC1 05.12.2016 1.740,36 -0,05 0,04 -162,53
352 CL1 19.12.2016 1.878,63 -0,11 -0,06 -85,28
353 JY1 09.01.2017 1.859,68 -0,62 -0,46 -297,90

Damit hatten wir im Jahr 2016 ca. 22 Trades, wenn man den letzten Close im Januar 2017 mit zählt und die 5 in 2015 geöffneten Trades, die in 2016 geschlossen wurden.

Also netto hatten wir genau 16 Trades in 2016 eröffnet und 15 geschlossen. Damit wurde genau 31 mal gehandelt Kauf bzw. Verkauf.

Einige Trades sind noch offen und wurden nur mit den aktuellen Preisen bewertet. Damit sind die Handelskosten noch nicht richtig wiedergegeben, da der Close noch aussteht.

Für unsere kleine Analyse sollte dies dennoch reichen. Ausgehend von den 22 Trades entsteht ein durchschnittlicher Profit nach Kosten von 0,21 pro Risikoeinheit erwirtschaftet. Schaut man auf den vergleichbaren Betrag für das System ohne Berücksichtigung der Kosten erreichen wir einen P/R i.H.v. 0,32.

Damit erreichen die Handelskosten stolze 0,11 pro Risikoeinheit. Das ist eine Menge. Wenn man bedenkt, dass von EUR 1.000 investierten Risiko, mehr als EUR 100 Kosten entstehen.

Die Handelskosten setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen.

  • Zum einen haben wir die Trading Kosten im engeren Sinn wie Slippage also das auseinander driften der Kaufs / Verkaufskurses mit dem Freitag Schlusskurs.
  • Natürlich möchte der Händler durch die Geld-Brief-Spanne und die Bank (Courtage / Gebühren) auch noch etwas verdienen.
  • Des Weiteren zählen dazu die Abweichungen, die durch Währungsschwankungen auftreten. Die Zertifikate werden in Lokaler Währung berechnet und danach in EUR konvertiert. Damit wird jedoch nur die Margin (also der aktuelle Marktwert) in EUR konvertiert – nicht jedoch das Underlying. Hinzu kommt, dass manche Zertifikate einen Restwert nach dem Stop anstreben: Dann sind diese Beträge ebenfalls vom Währungskurs abhängig.
  • Im Zertifikat werden interne Gebühren der Ausgebenden Bank berücksichtigt. So entstehen z.B: Finanzierungskosten für den eingegangenen Hebel etc.

Alles in allem haben wir nur Einfluss auf die erst genannten Kosten. Hier gilt jedoch die Regel:

Kaufe möglichst nah an der Eröffnung, also gegen 9:00!

Warum ist das immer richtig? Ganz einfach. Es gibt eigentlich nur zwei Fälle:

  1. Der Eröffnungskurs liegt über (bei einer Long-Position) dem Kurs vom Freitag: Dann gilt es schnellstmöglich die Position – das Risiko dem Markt noch weiter hinterher zulaufen – zu schließen.
  2. Der Eröffnungskurs liegt unter (bei einer Long-Position) dem Kurs vom Freitag: Dann gilt es auch hier schnell den Zusatzgewinn mitzunehmen.

Leider zeigt sich in der Praxis, dass bei starken Trends der Montag immer über (Long) dem Freitag öffnet und Fehltrades häufig mit einem Kurs unterhalb (Long) des Freitag-Schluss eröffnen. Dann besteht zumindest die Chance auf einen kleineren Verlust als vom System angezeigt.

Die Handelskosten sind zwar hoch, aber im Vergleich zu den verhaltensorientierten Fehlern immer noch gering.

Durch das ehrliche Aufschreiben aller Trades oder auch der kcal bei einer Diät, machen die eigenen Verhaltensweisen transparent.Frei nach Jens Corssen würde man dann sagen:

„Machen Sie ruhig weiter, aber schauen Sie sich dabei zu!“

Die bewusste Handlung führt, früher oder später zur Einsicht, dass dieses Verhalten viel zu „teuer“ ist. Dann reift schnell die Erkenntnis nicht länger daran festzuhalten. Mit jedem Trade, den man aus dem Bauch heraus öffnet – im Trade-Journal notiert – schließt und das Ergebnis betrachtet kommt man näher zu dem Schluss, dass es ohne klare Regeln und nicht geht.

Das Geheimnis erfolgreichen Handels ist das bewusste Eingehen von Transaktionen und kritische Analyse des Ergebnisses. Dabei werden Fehler schnell transparent und können somit für die Zukunft vermieden werden.

 

MAQS – Global Trend Following

Performance Januar

Die Performance im Januar war geprägt durch das wilde auf und ab an den Börsen durch die Amtsübernahme Donald Trumps.

Januar: -3,23%, Seit Jahresanfang: -3,23%

monatsupdate_201701

Signale des monatlichen Systems:

  • Verkauf einer halben Position EM Aktien (EUNZ)
  • Kauf einer halben Position EM Anleihen (IUS7)

Das neue MAQS-Portfolio hält im Februar 2017 folgende Positionen:

Name ISIN Preis MAQS
DAXEX GY Equity DAX Aktien DE0005933931 101,00 78
EUNZ GY Equity EM Aktien IE00B8KGV557 22,66 0
IBCH GY Equity Welt Aktien IE00B441G979 43,91 359
IUS7 GY Equity EM Anleihen IE00B2NPKV68 102,38 77
IBCL GY Equity EUR Staatsanleihen IE00B1FZS913 221,37 0
XDBC GY Equity Rohstoffe LU0292106167 18,50 854
Gesamt in EUR       98.780
*Schätzung

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

Erwartung – Donald Trump – Reaktion

Erwartung – Donald Trump – Reaktion

Eigentlich wollte ich heute über den 3. Teil bzgl. der niedrigen Zinsen schreiben.

Die Ereignisse in den USA mit der Wahl des – zumindest hier in Europa – unbeliebten Donald Trump bieten jedoch die Möglichkeit in meinem Blog auf dieses Ereignis aktuell zu reagieren.

Das interessanteste an der Wahl war m.E. die Kombination der Erwartungen im Vorfeld, der Positionierung der Anleger und der nach der Wahl zu beobachteten Reaktion an den Finanzmärkten.

Warum sind Wahlprognosen so schlecht?

Wie schon beim Brexit lagen die Wahlprognostiker daneben. Das ist ggf. nicht ganz fair, da es vor beiden Ereignissen auch Wahlprognosen gab, die ein deutlich engeres Rennen vorhersagten.

Im Falles des Brexits waren sogar die weit verbreiteten Prognosen gar nicht schlecht. Diese zeigten ein relativ knappes 50:50 Ergebnis mit leichtem Vorsprung der Brexit-Gegner. Die Buchmacher lagen mit einer Quote von 80:20 zugunsten der Brexit-Gegner völlig daneben.

Bei Donald Trump war es auch ein Kopf-an-Kopf Rennen mit leichtem Vorsprung von Hillary gegenüber Trump.

RealClearPolitics_Wahl2016.PNG
Quelle: RealClearPolitics

Die Wahl selbst viel in beiden Fällen deutlich klarer aus als viele gedacht haben.

Wie kann das passieren, wo doch laufend der Puls der Zeit über Umfragen gemessen wird?

Ich denke hierbei sind viele Entscheidungssituationen gleichzeitig zu beobachten. Diese wirken in die eine wie in die andere Richtung. Nicht zuletzt das Veröffentlichen der neuesten Prognose führt zu einer erneuten Veränderung der Meinung.

Bei Donald Trump könnte – zumindest hier in Europa – bei der Auswertung der Prognosen immer die Hoffnung mit geschwungen sein, dass Hillary für Europa die bessere Alternative ist. Jeden falls die Kommentare aller deutschen Politiker waren deutlich Pro-Hillary.

Die Kapitalmärkte schlossen sich dem gleichen Wunsch an und malten das Bild mit Trump als Präsident immer tief schwarz.

Die Suche nach Bestätigung der vorgefassten Meinung über den Ausgang der Wahl führt m.E. zu einer Überbewertung der Wahlprognosen bzw. der medialen Signale.

In der Tat hat Donald Trump einen ziemlich provokanten Wahlkampf geführt. Er hat immer mit lauten Tönen gegen Minderheiten und das Ausland geschossen. Hillary hat demgegenüber die deutlich gemäßigten Worte gefunden und mehr den Status Quo bewahrend gesprochen.

Trump ging damit ein viel größeres Risiko ein als Hillary. Dieses wurde auch im Nachhinein belohnt.

Ganz nach Keynes:

“Worldly wisdom teaches that it is better for reputation to fail conventionally than to succeed unconventionally.”

Auch bei Wahlprognosen wird der einzelne Befragte sich ähnlich verhalten. Er wird im Zweifel – trotz anonymer Umfrage – eine Tendenz hin zum Status Quo entwickeln und die Fragen in diese Richtung beantworten.

Schon das Bekenntnis in einer Umfrage zu Trump könnte gerade für die von Trump durchaus scharf angegangen Minderheiten zu weiteren Fragen führen, die die oder der Befragte nicht beantworten möchte.

Damit haben wir wieder so etwas wie den Volatility Smile. Die Wahrscheinlichkeiten an den Rändern also auch die Wahrscheinlichkeiten für extreme Kandidaten werden von den Umfragen bzw. von der breiten Masse unterschätzt.

Die Aussagen Trumps wurden in den europäischen Medien oft gezeigt – dagegen Hillarys Aussagen fast nie besonders beachtet. Dies führte vielleicht zu einem viel zu einseitigem Bild. Auf der einen Seite ein polternder Trump und auf der anderen Seite eine konforme Hillary.

Das Wahlkampf und Regierung zwei verschiedene Paar Schuhe sind, sollte m.E. jedem klar sein. Auch im deutschen Wahlkampf werden oft Dinge versprochen, die hinterher nicht so heiß gegessen werden wie sie gekocht werden.

Kapitalmärkte und Statistiken

Die Kapitalmärkte schauen gern auf Statistiken, lassen sich aber auch gern von „Statistiken“ täuschen die keine sind.

So z.B. der Zusammenhang der Performance des Dow Jones mit der Frage ob der amerikanische Präsident dem demokratischen Lager angehört oder dem republikanischen.

Dabei wird gern vergessen, dass die Anzahl an Stichproben nicht ausreicht um eine valide statistische Aussage zu bekommen.

Seit 1929 hat der Dow Jones immer besser abgeschnitten unter einem demokratischen Präsidenten als unter einem republikanischen (Forbes).

In der Tat fielen einige der großen Börsen-Abschwünge in die Regierungszeit republikanischer Präsidenten.

Ist jede Koinzidenz einen eine Korrelation?

Sicher nicht! Es gab in dieser Zeit 22 Perioden (4-Jahres Zeiträume). Davon waren 12 mal demokratische Präsidenten und 10 mal ein republikanischer im Amt.

Für eine statistische Auswertung ist die Datengrundlage zu klein. Auf ähnliche Schlüsse kommt eine Studie aus dem Jahr 2014 von Blinder und Watson.

Außerdem ist die Börse von vielen Faktoren bestimmt – natürlich auch vom politischen Umfeld. Hierzu passt auch die Börsenweisheit:

„Politische Börsen haben kurze Beine“

Risiko vs. Unsicherheit

Börsen können wir schon oft gezeigt mit Risiken gut umgehen. Für Unsicherheit trifft dies nicht zu. Leider werden beide Dinge oft und gern miteinander verwechselt und die Börsianer übertrumpfen sich im professionellen Weissagen.

Das Ursache-Wirkungsprinzip von Politik bzw. dem Einfluss einer einzelnen Person wird z.B. oft maßlos überschätzt.

Vielleicht ist es gerade umgekehrt, dass nach einem großen Börsen-Aufschwung die Wähler in den USA das Gefühl haben eine andere Regierung zu wählen. Ein Grund dafür könnte sicher sein, dass einige Wähler sich  im Stich gelassen fühlen und nicht am Aufschwung partizipiert haben und deshalb verstärkt den Kandidaten wählen, der ihnen eine Besserung verspricht.

Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter über die Beweggründe der US Wähler rätseln – diese sind sicher sehr vielfältig und individuell. Mir ging es nur mit dem Beispiel darum, das Ursache-Wirkungs-Prinzip zu hinterfragen.

Professionelles Weissagen

Im Vorfeld der Wahl wurden Conference Calls und Informationsveranstaltungen etc. betrieben. Es wurde tagelang Research betrieben und Investmentkomitees haben bis zum Abwinken diskutiert. Alles nur um darüber zu philosophieren, wie der Wähler abstimmen wird.

Letztlich war der ganze „Hype“ völlig umsonst – bzw. sogar äußert schädlich.

Wer z.B. fest an Hillary als 45. Präsident(in) glaubte und offensiv positioniert war, hatte wahrscheinlich am Mittwoch Morgen Panik. Diese trieb in Japan den Aktienmarkt um 6% nach Süden.

Wahrscheinlich zwangen diese Ereignisse einige zu Panikverkäufen und das genau zum falschen Zeitpunkt. Kurz nach der Eröffnung in Europa brachen auch hier die Kurse massiv ein. Der Bund-Future sprang in die Höhe und mit ihm das Gold.

Kurz darauf geschah das Unfassbare – der Aktienmarkt drehte komplett und schloss den Tag deutlich im Plus. Der Bund-Future verlor am Tagesende und auch das Gold gab seine Gewinne wieder ab.

Mein Handelssystem tauchte auch zeitweise deutlich ins Minus, bzw. der schon bestehende Drawdown wurde noch größer. Diese Schwankungen innerhalb der Woche bzw. für das monatliche System die Schwankungen innerhalb des Monats sind dem System generell unbekannt.

Damit meine ich in der Modellierung treten diese Schwankungen nur als High-Low-Close auf. Das System bemerkt zwar eine Zunahme der Volatilität und diese hat ggf. auch Auswirkungen auf das zukünftige Verhalten, aber das wöchentliche System handelt nur einmal die Woche und NIE in Panik. Das Gleiche gilt entsprechend für das monatliche System.

Die Risiken in beiden Systemen sind genau mit diesen Vorgaben ausbalanciert – keine Not außer der Reihe einzugreifen.

Aus der Modelllogik geht das auch nicht. Die Ergebnisse der Vergangenheit, sind mit einem diskretionären Eingriff zwischen den Handelspunkten nicht zu rechtfertigen. Die Historie beinhaltet alle relevanten Informationen und in den knapp 10 Jahren Backtest bzw. Handel gab es schon allerhand „historische“ Ereignisse. Diese konnten alle sehr gut verdaut werden – auch ohne Prognose einer Wahl, oder Panik nach überraschenden Momenten.

Verlor eine Position nach einem großen Ereignis, sorgten die Stops für einen geregelten Verkauf zum Handelstag in der kommenden Woche.

Wichtig wie immer ist:

Man muss die Drawdown-Verluste aushalten können, um sich diszipliniert an seine Regeln halten zu können!

 

MAQS – Global Trend Following

Signale des wöchentlichen Systems:

  • Kauf Long Position: EuroStoxx50
  • kauf Short Position: WTI Crude Oil

 

 

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

Große Auswahl und doch keine Entscheidung!

Große Auswahl und doch keine Entscheidung!

Im Urlaub habe ich Zeit in meiner Podcast Bibliothek zu stöbern. Dabei bin ich auf einen Podcast von Michael Covel mit Barry Schwartz aus dem Jahr 2014 gestoßen.

Barry Schwartz ist ein Psychologe und Autor. In seinem Buch „The Paradox of Choice“ und auf TED vertritt Barry die These, dass eine große Wahlmöglichkeit nicht notwendigerweise zu besseren Entscheidungen führt.

Um es gleich vorwegzunehmen führt eine zu große Auswahl vor allem zum „Nicht-Entscheiden“ und Unzufriedenheit mit der dann getroffenen Entscheidung.

Barry’s These widerspricht damit jeder von Ökonomen postulierten Ratio. Demnach sollte eben gerade eine sehr granulare Auswahl an Möglichkeiten und Handlungsoptionen die bestmögliche Allokation zur Befriedigung der individuellen Bedürfnisse führen.

Vor Jahren hörte ich mal den Spruch:

Es ist besser sich hinterher für eine Fehlentscheidung zu entschuldigen, als keine Entscheidung zu treffen.

Das wir alle tagtäglich Entscheidungen zu treffen haben ist wahrscheinlich vielen klar. Manche sind weitreichend und manche relativ simpel. Mal entscheiden wir aus dem Bauch (Giegerenzer) und manchmal ganz rational wie Kahneman vorschlägt.

Wie wir die Entscheidung fällen, hatte ich schon in einem der vorherigen Blog-Beiträge thematisiert. Heute soll darum gehen, welchen Einfluss die Ausgangsgröße – Anzahl der Möglichkeiten – auf die Entscheidung hat.

Sicher wird der eine oder andere schon bei seinen täglichen Entscheidungen festgestellt haben, wann ihm die große Auswahl an Produkten oder generell Optionen hilft und wann eben nicht.

Spielen wir die Situation im Supermarkt durch:

Wir wollen Marmelade kaufen, haben aber keine genaue Präferenz – auf jeden Fall lecker soll sie sein!

Mit diesen wagen Vorgaben sind wir beim Aldi nach 10 Minuten wieder raus – es gab genau 3 Stück: Erdbeere, Waldfrucht und Aprikose. Die Wahl viel auf Waldfrucht.

Gehen wir zu einem Vollsortimenter, dann könnte der gleiche Vorgang schon mal 20 Minuten dauern.

Warum?

Nun neben den 3 Sorten Erdbeere, Waldfrucht und Aprikose gibt es auch noch Himbeere, Brombeere, Kirsche etc. Neben der Auswahl der Sorte muss auch noch über den Hersteller –  mindestens 3 und die Größe des Glases entschieden werden.

Da kommt man mit einem Abzählreim schon an seine Grenzen.

Außerdem führt die große Auswahl dann zum Frust, da ich natürlich gern die Kirsch-Marmelade im kleinen Glas von Hersteller Z gehabt hätte, diese dort aber nur im großen Glas verfügbar ist.

Also meine Wünsche steigen mit den Möglichkeiten.

Gerd Giegerenzer beschrieb das Problem ebenfalls anhand der Menükarte im Restaurant. Je größer diese ist desto länger dauert die Auswahl – und das liegt nicht nur an der längeren Lesezeit.

Barry berichtete im Podcast von einem Experiment beim Speed-Dating. Auch hier schlägt das „Paradox of Choice“ zu. Das gilt wahrscheinlich auch für alle heutigen Dating Plattformen. Dort wird damit geworben, den idealen Partner zu finden.

Kann das funktionieren – wohl kaum!

Natürlich lassen sich einige Eigenschaften abgleichen, aber sind nun gleiche Eigenschaften besser oder machen uns Unterschiede interessant? Und wie genau müsste man diese einzelnen Eigenschaften gewichten etc.

Ein Blick in die heutige Realität: Warum gibt es immer mehr Singles, wo doch die Auswahl und die Suchkosten durch das Internet deutlich geringer sind?

Neben einigen anderen Faktoren, könnte es sein, dass die Menschen motiviert durch die geringen Suchkosten ständig auf der Suche nach dem perfektem „Match“ sind und damit entscheidungsunfähig.

Generell gilt je mehr Auswahl ich habe, desto unsicherer werde ich, was denn das richtige für mich ist und ob nicht hinter der nächsten Ecke die noch viel bessere Option auf mich wartet.

Zurück zu den Kapitalmärkten:

An den Kapitalmärkten eröffnen sich durch sinkende Kosten für Trading und Depotführung ebenfalls ein schier unübersichtlicher Pool an Lösungsoptionen für das Problem Altersvorsorge oder Geldanlage im Allgemeinen.

Es werden alle möglichen Finanz-Instrumente angeboten: Von einzelnen Aktien über Fonds und ETF’s, auch Derivate, CFD, Zertifikate aller Art usw. Welche Kombination davon die Richtige ist muss dann jeder selbst entscheiden.

Die hohe Auswahl führt jedoch ebenfalls dazu, dass die Investitions-Entscheidung immer wieder aufgeschoben wird. Welche Wirkung dies dann auf das im Alter zur Verfügung stehende Kapital hat ist hoffentlich allen klar.

Hier gilt je eher man damit beginnt, desto niedriger sind die nötigen regelmäßigen Beiträge für das gleiche zukünftige Sparziel.

Was ist zu tun?

Bei der Marmelade ist das einfach: Den Abzählreim hatte ich schon erwähnt. Alternativ habe ich in meinem Schreibtisch immer einen Würfel liegen – das ist aber eine andere Story für einen zukünftigen Beitrag.

Was auf jeden Fall funktioniert ist – entscheiden lassen – Fragen Sie jemanden nach seiner Lieblings-Marmelade und lassen sie sich überraschen – das Leben ist ein Abenteuer.

Wenn man doch lieber selbst entscheiden möchte, dann bitte vorher und nicht erst vor dem Regal. Also schon beim Schreiben der Einkaufsliste die Sorte mit vermerken, ggf. gleich noch eine Alternative dazu.

Ist man auf die Situation vorbereitet, dann geht die Entscheidung im Supermarkt sehr schnell. Entweder gibt es die richtige Sorte oder nicht, dann kauft man oder eben nicht!

Bei der Geldanlage versuchen wir uns auch auf den Handelstag vorzubereiten, indem wir möglichst klare Vorstellungen davon haben, welche Ziele wir am Markt verfolgen.

Geht es um langfristigen Vermögensaufbau ist es vor allem wichtig anzufangen. Selbst wenn die Auswahl oder der Einstiegs-Zeitpunkt nicht  optimal sind, kann man hinterher in aller Ruhe etwas nachsteuern.

Auch kann man seine Entscheidung an einen Dienstleister oder wie in meinem Fall an ein festes Regelwerk delegieren. Dann bleibt nur noch den „Einkaufszettel“ abzuarbeiten. Die Frage nach dem Lieblings-Fonds à la Hot-Tip würde ich jedoch lassen.

Für die Entscheidungen beim Speed-Dating bin ich leider nicht qualifiziert Hilfestellung zu geben – da finden sich sicher andere.

 

MAQS – Global Trend Following

Signale des wöchentlichen Systems:

  • Schließen der Short Position in WTI Crude Oil

 

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

 

Bildmaterial: (cc) Flickr-User Hellebardius

Room Escape

Diese Woche habe ich zum ersten mal einen Escape Room mit einigen Mitstreitern besucht.

Als ich davon das erste mal gehört habe fiel mir gleich das Spiel Cluedo ein. Das Spiel ist schon etwas betagt, aber hat sicher nichts von seinem Reiz verloren. Durch unterschiedliche Kombinationen mit Ausschlussverfahren etc. den Mörder / Dieb etc. zu fassen macht auch heute noch Spaß.

Das Brettspiel wurde de facto in einen bzw. mehrere Räume überführt und bietet damit noch etwas mehr Möglichkeiten auf Sherlock Holmes Spuren zu wandern.

Eine weitere Ähnlichkeit besteht zu Adventure Spielen a la Monkey Island, Zack MacKracken, Dot oder ähnlichem.

Für alle die noch nicht wissen, was ein Escape Room macht eine kleine Einführung:

  1. Ein Escape Room ist ein abgeschlossener Raum bzw. Räume.
  2. Die Räume sind thematisiert – wir waren z.B. in einer Galerie
  3. Man spielt typischerweise als Gruppe von ca. 5 Personen.
  4. Man spielt gegen die Zeit – wir hatten 1h um den Raum zu verlassen, da sonst der Wächter uns in der Galerie erwischen würde.
  5. Es geht darum den Schlüssel für die Tür zu finden.
  6. Dafür müssen mehrere andere Schlösser durch Rätsel gelöst werden.
  7. Deren „Zutaten“ befinden sich im Raum und müssen gesucht bzw. durch Logik erschlossen werden.
  8. Wenn alles schief geht, gibt es auch kleine Hinweise vom Personal.

Neben den eigentlichen Rätseln ist es ebenfalls interessant die Vorgehensweisen der Spieler zu beobachten.

  1. Wie verhalten diese sich bei Stress (Zeitdruck)?
  2. Versuchen sie logisch oder heuristisch an die Lösung der Rätsel zu gehen?
  3. Wie läuft die gesamte Gruppendynamik, gibt es einen Leader, oder herrscht Chaos?
  4. Werden alle mitgenommen?

Ohne zu wissen, was optimal in der Situation war, sind mir jedoch einige Dinge aufgefallen. Einige davon würde ich versuchen beim nächsten mal besser zu machen.

Vor dem Raum

Fangen wir mal damit an, dass vor lauter Spannung die Gruppe bei der Einführung durch das Personal nur halb hinhört und dort schon die ersten Hinweise überhört werden.

Hier sollte man versuchen – aufmerksamer zu sein und ggf. nochmal die wichtigsten Fakten wiederholen bzw. sich innerhalb der Gruppe nochmals zu versichern. Bei uns ist völlig durch gerutscht, dass wir in einem Dunklen Raum sein sollten und nur mit den Taschenlampen arbeiten sollten.

Das hätte einerseits die Spannung erhöht und andererseits uns auch ermöglicht das Schwarzlicht besser zu nutzen.

Im Raum

Alle stürzten in den Raum und bevor ich meine Tasche am richtigen Ort hatte suchte schon die gesamte Gruppe nach Hinweisen. Eine kurze Abstimmung über das Vorgehen war damit nicht mehr möglich. Das „Losstürmen“ brachte dann auch schnell Erfolge, da Teppiche hoch gehoben wurden Klappen geöffnet, unter Tische und hinter Bilder geschaut wurde. Dabei wurden dann schon die ersten Code-Bruchteile eingesammelt.

Im Vergleich mit dem Adventure , in dem man oft allein spielt, macht man die gleichen Dinge oft doppelt. Ich habe gar nicht mitgezählt, wie oft wir alle hinter das gleiche Bild geschaut haben oder wie oft der Teppich gewendet wurde.

Das hätte mit ein wenig mehr Koordination vielleicht Zeit gespart.

Nachdem wir eine Schwarzlicht-Taschenlampe gefunden hatten, wurde ständig das Licht ausgeschaltet. Anfänglich wurde noch gefragt, dann nur noch angekündigt und zum Schluss wurde das Licht einfach ohne Vorwarnung ausgeschaltet.

Das führte zu Glück nicht zu Unfällen, verzögerte jedoch manche Lösung. Wir hatten zwar Taschenlampen bekommen, jedoch lagen die natürlich bei „Licht aus“ nicht gerade im Griffbereich. Eine Suche war demnach auch unmöglich.

Auch an dieser Stelle hätte ein mehr an Koordination die Lage entspannt.

Die Uhr tickte ständig weiter

Keiner hatte die „offizielle“ Aufgabe die Uhr im Blick zu halten. Ich erinnere mich, das erste mal auf die Uhr zu sehen, nachdem eine halbe Stunde vorbei war. Mich beschlich kurz das Gefühl, dass wir uns verzetteln und die Lösung verpassen. Dann griff mich wieder die allgemeine „Rätsel-Stimmung“ auf und ich war wieder im Fluss.

Wir hatten einen Tresor zu öffnen. Das Problem war, dass wir die Zahlenkombination nicht kannten und noch schlimmer nicht genau wussten wie viele Zahlen wir eingeben mussten. Hinzu kam, dass nach 3 Fehleingaben die weitere Eingabe um 5 Minuten verzögert wurde.

Einer der Teilnehmer hatte eine Theorie, war sich jedoch nicht sicher, ob diese funktionieren würde. Ich hörte mir die Theorie an, fand diese genauso plausibel wie jede andere und gab dann nur zu bedenken, dass weiteres Beratschlagen nicht zum Ziel führt. Wir hatten hier eine Entscheidung unter (nahezu) Unsicherheit zu tun. Der fehlende Hinweis auf die Anzahl der Zahlen erhöhte die Fehlerquote enorm.

Mein Ratschlag war, einfach anzufangen die Theorie zu probieren. Je eher desto besser. Selbst wenn wir nach 3 Fehleingaben warten müssen, so hatten wir noch genügend Zeit.

Gesagt getan – Zahlen eingegeben – Tür lies sich nicht öffnen. Damit war klar, die Theorie war nicht zu gebrauchen. Wir hatten damit genügend Zeit nach einer neuen Lösung zu suchen.

Interessanter Weise schien der Mitstreiter vom Scheitern seiner Theorie nachhaltig beeindruckt bzw. beeinflusst. Selbst nachdem wir die richtige Lösung gefunden hatte, hing der Teilnehmer an diesem „Verlust“ und war für die Lösung der restlichen Rätsel de facto nicht mehr verfügbar.

Das ist ein bekanntes Phänomen – auch beim Trading. Der Verlust einer Position blockiert das Denkvermögen, die Kreativität. Alles dreht sich nur noch um die Frage wie man selbst scheitern konnte und die korrekte Lösung die natürlich im Nachhinein offensichtlich war nicht früher gesehen hat.

Ende Gut, Alles Gut

In den letzten Minuten bekamen wir ein paar Hinweise vom Personal. Dabei stellten wir fest, dass z.B. der schon einmal untersuchte Tisch nochmals genauer untersucht werden musste – sicher dem Chaos geschuldet.

Wir hatten dann schon die richtige Lösung, scheiterten jedoch am Schloss. Wenn man weiß, dass es nur an der Eingabe des Codes lag und nicht am System, dann ist das kein Problem. Man gibt den Code einfach nochmal in Ruhe ein und ist fertig.

Wenn man jedoch das System nicht kennt, kann man den Fehler auch nicht auf die Mechanik des Schlosses reduzieren. Damit probierten wir erst einmal einige weitere Lösungen aus, bis wir vom Instructer nochmal auf die schon probierte Lösung geleitet wurden.

Das Schloss hatte einen Reset-Mechanismus. Leider gab das Schloss kein Feedback, ob der Reset erfolgreich war oder nicht. Das machte es bei unseren Tests so schwer – erinnerte mich im Nachhinein ein wenig an Dietrich Dörner.

Mit dem Gong-Schlag hatte wir alle Rätsel nach 1h gelöst und kamen frei.

Beim nächsten mal versuche ich einige der oben beschrieben Dinge besser zu machen.

MAQS – Global Trend Following

Zu meinem System kann ich nur sagen: Der Drawdown hällt an – sit tight!

Signale des wöchentlichen Systems:

  • keine

 

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Traden wie ein Ägypter – Pyramiding Teil 1

Traden wie ein Ägypter – Pyramiding Teil 1

Drawdown Zeit ist für mich immer die Zeit, in welcher ich mich mehr mit meinem Handelssystem beschäftige. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ein „nicht funktionierendes“ System eine Art Aktivitätszwang in mir auslöst.

Solang die Aktivität darin mündet, dass ich mein System besser verstehe oder neue bessere Methoden entwickle, ist daran m.E. nichts auszusetzen. Aktivitätswahn sollte nur nicht zu unkontrollierten Eingriffen in das bestehende System führen – das wäre sehr kontraproduktiv.

Im letzten Blog ging ich der Frage nach, ob Drawdowns zu einer bestimmten Zeit wahrscheinlicher sind als zu anderen Zeiten. Diesmal möchte ich ein Thema untersuchen, über welches ich schon des öfteren nachgedacht habe – Pyramiding.

Pyramiding hat natürlich wenig mit den Pyramiden im alten Ägypten zu tun sondern ist eine Money Management Technik, welche oft empfohlen wird, um maximale Profite beim Traden zu erzielen.

Soweit die Theorie

Die Bezeichnung Pyramiding kommt daher, dass bei dieser Technik in einem starken Trend sukzessive Positionen hinzu addiert werden. Damit steigt der Leverage einer einzelnen Position erheblich und kann, wenn alles gut geht zu sehr hohen Profiten führen.

Um zu erfahren, ob diese Technik für mein System verwendbar ist, habe ich mir ein paar Fragen gestellt. Diese kann ich heute noch nicht alle beantworten, aber diese sollen mein Research leiten.

  1. Ist Pyramiding kompatibel zur Trend-Folge-Philosophie?

Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen.

Prinzipiell ist Pyramiding mit einem Trendfolge-Ansatz kompatibel. Mit steigenden Gewinnen, werden immer neue Positionen aufgebaut. Damit ist die Strategie genau umgekehrt zum Average Down – also dem Nachkaufen bei Verlusten, um den Einstiegspreis zu verbilligen.

Gleichzeitig werden bestehende Stop Loss Absicherungen an die neue Position herangeführt, sodass in der Summe keine höheren Risiken im System entstehen – zumindest nicht in der Theorie.

Leverage ist wie wir schon wissen ein zwei-schneidiges Schwert – dreht die Position ins negative, werden auch die Verluste sehr schnell sehr hoch.

Deshalb wird es wichtig sein, eine effektive Verlustbegrenzung einzubauen.

Die hohem Hebel potenzieren sich neben den Gewinnen auch Trade-Error und Gap-Risiken. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit von unkalkulierbaren Verlusten deutlich.

2. Verändert das Pyramidale Trading mein Risikoprofil?

Ich würde im ersten Augenblick denken, dass die Tails der Verteilung sowohl positiv als auch negativ dicker werden. Damit steigt auch die Gefahr von Schwarzen Schwänen – konkret tiefen Drawdowns. Wie schon häufig erwähnt führen tiefe Drawdowns zum Vertrauensverlust in das Handelssystem und dann zur Aufgabe!

Mit dem veränderten Risikoprofil bleibt zu überlegen, ob der Trade off sich wirklich lohnt. Aus einzelnen wenigen Trades deutlich mehr herauszuholen und dafür zu riskieren, bisherige Gewinn-Trades durch ein höheren Leverage am Ende als Verlierer-Trade dastehen zu lassen.

Außerdem bedeutet eine neue zusätzliche Position auch zusätzliches Kapital aufzuwenden und nicht immer ist genug Kapital vorhanden, da genügend andere Positionen aktiv sind.

Um freies Kapital zu bekommen müssen Regeln getestet und festgeschrieben werden. Kommt das Kapital von anderen Positionen, muss festgelegt werden in welcher Reihenfolge Positionen reduziert werden etc.

Das alles ist recht aufwändig zu testen, deshalb will ich mir etwas Zeit für das Research nehmen und in den nächsten Wochen über meine Erkenntnisse schreiben.

3. Wird mich das Pyramidale Trading emotional stärker fordern?

Wie schon erwähnt führt ein erhöhter Leverage zu deutlich mehr Stress. Ich habe das mit einem meiner früheren Handelssysteme erlebt. Bei diesen handelte ich ständig die doppelte Positionsgröße und mehr Märkte.

Auf dem Papier ist das kein Problem wir ich schon in einem früheren Blog-Post beschrieben hatte. Aber wenn der Drawdown entstanden ist, kommen die Zweifel sehr schnell. Insbesondere, wenn man mit ungenügend „gelebten“ Strategien arbeitet.

Eine Hilfe bei der Beantwortung der Fragen sind natürlich die Erfahrungen etablierter Größen im Geschäft: George Soros würde z.B. sagen: „Gehen Sie aufs Ganze“. Soros tendierte dahin, Positionen zu etablieren, um den Markt zu testen. Wenn der Markt im Recht gab (ein Trend etablierte sich), dann erhöhte er seine Risikoposition, um den Profit zu maximieren.

Auf der anderen Seite hören wir immer:

„Nicht Haus und Hof aufs Spiel zu setzten, sondern genug Pulver trocken zu halten, um an einem anderen Tag wieder in den Ring steigen zu können.“

Also offensichtlich kommt es wie immer darauf an:

Auf jeden Fall kann es helfen die neue Methode intensiv zu testen und ggf. zusätzliche Regeln aufzustellen, die den maximalen Leverage zu begrenzen.

Erste Schritte:

Um die Technik etwas systematischer zu untersuchen, las ich zuerst noch einmal die entsprechenden Kapitel bei Curtis Faith „Way of the Turtle“ mit welcher Methode die Turtles erfolgreich waren.

Die erste wichtige Erkenntnis: Pyramiding ist eine Money Management Technik.

Der Aufbau weiterer Positionen erfolgt ohne neues Signal des Systems – bei den Turtles ohne neuen Break Out. Obwohl dies bei den Turtles ohne weiteres möglich wäre, wird einzig auf die P&L des einzelnen Trades abgestellt.

Das kommt mir entgegen, da ich generell keine neuen Signale erzeuge. Der Triple-Moving-Average gibt nur ein einziges Signal – danach muss erst ein Close folgen, bevor ein neues Signal generiert wird.

Bei einem Break Out System über z.B. 20 Tage, können immer wieder neue Handels Signale entstehen – theoretisch jeden Tag.

Die Turtle Variante

Die Turtles arbeiteten in ihrem Money Managementsystem mit Units of Risk (R). Also Positionen wurden immer Volltatilitäts-Normiert implementiert. Als Volatilitätsmaß diente die Average Traue Range oder kurz ATR.

Die ATR ist mehr oder weniger vergleichbar mit der Standartabweichung – die ATR arbeitet jedoch mit:

  1. weniger Daten und
  2. mit absoluten EUR-Beträgen.
  3. berücksichtigt die komplette Handelsbreite Open-High-Low-Close, während die Standartabweichung wird meist nur für eine Zeitreihe  des Close ermittelt.

Die Korrelation beider Zahlen ist jedoch relativ hoch bzw. die Aussagen identisch. Im meinem monatlichen System, welches nur mit Monatsend-Kursen arbeitet, benutze ich auch die langfristige Standardabweichung um die Gewichte der Asset-Klassen festzulegen.

Eine Unit Risiko waren bei den Turtles 2 x ATR. Eine zusätzliche Unit Risiko wurde nach einer Marktbewegung um 1 x ATR oder 0,5 x R in Richtung des Trades aufgenommen.

Im Gegenzug wurden die Stop Loss-Marken um genau die 0,5 R angehoben (long) oder abgesenkt (short).

Wichtiges Detail: Die initiale ATR wurde über die Laufzeit des Trades nicht verändert. Das mache ich in meinem wöchentlichen System ebenso – einmal eingegangene Positionen werden nicht rebasiert oder an neue Volatilitäten (ATR) angepasst. Da die ATR bei guten Trades gewöhnlich steigt – der Trade gewinnt an Dynamik – erhalten die Gewinner auch ein wenig mehr Einfluss auf die Gesamt P&L des Systems.

Zurück zu den Turtles:

Bei einem Close Signal (Stop oder Exit) wurde die gesamte Position geschlossen – kein schrittweises Reduzieren (Scale Out) der Position. Ein Scale-Out würde aus meiner Sicht keinen Sinn machen – es gibt kein Signal mehr – also gibt es auch keine Position mehr Pyramiding ist nur Money Management.

Im nächsten Beitrag schaue ich auf die aktuellen Parameter meines wöchentlichen Systems, suche geeignete Trades und teste die Mechanik an diesen im Einzelfall.

 

MAQS – Global Trend Following

Signale des wöchentlichen Systems:

  • keine

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Bildquelle: egypt travel