Re-Entry – oder No Entry

Re-Entry – oder No Entry

Die Idee zum heutigen Kapitel hatte ich schon eine ganze Weile, aber andere spannende Dinge hatten Vorrang.

Hinter uns liegt ein sehr turbulenter Monat. Mit dem kurzen „von allen erwarteten“ Crash gleich zu Beginn des Monats war der Monat eigentlich schon gelaufen.

Wie Ihr Euch erinnert hatten wir gerade MAQS neu ausbalanciert, da traf uns der Crash mit voller Wucht. Einige Positionen liefen durch den Stop und kamen auch während des Monats nicht wieder zurück ins Portfolio.

Einzig die Position im S&P500 wurde noch am Freitag vor der Crashwoche geschlossen. Dies war möglich, da der S&P500 -im vergangenen Jahr 2017 sich schon sehr weit von seinen gleitenden Durchschnitten entfernt hatte. Da gleichzeitig die Volatilität immer weiter fiel, hat das wöchentliche System den Stop-Kurs sehr eng nachgezogen.

Dieser Stop Regel hatte ich bei der Konzeption eher für die Rohstoffmärkte mit ihren deutlichen Schwankungen eingebaut, aber auch in den Aktienmärkten sollte sich zeigen, was diese Regel bewirkt. Nebenbei bemerkt kam diese Art des Risikomanagements selbst im Extrem-Bullenmarkt bei den Bonds schon vor.

Der Stop führte dazu, dass MAQS den Rutsch im S&P500 nicht mitmachte und für mich erstaunlicherweise in der Woche darauf ein Signal zum Einstieg gab. Das Signal zum Einstieg war nach den Regeln völlig korrekt. Der kurze Gleitende Durchschnitt lag über dem mittleren und langen und da die Volatilität offensichtlich ebenfalls angezogen hatte, war das Setup perfekt für einen erneuten Einstieg – einen Re-Entry.

Das veranlasst mich für den heutigen Blog zu untersuchen, ob diese Art Entry – also in die gleiche Richtung (long oder short), in der Woche direkt nach dem Exit besonders gut oder eher schlecht sind. Als Trendfolger rechnet man damit, dass nach einem Exit der Trend schon gedreht hat und ein Wiedereinstieg – in die gleiche Richtung – daher nicht möglich ist.

Dazu habe ich mir im wöchentlichen System die oben beschriebene Entries analysiert und bin zu den folgenden Ergebnissen gekommen.

Die Analyse verlief über 23 verschiede Märkte in einem Zeitraum von knapp 9 Jahren. Dabei kamen in der Summe 479 Trades zustande. Davon waren 186 (38,8%) Trades Gewinner und 293 (61,2%) Loser.

Im gleichen Zeitraum gab es 91 Trades mit den oben beschriebenen Merkmalen – das sind knapp 20% aller Trades. Dafür, dass ich dachte, dass diese Re-Entrys nur ab und zu vorkommen, zeigt die Analyse eine deutliche Quote – jeder 5. Trade ist ein genau solcher!

Von diesen 91 Trades waren 42 Gewinner – also 46% und 49 waren Verlierer – also 54%.

Das ist keine schlechte Quote. Der existierende unterliegende Trend ist in diesen Fällen scheinbar so stark, dass dieser selbst bei einem Rücksetzter oder Vola-Stop noch etwas weiter trägt.

Eine höhere Hit-Ratio als bei normalen Entries macht diese Art von Entry auf jeden Fall interessant.

Schaut man sich den durchschnittlichen Gewinn pro Trade an, kommt ein wenig Ernüchterung auf. Der durchschnittliche Gewinner-Trade erreicht mit 0,84R (R=Risikoeinheit) nur knapp das Doppelte vom durchschnittlichen Verlierer-Trade mit -0,48R.

Bei den normalen Trades sehen die Gewinner typischer Weise mit 1,5R deutlich besser aus. Die Verlierer sind zwar ebnefalls schlechter bei -0,60R. In der Summe kommen wir jedoch auf einen Wert vom 2,5 fachen.

Meine Erklärung ist, dass der vorherrschende Trend zwar stark ist – also Gewinner produziert – aber eben auch schon reif und damit nicht mehr so lange läuft. Außerdem werden die Re-Entries generell bei höheren Risiko und damit kleinerer Positionsgröße und weniger Leverage eröffnet. Damit muss sich der Markt um die die gleiche Performance zu erreichen deutlich weiter bewegen.

Im Mittel verdient man mit einem Re-Entry 0,14R und mit einem normalen Trade 0,22R.

Side-Kick: Es gab nur 7 Trades, die gleich in der Woche nach dem Exit eröffnet wurden, aber mit einer Gegenposition – also dem Wechsel von Long auf Short oder umgekehrt. Diese Trades hatten ebenfalls eine 50/50 Quote aber trotzdem negative durchschnittliche Erträge von -0,41R, da die Verlusthöhe die Gewinnhöhe deutlich überstieg.

FAZIT: Re-Entries sind gut! Wir können den bestehenden Trend noch eine Weile weiter reiten. Die Ausbeute ist nicht ganz so stark wie bei normalen Trades, aber immer noch positiv.

 

MAQS – Global Trend Following

Performance Februar

Der Februar war wie schon Eingangs beschrieben geprägt vom Crash gleich zu Beginn.

Über alle Risiko-Assets: Aktien, Rohstoffe, Währungen musste MAQS große Verlust verkraften. Einige wöchentliche Trades wurden sogar ausgestoppt – so z.B. USD/YEN und EuroStoxx50. Bei den ETF leideten die Aktien-Märkte besonders. Die Renten konnten sich anfangs stabilisieren, aber mit dem fallenden Bund und T-Note Future gab dann auch der Langläufer-ETF aus der Eurozone nach.

Am Ende stand für diesen Monat trotz Aufholjagd ein dickes Minus zu Buche. Der versuchte Ausbruch nach oben fand ein jähes Ende und neue Tiefstände wurden markiert.

Februar: -6,82%, seit Jahresanfang: -3,91%

Monatsupdate_201802

Signale des monatlichen Systems:

  • Verkauf von DAX

Das neue MAQS-Portfolio hält im März 2018 folgende Positionen:

Name ISIN Preis MAQS
DAXEX GY Equity DAX Aktien DE0005933931 107,58 0
EUNZ GY Equity EM Aktien IE00B8KGV557 24,98 300
IBCH GY Equity Welt Aktien IE00B441G979 50,91 290
IUS7 GY Equity EM Anleihen IE00B2NPKV68 90,90 0
IBCL GY Equity EUR Staatsanleihen IE00B1FZS913 228,14 100
XDBC GY Equity Rohstoffe LU0292106167 18,79 800
Gesamt in EUR     85,76
*Schätzung

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

Wikifolio: MAQS – Global Trend Following

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