Fonds-Fahr-Schule: Aktien

Fonds-Fahr-Schule: Aktien

Wilkommen zurück zur Fonds-Fahr-Schule.

In der heutigen Lektion wollen wir wieder einen Schritt weiter auf dem „Risiko-Rendite-Pfad“ nach rechts-oben rücken. Damit erhöhen wir das Risiko, aber auch die Rendite-Chancen unserer Anlagemöglichkeiten.

Risiko-Ertrag

Nach dem wir in den letzten Fonds-Fahr-Schulen uns nur mit den Schuldtiteln eines Unternehmens beschäftigt habe, kommen wir nun zum Eigenkapital bzw. den Aktien.

Aktien sind im Prinzip kleine Anteile an einem Unternehmen – um bei unserem Besipiel vom vorherigen mal zu bleiben – der BMW AG. Damit ist jeder Besitzer einer Aktie von BMW auch gleichzeitig ein Miteigentümer. Ihm gehört also ein Stück dieses Unternehmens. Damit hat der Miteigentümer bzw. der Aktionär auch alle Rechte und Pflichten eines Unternehmers.

Macht das Unternehmen einen Gewinn, so steht dem Aktionär entsprechend seines Anteils am gesamten Vermögen auch ein Teil des Gewinns zu. Ein Teil des Gewinns wird oft in Form von Dividenden an die Aktionäre ausgezahlt. Macht das Unternehmen einen Verlust, so ist der Mitweigentümer auch an diesem beteiligt.

Ein Blick in den Geshäftsbericht verrät uns: BMW hat im Jahr 2016 (leider gibt es noch keine aktuellen Daten von 2017) einen Gewinn von EUR 10,45 pro Stammaktie erwirtschaftet und konnte dadurch eine Dividende von EUR 3,50 auszahlen. Der Rest des Gewinns verblieb im Unternehmen und erhöhte den Buchwert.

Kleiner Einschub: Es gibt bei einigen Aktiengesellschaften Stammaktien und Vorzugsaktien. Generell haben Stammaktien ein Stimmrecht – man kann also zur Hauptversammung gehen und dort über die Vorschläge des Vorstandes mit abstimmen. Bei Vorzugsaktien besitz man kein Stimmrecht, wird aber typischer Weise mit einer höheren Dividende dafür entschädigt.

Aktien – insbesondere von großen Unternehmen wie BMW – werden täglich an der Börse gehandelt. Damit wird täglich der Wert eines Unternehmens bestimmt.

Woher wissen wir aber wieviel das Eigenkapital von BMW wert ist?

Das ist natürlich die Frage aller Fragen!

Wir können uns der Lösung prinzipiell auf zwei Wegen nähern:

  1. Fundamentaler Wert –  der Blick von innen
  2. Das Ergebnis einer Auktion – der Blick von außen

1. Fangen wir mit dem fundamentalen Wert an.

Wie wir eben festgestellt, haben hat der Besitzter einer Aktie einen Anspruch auf einen Teil des Gewinns die Dividende.

Nehmen wir weiterhin an, wir könnten perfekt vorhersagen, wie sich die Dividendenzahlungen in der Zukunft entwickeln werden.

Gehen wir vom aktuellen Wert heute aus und erwarten, das die Zahlungen bis in alle Ewigkeit erhalten. Damit sieht unser Zahlungsstrom wie folgt aus:

Jahr Dividende EUR Abzinsungsrate Barwert der Dividende EUR
0 3,5 5% 3,50
1 3,5 5% 3,33
2 3,5 5% 3,17
3 3,5 5% 3,02
4 3,5 5% 2,88
5 3,5 5% 2,74
3,5 5%
3,5 5% 0,00

Wie bei der Anleihe wird der Barwert des Zahlungsstromes durch Abzinsung (Diskontierung) ermittelt. Da wir schlecht bis in alle Ewigkeit rechnen wollen , haben findige Mathematiker für diesen Fall eine relativ einfache Formel gefunden.Das kommt uns bekannt vor, nicht? Sieht aus wie bei unserer Anleihe. Einziger Unterschied ist die offene Laufzeit. Bei einer Anleihe ist der Kupon – also der erwartete Zahlungsstrom – bis zum Laufzeitende bekannt.

Dabei kommt den Mathematikern zugute, dass die Zahlungen weit in der Zukunft zu heutigen Barwerten relativ klein sind. Damit sind diese für den aktullen Barwert unbedeutend.

Unterstellt man noch ein stetiges Wachstum dieser Dividende, landed man beim Gordon Growth Modell, oder auch Dividendewachstumsmodell oder Dividendendiskontierungsmodell.

Die Formel ist dann ganz einfach:

(1) Wert der Aktie = Dividende / (Abzinsungsrate – Wachstumsrate)

Ist die Wachstumsrate wie im ersten Beispiel = 0 ergibt sich:

(2) Wert der Aktie = Dividende / Abzinsungsrate

Damit erkennen wir, dass wir 2 neue Variablen schätzen müssen, um auf einen fairen Wert für die Aktie zu kommen.

Die Abzinsungsrate kann man als Verzinsung des Eigenkapitals ausdrücken. Gewöhnlich nimmt man dafür eine lang laufende Anleihenrendite z.B. 30J Bundesanleihe. Diese rentiert bei ca. 1,3%. Hinzu kommt die Risikoprämie (z.B. 5%), dafür dass die zukünftigen Dividenden deutlich unsicherer als die Kupon Zahlungen bei einer Bundsanleihen sind.

Damit ist die Abzinsungsrate bei 6,8% und der Wert von BMW leigt bei: EUR 55,56.

BMW hat in den letzten Jahren den Ertrag immer weiter gesteigert. Die Wachstumsrate lag im Mittel bei ca. 7,5%. Es gab aber auch schwierigere Zeiten und damit auch negatives Wachstum.

Glauben wir daran, dass BMW trotzdem mit einer Wachstumsrate von ca. 4% wachsen kann, dann erreichen wir mit unserer Formel einen Wert für die Aktie von BMW von EUR 152,17.

Das ist eine relativ große Spannbreite für einen fairen Wert – gar nicht so einfach!

2. Kommen wir zu unserer zweiten Methode.

Die Aktie von BMW wird aktuell bei einem Preis von EUR 94,- an der Börse gehandelt. Der Preis ist das Ergebnis einer Auktion. Auf der einen Seite stehen die Verkäufer, die den aktuellen Kurs für hoch erachten und verkaufen wollen. Die anderen sehen im aktuellen Kurs noch Potential für Wertsteigerung und wollen kaufen. Der aktuelle Börsenkurs ist der Kurs zu dem das Angebot und die Nachfrage aufeinander treffen.

Wir können von diesem Wert aus rückwärts uns fragen, welche Annahmen hinter dieser Bewertung stecken.

Stellen wir unsere Formel um, damit wir den Abzinsungsfaktor ermitteln können:

(3)  Abzinsungsrate (Dividendenrendite) = Dividende / Wert der Aktie

Mit den uns bekannten Werten errechnet sich damit eine Abzinsungsrate (Dividendenrendite) ohne weiteres Gewinnwachstum bei BMW von 3,7% bzw. eine Risikoprämie von nur 2,4%.

Jetzt kann man diese Abzinsungsrate oder Dividendenrendite von BMW mit den Renditen der anderen Aktien z.B. des Deutschen Aktienindexes (DAX) vergleichen.

Dadurch kann man zwar nicht den absolut richtigen Wert der Aktie bestimmen, aber die relative Attraktivität von BMW gegenüber den anderen. Eine hohe Dividenderendite signalisiert dabei generell eine günstigere Bewertung als eine niedrige Rendite.

Außerdem kann man die Dividendenrendite mit der Vergangenheit von BMW vergleichen und dabei sehen, was die Marktteilnehmer in der Vergangenheit bereit waren für die Aktie von BMW zu bezahlen.

Die Dividendenrendite gilt neben dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) als eine der wesentlichen Bewertungsparameter von Aktien am Kapitalmarkt.

Das KGV ist dabei nichts anderes als statt der Dividende pro Aktie den Gewinn pro Aktie zu verwenden. Das KGV wird auch als Multiplikator angegeben und nicht wie die Dividendenrendite als Zins.

Damit suchen Investoren generell Aktien mit möglichst geringen KGV, bzw. einer hohen Dividendenrendite.

Der Vollständigkeit halber wollen wir mit unserem Dividenden-Modell und der Annahme von 5% Risikoprämie bestimmen, welches Wachstum der Dividende von BMW die Investoren in den nächsten Jahren unterstellen, um den aktuellen Preis zu rechtfertigen.

Schnell in unsere Formel eingesetzt ergibt sich bei einem Preis von EUR 94 eine Wachstumsrate von 2,6% p.a. für die Zukunft.

Muss ich mir jetz Gedanken machen, welche Aktie für mein Depot das beste Investment ist?

Klare Antwort nein. Privatanleger müssen keine einzelnen Aktien kaufen – Geschäftsberichte durchforsten um die beiden oben beschriebenen Parameter abzuschätzen.

Dafür gibt es Profis, die nach der 1. genanten Methode versuchen den „inneren“ Wert einer Aktie zu bestimmen und diese dann kaufen, wenn der ermittelte Preis unterhalb des Marktpreises liegt. Fondsmanager sprechen dann von unterbewerteten Aktien. Aktien welche über dem „inneren“ Wert an der Börse gehandelt werden verkauft der Fondsmanager aus dem Depot.

Anhänger der 2. Methode – dem Blick von außen – würden darauf vertrauen, dass der an der Börse ermittlete Wert korrekt ist (der Markt hat immer recht – oder auch Theorie der effizienten Märkte).

Damit diskontiert der Markt mit dem richtigen Abzinsungsfaktor (der richtigen Risikoprämie) bzw. hat eine gute Vorstellung über den Wachstumspfad eines jeden Unternehmens. Zumindest vertraut der Anleger darauf, dass die Profis diese Parameter besser einschätzen können als er selbst.

Das dies nicht immer der Fall ist, sehen wir an den vielen Auf- und Ab an den Börsen.

Schaut man sich die Wertentwicklung über viele Jahre und verschiedene Börsenzyklen an, so erkennt man die deutlich bessere Performance von Aktien gegenüber dem Festgeld oder Anleihen.

Privatanleger sollten daher nicht auf den Mehrertrag (die Risikoprämie) aus Aktien gegenüber einem Festgeld verzichten. Auch im Fall von Aktien bieten sich Fonds zur bequemen Anlage an.

Was gab es heute in unserer Fonds-Fahr-Schule zu lernen?

  1. Aktien sind an Anteile von Unternehmen. Diese Anteile werden an einer Börse gehandelt.
  2. Für die Bewertung einer Aktie sind einige Parameter zu bestimmen. Der „richtige“ Wert hängt stark von den Annahmen über die Parameter ab.
  3. Da sich die Marktmeinung über die Wachstumsaussichten von Unternehmen bzw. die zukünftige Zinsentwicklung häufig ändert, schwanken die Preise von Aktien stärker als die von Anleihen.
  4. Der geduldige Privatanleger verdient langfrsitig eine Riskoprämie gegenüber dem Festgeld.
  5. Privatanleger können Aktien in Form von Aktienfonds kaufen.

 

MAQS – Global Trend Following

Performance Januar

Der Januar war ein guter Börsenmonat für MAQS. Nahezu auf allen Positionen konnte das Portfolio zulegen.

Wärend bei den ETF’s alle Positionen im Plus schlossen, konten zumindest im restlichen Portfolio bei Aktien und Öl gute Beiträge erzielt werden. Gold blieb etwas gemischt, die Währungen ebenfalls. Die Position JPY/USD verzeichnete deutliche Verluste, dafür gewann der EUR gegenüber dem USD. Auf der Rentenseite ein ähnliches Bild: Der Long im Bund Future verlor und die daruaf folgende Short Position im T-Note kompensierte die Verluste.

MAQS konnte sich ein wenig von den Tiefständen des letzten Jahres erholen und beendete den Monat im deutlichen Plus.

Januar: 3,04%, Seit Jahresanfang: 3,04%

Monatsupdate_201709

Signale des monatlichen Systems:

  • Kauf von EUR Staatsanleihen (+halbe Position)

Wie im letzten monatlichen Beitrag untersucht (und nachrichtlich erfasst) verzichten wir zukünftig auf den Handel der langen EUR Staatsanleihen und halten die Position dauerhaft.

Das neue MAQS-Portfolio hält im Februar 2018 folgende Positionen:

Name ISIN Preis MAQS
DAXEX GY Equity DAX Aktien DE0005933931 114,24 60
EUNZ GY Equity EM Aktien IE00B8KGV557 25,71 300
IBCH GY Equity Welt Aktien IE00B441G979 52,69 290
IUS7 GY Equity EM Anleihen IE00B2NPKV68 91,36 0
IBCL GY Equity EUR Staatsanleihen IE00B1FZS913 227,49 100
XDBC GY Equity Rohstoffe LU0292106167 19,15 800
Gesamt in EUR     91,96
*Schätzung

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

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