System Review und Verbesserung

Bei meinem wöchentlichen Review der generierten Signale im Preischart, kam mir die Idee einer Verbesserung des Systems.

Wie schon beim Pyramiding möchte ich diese Möglichkeit der Verbesserung des Systems im heutigen Blog-Beitrag evaluieren.

Um dies zu erreichen, möchte ich:

  1. Einen Vergleich auf der Zeitspanne von 2009-2017 machen (das aktuelle rollierende Zeitfenster) und
  2. auf die Anfänge von MAQS zurückblicken und den Test auf dem historischen Zeitraum von 2000-2008 machen. Über diesen Zeitraum sind die meisten Parameter bzw. Filter generiert (kalibriert) worden. Insofern ist die Analyse der Verbesserung über diese Zeitspanne eine kleine Zeitreise in die Anfänge von MAQS.

Wir beginnen wie immer das Feld von hinten aufzurollen:

1.  Der Verbesserungs-Idee

Ich trage die generierten Siganle jede Woche in meine Charts ein und tracke damit die Performance bzw. visualisiere ich diese. Ich ziehe immer ein Rechteck vom Beginn des Trades zum Close. Am Ende färbe ich die Rechtecke rot für einen Verlust und grün für einen Gewinn. Des Weiteren füge ich noch eine Zahl für R hinzu. Somit kann ich sehr schön sehen, wie sich das wöchentliche System im aktuellen Marktumfeld schlägt.

Dabei ist mir aufgefallen – erst jetzt – dass insbesonder die Trades gegen den Major Trend häufig Verlust-Trades waren. Da ich als Trendfolger im allgemeinen den Trends folgen möchte, ist das natürlich ein Unding.

Der Major Trend wird im wöchentlichen System als der längste gleitende Durchschnitt definiert. Steigt dieser, sind wir in einem Major-Up-Move, fällt dieser im Down-Move.

Meine Kaufsignale werden generiert, sobald der kürzeste gleitende Durschschnitt über dem längsten gleitenden Durchschnitt liegt. Für Verkaufssignale gilt genau das Gegenteil.

Bei dieser einfachen Art der Trend-Messung kann es jedoch vorkommen, dass der Major Trend noch fallend ist, aber der kurzfristige Trend bzw. der mitellfrsitige (spielt für das Entry-Signal keine Rolle) schon aufwärts gerichtet ist. Mit der Visualisierung der Signale zeigte sich jedoch, dass gerade diese Trades dann nicht die gleiche Qualität / Profitabilität besitzen, wie Signale mit dem Major-Trend.

Ein neuer Filter muss her!

Daraufhin habe ich mir meine Filter nochmal angesehen und einen ausgetauscht. Der Filter mit dem geringsten Impact – der Preis zeigt in Richtung des Trends – wurde deaktiviert. Anstelle dessen wurde ein simpler Vergleich des aktuellen langfristigen gleitenden Durchschnitts mit dem gleiche Wert der Vorwoche verglichen.

Lag der aktuelle Wert über dem der Vorwoche, steigt der Major-Trend, dann sind nur noch Long-Signale möglich. Liegt der aktuelle Wert unterhalb des Wertes der Vorwoche sind nur Short-Signale zulässig.

Gesagt getan:

Ran an den Code und die Veränderung auf der Testumgebung umgesetzt. Damit haben wir dann den direkten Vergleich mit der besthenden Modellierung.

2. Die Headline-Daten

Diese Veränderung wirkte ganz ordentlich. In der Tabelle sind die Daten für beide Zeiträume: Mit und ohne des neuen Filters aufgeführt.

2000 – 2008 2009 – 2017
Vorher Nachher Vorher Nachher
Ertrag 17,3% 17,8% 10,8% 11,8%
Regress. Ertrag 14,9% 14,9% 13,2% 14,3%
Risiko 16,1% 16,1% 12,9% 12,5%
Drawdown -17,3% -17,4% -13,1% -15,2%
Sharpe Ratio 1,08 1,10 0,83 0,95
MAR 1,00 1,03 0,82 0,78

Der Ertrag verbesserte sich deutlich für den aktuellen Zeitraum: 2009-2017 um ganze 100bp. Dies gilt nicht nur für den geometrischen Ertrag von Anfang bis Ende also Punkt zu Punkt, sondern auch für den Anstieg der Regressionsgeraden.

Regressions-Ertrag: Zur Systemevaluierung lohnt sich ein Blick auf den Regressionsertrag, da dieser deutlich weniger anfällig für zufällig günstige bzw. ungünstige Anfangs und Endzeitpunkte. Der Regressionsertrag ist der Mittlere Ertraf über den gesamten Zeitraum.

Im Zeitraum 2000-2008 führte der Filter nur zu geringen bis fast keinen Ertragssteigerungen. Auch die anderen Kennzahlen verbesserten sich nicht deutlich. Dies ist sicher ein Grund, warum in zu Beginn diesen Filter verworfen hatte – Ineffektivität. Wir kommen dazu gleich im nächsten Abschnitt, wenn wir noch einen Blick unter die Motorhaube werfen.

Auch die Sharpe-Ratio (Ertrag pro Risiko) verbessert um einiges. Der Ertrag steigt mit der neunen Methode und auch das Risiko geht etwas zurück. Kritischer zu sehen ist der höhere Drawdown von +3% zu sehen – die MAR (Ertrag pro Drawdown) leidet dadurch deutlich. Allerdings gab es in der Vergangenheit (im Zeitraum 2000 – 2008) schon höhere Drawdowns mit >17% und diese werden im neunen Zeitraum nicht erreicht.

Wie immer gilt im Allgemeinen ein höherer Ertrag geht of auch mit höheren Risiken einher.

3. Ein Blick unter die Motorhaube

Nach dem Blick auf die „Headline“-Daten, möchte ich noch einen Blick unter die Motorhaube werfen und weitere Kennzahlen evaluieren. Die Headline-Zahlen sind zwar prinzipiell schon ein gutes Set um auf den ersten Blick eine Einschätzung der Leistungsfähigkeit eines Systems zu erkennen. Für die Effektivität der gewählten Filter ist es jedoch m.E. besser noch weitere Analysen zu benutzen.

Als Erstes wollen wir uns die Wirkung der geänderten Filter auf die Anzahl der Trades anschauen:

2000 – 2008 2009 – 2017
Trades Vorher Nachher Vorher Nachher
Gesamt Anzahl 161 154 167 150
Ø R 0,48 0,51 0,30 0,36
Long Anzahl 84 86 71 68
Ø Laufzeit 20 19 25 24
Short Anzahl 77 68 96 82
Ø Laufzeit 11 11 8 8

Blicken wir auf die ersten beiden Zeilen der Tabelle, stellen wir fest, dass der gewünschte Effekt eintritt. Der Filter ist effektiv – er reduziert die Anzahl der Trades. In beiden zeiträumen geht die Anzahl zurück von 161 auf 154 und von 167 auf 150.

Weniger Trades sind prnzipiell besser, da dadurch entstehen weniger Trade-Fehler und Slippage und es müssen weniger Courtage/Kommission gezahlt werden.

Interessant ist, dass über beide Zeiträume eine ähnliche Größenordnung an Trades entstanden ist, obwohl die Märkte deutlich unterschiedlich reagierten und damit die Performance im zweiten Zeitraum ab 2009 auch unter der des ersten Zeitraums blieb.

Im Zweiten Zeitraum ist die Wirkung des Filters noch etwas deutlicher, da scheinbar öfters das eingangs beschriebene Setup: Signal gegen den Major-Trend auftrat.

Nicht zu vergessen, wurde ein Filter entfernt, der zusätzliche bzw. v.a. frühere Entries generiert.

Die durschnittliche Qualität der Trades wurde ebenfalls durch die neuen Filter verbessert. Im Alten Zeitraum nur gering von 0,48 auf 0,51, im neunen Zeitraum deutlich von 0,30 auf 0,36. Auch hier zeigen sich die Schwierigkeiten der Trendfolger in den letzten Jahren. Die durchschnittlichen R also der Ertrag pro Risikoeinheit war über den gesamten Zyklus hinweg deutlich tiefer als in ersten Zeitraum ab 2000.

Trennen wir die Trades in Long und Short Trades auf, so sehen wir v.a. weniger Short Trades. Das ist ökonomisch mit der Existenz von Risikoprämien zu bewerten. Es muss schon eine deutliche Gegenbewegung stattfinden, damit sich ein Trade auf der Shortseite lohnt.

Die durchschittliche Laufzeit der Trades wurde durch die neu eingestelltn Filter nicht sonderlich berührt.

Die zweite Tabelle schneidet die Trades etwas anders –  in Gewinner und Verlierer:

2000 – 2008 2009 – 2017
Trades Vorher Nachher Vorher Nachher
Gesamt Anzahl 161 154 167 150
Ø R 0,48 0,51 0,30 0,36
Gewinn Anzahl 77 78 65 63
Anzahl R>2 25 24 19 18
Ø R 1,58 1,50 1,62 1,64
Verlust Anzahl 84 76 102 87
Anzahl R<-1 11 7 13 13
Ø R -0,54 -0,50 -0,54 -0,56

Bei diesem Schnitt durch MAQS sehen wir die effektivität der Filter besonders: Es werden wesentlich weniger Fehltrades generiert, während die Anzahl der Gewinner nicht sonderlich betroffen ist. Einzig die Gewinner >2R fallen jeweils um 1.

Die Verlierer sinken deutlich. Insbesonders im aktuellen Zeitraum wirken die Filter. Die Abnzahl geht von 102 auf 87 zurück. Im ursprünglichen Zeitraum gehen die Verlierer ebenfalls stark zurück – von 84 auf 76. In diesem zeitraum fallen auch die Verluste mit R < -1 um deutliche 4 Stück (36%!).

Alles in allem sprechen die Zahlen für die neue Filtereinstellung.

Zum Abschluss noch ein Blick auf die langfristige Performance beider Varianten:

4. Das gesamte System im Langfristvergleich

MAQS_2000-2017_vorher_nachher

MAQS – Global Trend Following

Performance Oktober

Die Performance im Oktober war positiv.  Das Jahr bleibt zwar für Trendfolger weiter schwierig, aber das monatliche System ist rechtzeitig zum Aufschwung an den Börsen wieder zurück im Spiel. Nach anfänglichen hoch uhnd runter konnte der Aktienmarkt seinen Aufstieg fortsetzen – es follgten neue Hochs an den weltweiten Aktienbörsen.

Nach den Entscheidungen der Zentralbanker – allen vorran der EZB kamen auch die Anleihen wieder in ruhigeres Fahrwasser. Rohstoffe haben auch seit Monaten wieder Rückenwind.

MAQS entfernt sich diesen Monat ganz leicht vom Drawdown.

September: -1,36%, Seit Jahresanfang: -12,03%

Monatsupdate_201710.pngSignale des monatlichen Systems:

  • Kauf EM Aktien (+halbe Position)
  • Kauf EM Anleihen (+halbe Position)
  • zusätzlich leichtes Rebalancing w/ guter Performance der Aktien Welt

Das neue MAQS-Portfolio hält im November 2017 folgende Positionen:

Name ISIN Preis MAQS
DAXEX GY Equity DAX Aktien DE0005933931 111,57 60
EUNZ GY Equity EM Aktien IE00B8KGV557 23,99 300
IBCH GY Equity Welt Aktien IE00B441G979 48,46 290
IUS7 GY Equity EM Anleihen IE00B2NPKV68 96,96 40
IBCL GY Equity EUR Staatsanleihen IE00B1FZS913 225,38 100
XDBC GY Equity Rohstoffe LU0292106167 17,91 800
Gesamt in EUR     89,41
*Schätzung

Signale des wöchentlichen Systems:

  • Verkauf der Gold-Long-Position: Durch die Umstellung auf den neuen Filter entfällt diese Position. Konsequenter Weise wird diese auch gleich geschlossen.

 

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

Wikifolio: MAQS – Global Trend Following

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Wochenupdate 29. Oktober

Wochenupdate 29. Oktober

Der aktuelle Preis von MAQS ist nicht ganz korrekt. Der Rohstoff ETF LU0292106167 wird nicht korrekt im Portfolio angegeben. Der Schlusskurs war auf Xetra: EUR 18,25 im Portfolio wird der Fonds allerdings mit mit EUR 17,277 angezeigt. Bei 800 Stück  ist das ein Gegenwert von EUR 778,4. Das Portfolio wird aktuell mit EUR 90,27 bewertet, das entspricht einem Volumen von EUR 90.270 (1000 Anteile). Damit stellen die EUR 778,4 ca. 0,86% bzw. EUR 0,778 pro Anteil dar. Der Preis von MAQS sollte damit bei EUR 91,04 liegen.

Durch den falschen Preis des Rohstofffonds verliert MAQS verliert -0,47% in dieser Woche.

Der Kurs per 31.12.2016 lag bei EUR 103,031. Per letzten Freitag waren es EUR 90,27. Das entspricht einer negativen Performance von -12,39% seit Jahresanfang 2017.

MAQS – Global Trend Following

Signale des wöchentlichen Systems:

  • Long EuroStoxx50

Die genauen Trades findet Ihr im Wikifolio.

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Wochenupdate 22. Oktober

Wochenupdate 22. Oktober

Bei MAQS geht es wieder nach unten. Die Aktienmärkte sind weiter stabil nach oben unterwegs, aber die Positionen in Gold und EUR machen Sorgen. MAQS verliert -0,97% in dieser Woche.

Der Kurs per 31.12.2016 lag bei EUR 103,031. Per letzten Freitag waren es EUR 90,7. Das entspricht einer negativen Performance von -11,97% seit Jahresanfang 2017.

MAQS – Global Trend Following

Signale des wöchentlichen Systems:

  • Long Bund-Future
  • Long USD/JPY

Die genauen Trades findet Ihr im Wikifolio.

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Wochenupdate 15. Oktober

Wochenupdate 15. Oktober

MAQS schafft diese Woche eine deutliche Vorwärtsbewegung. Die Märkt haben sich etwas beruhigt – Zentralbanken halten still und Trends können sich entwicklen. MAQS gewinnt diese Woche mit +2,79% deutlich.

Trotz der kürzlichen Rückehr in Richtung des ursprünglichen Trendes wird die Position im T-Note geschlossen.

Der Kurs per 31.12.2016 lag bei EUR 103,031. Per letzten Freitag waren es EUR 91,58. Das entspricht einer negativen Performance von -11,11% seit Jahresanfang 2017.

MAQS – Global Trend Following

Signale des wöchentlichen Systems:

  • Schließen US T-Note 10J

Die genauen Trades findet Ihr im Wikifolio.

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Wochenupdate 08. Oktober

Wochenupdate 08. Oktober

Immer tiefer im Drawdown. MAQS bewegt sich weiter nach unten – diese Woche endet im Minus von -0,36%.

Der Kurs per 31.12.2016 lag bei EUR 103,031. Per letzten Freitag waren es EUR 89,09. Das entspricht einer negativen Performance von -13,53% seit Jahresanfang 2017.

MAQS – Global Trend Following

Signale des wöchentlichen Systems:

  • keine Signale

Die genauen Trades findet Ihr im Wikifolio.

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Fonds-Fahr-Schule: Anleihen

Fonds-Fahr-Schule: Anleihen

Vor ein paar Wochen habe ich an dieser Stelle meine Fonds-Fahr-Schule eröffnet und die erste Lektion drehte sich um das Sparbuch. In dem genannten Blog-Beitrag, hatte ich auch ein Rendite-Risiko Diagramm gezeigt.

Risiko-Ertrag

Heute soll es einen Schritt riskanter und auch ertragreicher werden. Wir behandeln den nächsten Punkt auf der Liste: Anleihen.

Wie schon in der Fonds-Fahr-Schule gesagt, ist das Sparbuch ein Kredit, den ich der Bank gebe. Mit meiner Einlage bei einem Kreditinstitut erhält die Bank Liquidität und ich bekomme (wenn auch wenig) Zinsen.

Damit sind wir schon bei der Anleihe.

Eine Anleihe ist ebenfalls ein Kredit. Dieser wird dem Emittenten der Anleihe gegeben. Im einfachsten Fall ist es eine Anleihe z.B. eines Unternehmens wie BMW.

Mit dem Kauf einer Anleihe geben wir BMW einen Kredit (Liquidität) und wir erhalten dafür einen Zins. Der Unterschied zum Kredit liegt darin, dass wir diesen Kredit in Form einer Urkunde handeln können. Wir können die Urkunde kaufen bzw. verkaufen. Die Urkunde wird gewöhnlich bei Banken bzw. an einer Börse gehandelt und hat täglich einen Preis.

Kaufen wir die Anleihe bei der Emission und halten sie bis zur Fälligkeit, dann ist der Preis zwischendurch nicht wichtig – wir kaufen zum Preis von EUR 100 und bekommen am Ende der Laufzeit EUR 100 wieder zurück. In der Zwischenzeit erhalten wir die versprochenen Zinsen – ganz wie bei unserem Sparbuch bzw. unserem Festgeld bei der Bank.

Das wichtigste ist zunächst einmal die Frage, wie sicher diese Anleihe ist.

Hatten wir beim Sparbuch noch darauf verwiesen, dass der Einlagensicherungsfonds bis EUR 100.000 bereitsteht jedem Sparer bei einer Bankenpleite zu unterstützen, so gibt es bei Anleihen keinen solchen (externen Schutz) für den privaten Anleger.

Institutionelle Anleger können sich über Credit Default Swaps (CDS) absichern, aber das führt an dieser Stelle zu weit und ist auch für die Anleihe selbst egal. Der CDS ist im Prinzip eine Versicherung die einspringt, falls das Unternehmen insolvent wird.

Zurück zur Frage der Bonität.

Vor dem Kauf sollte der Anleger die Bonität des Emittenten prüfen bzw. prüfen lassen. Eine erste Orientierung geben die 3 großen Rating Agenturen:  Moody’s, Standard & Poors und Fitch. Es gibt noch einige weitere, wie der Tabelle unten zu entnehmen ist. Diese spielen aber international bei der Bewertung von Anleihen nur eine untergeordnete Rolle.

Diese Ratingagenturen vergeben regelmäßig Noten in Form von Buchstaben für Anleihen bzw. Emittenten. Die Rating-Noten sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

ratingagenturen_ratingklassen

Den grünen Bereich nennen wir Investment-Grade Bereich – also alles von AAA – BBB-. Der orangefarbenen und roten Teil ist der Bereich der Hochzinsanleihen (High Yield).

In der letzten Fonds-Fahr-Schule hatten wir gelernt:

Rendite ist nicht alles – Sicherheit geht vor!

Dies gilt natürlich auch für Anleihen. Anleihen mit hohem Kupon (das ist der Zinssatz der Anleihe) bzw. mit hoher aktueller Rendite (das ist der Zinssatz unter Berücksichtigung des Erwerbskurses – dazu gleich später) haben in der Regel auch eine deutlich schlechtere Qualität und damit ein hohes Risiko nicht mehr, später oder nur zum Teil zurückgezahlt zu werden.

Anleihen lassen sich neben der Bonität auch in Unterkategorien einteilen. Unser obiges Beispiel der BMW Anleihe würde zu den Unternehmensanleihen gezählt und zwar zum Investmentgrade Bereich. Daneben gibt es Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich (Non-Investment Grade, oder High Yield).

Neben den Unternehmensanleihen existieren Staatsanleihen. Diese werden meist in Entwickelte Länder und Entwicklungsländer (Emerging Markets) unterteilt. Dabei ist generell davon auszugehen, dass Anleihen entwickelter Länder eine bessere Rating-Note haben als Anleihen aus den Emerging Markets.

Das dies nicht immer zutrifft, hat das Beispiel Griechenland deutlich gezeigt. Normalerweise befinden sich die großen Industriestaaten im Investment Bereich – Deutschland bekommt regelmäßig sogar die Bestnote AAA. Emerging Markets haben zum überwiegenden Teil Ratings im unteren Investmentbereich bzw. oft auch im Non-Investment Bereich.

Natürlich gibt es neben den Nationalstaaten auch Bundesländer, Regionen und Kommunen, die Anleihen begeben. Außerdem emittieren auch Institutionen wie die Europäische Investitionsbank (EIB) bzw. andere staatsnahe Institutionen wie die KfW in Deutschland. Hier gilt generell das gleiche wie über die Nationalsaaten gesagte.

Um es noch etwas komplizierter zu machen, haben Anleihen in der Kapitalstruktur der Unternehmen einen unterschiedlichen Rang. Dieser Rang bestimmt, welche Kupons zuerst gezahlt werden bzw. welche Anleihen im Falle von Schwierigkeiten des Unternehmens ggf. ausfallen. Hier wird unterschieden in erstklassige Anleihen und Nachränge. Das Konzept ist vergleichbar einem Grundbucheintrag eines Häuslebauers.

Die Bank die ganz oben in der Liste steht, wird zuerst aus der Insolvenzmasse (Haus) bedient alle dahinterstehenden werden dann in der weiteren Folge bedient.

Das Leben wäre zu einfach, wenn es nicht auch Ausnahmen geben würde. Die Ausnahme bilden die sogenannten Pfandbriefe.

Pfandbriefe werden in Deutschland von Pfandbriefbanken emittiert. Der Gläubiger – also wir die Käufer – muss sich jedoch nicht (in erster Linie) Gedanken über die Bonität der jeweiligen Emittentin machen.

Vielmehr sind die verpfändeten Rechte bzw. Werte im Pfandbriefpool  interessant. Sind dies Hypotheken, so sprechen wir von einem Hypothekenpfandbrief. Sind es wiederum Anleihen oder Kredite von öffentlichen Institutionen, Staaten, Länder etc. , dann ist es ein Öffentlicher Pfandbrief.

Üblicherweise besitzen diese Pfandbriefe ein gutes bis sehr gutes Rating (AAA – AA). Dies liegt daran, dass Pfandbriefe in Deutschland stark reguliert sind. Jede Transaktion von  Werten bzw. Anlagen im Pool  wird von einem Trustee (also einem unabhängig bestellten Verwalter – Notare / Anwälte etc.) begutachtet. Die Ratingagenturen verlangen höchste Sicherheit für Pfandbriefe. Sollten Mängel an der Qualität der gelieferten Werte bestehen, so muss die Bank zusätzliche Liquidität bereitstellen.

Dem Pfandbrief verwandt sind ABS – Asset Backed Securities. Auch diese Anleihen sind durch verschiedene Werte wie z.B. Hauskredite besichert. Im Unterschied zum Pfandbrief sind die emittierten Anleihen einem bestimmten Rang zugeordnet. Das ist wichtig bei der Frage der Zahlung der Zinsen – je höher der Rang desto eher besteht die Wahrscheinlichkeit für den Erhalt einer Zinszahlung. Gleichzeitig werden Verluste – also wenn z.B. die Hauskredite nicht so wertvoll sind wie gedacht – von unten nach oben verteilt. Dementsprechend sind die untersten Tranchen der ABS am gefährdetsten. Sie besitzen ein hohes Risiko, das die Zinszahlungen nicht reichen und an erster Stelle Verlust zu absorbieren. Deshalb haben diese Anleihen auch eine schlechtere Rating Note als die Erstrangigen.

Der Preis ist doch wichtig!

Hatten wir im ersten Schritt den Preis der Anleihe nicht beachtet, so wollen wir jetzt kurz den Zusammenhang zwischen Preis, Kupon und Rendite aufzeigen.

  1. Kaufen wir eine Anleihe bei EUR 100 mit einem Kupon von EUR 4 pro Jahr und halten diese für 10 Jahre, dann haben wir am Ende (so unsere Anleihe nicht ausfällt) bei einer Rückzahlung der EUR 100 eine Rendite von 4% p.a. erhalten.
  2. Kaufen wir die gleiche Anleihe für EUR 110 und halten diese wieder für 10 Jahre, dann haben wir nur eine Rendite von 2,84% p.a. erhalten. Zur besseren Vorstellung kann man sagen, haben wir die 4% aus dem Kupon erhalten und einen Verlust über die 10 Jahre von EUR 10 gemacht.
  3. Kaufen wir die gleiche Anleihe für EUR 90 und halten diese wieder für 10 Jahre, dann haben wir sogar eine Rendite von 5,31% erhalten. Auch hier gab es wieder eine Rendite aus dem Kupon von 4% und zusätzlich eine Wertsteigerung von EUR 10 in den 10 Jahren.
Jahr Zahlung 1. Beispiel 2. Beispiel 3. Beispiel
0 Kaufpreis -100 -110 -90
1 Kupon 4 4 4
2 Kupon 4 4 4
3 Kupon 4 4 4
4 Kupon 4 4 4
5 Kupon 4 4 4
6 Kupon 4 4 4
7 Kupon 4 4 4
8 Kupon 4 4 4
9 Kupon 4 4 4
10 Rückzahlung
+ Kupon
104 104 104
Rendite 4,00% 2,84% 5,31%

 

 

Muss ich mir das alles antun?

Klare Antwort nein. Es bleibt weiterhin die Möglichkeit ein Festgeld bei seiner Bank zu machen und darauf hoffen, dass die Zentralbanken der Welt bald die Zinsen erhöhen, damit auch vom Zinsertrag mehr als ein Eis für die Kinder im Jahr abfällt.

Meines Erachtens sollten Privatanleger keine einzelnen Anleihen kaufen. Neben den schon vielen genannten Parametern ist es zusätzlich für Privatanleger schwer zu einem guten Preis an Anleihen zu gelangen. Abgesehen von Staatsanleihen sehr guter Bonität (Deutschland, Frankreich, USA, Großbritanien etc.) sind Anleihen deutlich liquider als Aktien und selbst für Profis manchmal nicht einfach zu handeln.

Privatanleger sollten aber nicht auf den Mehrertrag aus Anleihen gegenüber einem Festgeld verzichten. Dazu können Sie Anleihen in Form von Fonds erwerben. Mit aktiven und passiven Fonds (ETF’s) stehen dem Anleger nahezu alle oben aufgeführten Varianten zu Verfügung. Es gibt Fonds für Staatsanleihen mit guter Bonität, Staatsanleihen von Emerging Markets,  Unternehmensanleihen mit guter Qualität und schlechter (High Yield), sogar spezielle Märkte wie Pfandbriefe und ABS werden abgedeckt.

Was gab es heute in unserer FondsFahrSchule zu lernen?

  1. Anleihen können von der Rendite attraktiver sein als das Sparbuch oder das Festgeld.
  2. Anleihen sind deutlich komplizierter als ein Festgeld. Viele Parameter Bonität, Rangfolge, Besicherungspool und nicht zuletzt das Zusammenspiel von Rendite und Preis sowie die Liquidität machen die richtige Auswahl für den Privatanleger schwierig.
  3. Anleihen kann man zum Glück in Form von Fonds kaufen. Es gibt für alle hier vorgestellten Anleihearten und verschiedene Bonitäten aktiv gemanagte Fonds und zunehmend auch ETF’s.

 

MAQS – Global Trend Following

Performance September

Die Performance im September war negativ.  Das Jahr bleibt für Trendfolger schwierig. Die Anleger an den Kapitalmärkten sind hin und her gerissen mit der Angst vor einer Überhitzung des Aktienmarktes und der Zinswende an den Rentenmärkten. Alle Augen sind wieder einmal auf die Fed bzw. EZB gerichtet. Dabei wächst die Wirtschaft global ganz ordentlich. Aber bei diesem Hin und Her kann kein Trendfolger erfolgreich arbeiten.

MAQS rutscht diesen Monat noch tiefer in den Drawdown. Anfänglich sah es so aus als würde zum Ende des 3. Quartals der Turn Araound geschafft, dann aber drehten die Märkte erneut und MAQS beendet den Monat im Minus.

September: -4,11%, Seit Jahresanfang: -13,22%

Monatsupdate_201709

Signale des monatlichen Systems:

  • Kauf DAX (+halbe Position)
  • Kauf der EM Aktien (+halbe Position)
  • Kauf von Rohstoffe (+halbe Position)

Das neue MAQS-Portfolio hält im Oktober 2017 folgende Positionen:

Name ISIN Preis MAQS
DAXEX GY Equity DAX Aktien DE0005933931 111,57 60
EUNZ GY Equity EM Aktien IE00B8KGV557 23,99 150
IBCH GY Equity Welt Aktien IE00B441G979 48,46 340
IUS7 GY Equity EM Anleihen IE00B2NPKV68 96,96 0
IBCL GY Equity EUR Staatsanleihen IE00B1FZS913 225,38 100
XDBC GY Equity Rohstoffe LU0292106167 17,91 800
Gesamt in EUR     89,41
*Schätzung

Signale des wöchentlichen Systems:

  • keine

 

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

Wikifolio: MAQS – Global Trend Following