Slot Maschine

Slot Maschine

Sehr oft wird die Börse verglichen mit einem Kasino!

Normalerweise soll mit solchen Vergleichen die ungehemmte Kraft der weltweiten Kapitalmärkte angeprangert werden. Im heutigen Blog möchte ich zeigen, dass wir abstrakt betrachtet tatsächlich eine Art Kasino betreten, wenn wir mit unserem Systemen an den Börsen kaufen und verkaufen.

Zuerst einmal eine Börse – war zumindest früher ab dem 16. Jahrhundert – ein Ort, an dem sich Geschäftsleute (Händler) trafen, um miteinander Geschäfte abzuwickeln. Dabei wurden Anteilsscheine an Unternehmen oder Schuldscheine (Anleihen) untereinander ausgetauscht. Das Ziel des Treibens folgte einem ökonomischen Nutzen – der optimalen Allokation von Kapital.

Dabei kamen die Händler aus reinem Selbstzweck zur Börse. Entweder weil sie im Besitz von Anteilsscheinen und Schuldscheinen waren, die sie gern verkaufen wollten, oder sie wollten Geld investieren. Alle Seiten versprachen sich von den Transaktionen ein gutes Geschäft – einen Gewinn.

Damit sieht man, dass es an der Börse wie im Leben viele verschiedene Wahrheiten gibt. Genau genommen hat jeder seine Eigene. Deshalb glaubt der Käufer an steigende Preise und der Verkäufer an zukünftig fallende. Die Börse lässt beide Individuen Ihre Wahrheiten leben.

Die Aussicht auf einen Gewinn ist sicher ein Grund für viele Menschen ein Kasino zu betreten. Natürlich gibt es auch viele Menschen die ein Kasino das erste Mal aus reiner Neugier betreten oder schlicht der Unterhaltung wegen.

Sie kommen mit Geld, welches sie in Kasino-Jetons tauschen, um damit an den Spieltischen oder Spielautomaten platz zu nehmen und Ihr Spiel zu machen. Sie setzen dabei auf Rot wenn sie der Überzeugung sind, dass Rot als nächstes kommt. Genau so viele setzen zur gleichen Zeit auf Schwarz, weil sie genau das Gegenteil (abgesehen von der 0) erwarten. Ihre eigene Wahrheit, wie an der Börse.

Wenn Sie immer mitschreiben, was sie augenblicklich setzen und gewinnen, bzw. mit welcher Strategie sie setzen, dann erkennen wir schon die Parallelen zum letzten Beitrag über unser Trading-Journal.

Es gibt eine Menge Spieler, die vorrangig Spiele spielen, die nicht nur von reinem Zufall abhängen. Bestes Beispiel ist sicher Black Jack. Die Spielregeln kann man relativ leicht bei Wikipedia finden. Wichtig an dieser Stelle ist, dass man durch das Zählen der Karten seine Chancen gegenüber der Bank verbessern kann.

Kennt man nun seine Chance auf einen Gewinn (Achtung! Immer noch kleiner 50%), so kann man durch geschicktes Setzen – im Trading nennen wir das Money Management – einen Vorteil gegenüber der Bank erarbeiten. Bei hoher Wahrscheinlichkeit fällt die Positionsgröße höher aus als bei kleinen Wahrscheinlichkeiten.

Aber zurück zu den Börsen, welche einem Kasino gleichen sollen.

Natürlich sind die Börsen heute schon längst kein abgeschlossener Raum mehr. Tatsächlich werden die großen Volumina auf elektronischen Plattformen der bekannten Börsen in New York, London und auch Frankfurt gehandelt. Ein nicht unwesentlicher Teil des Geschäftes wird heute abseits der Börsen gehandelt. Dort finden sich in den Handelsräumen der großen Banken schon kompensierende Order oder die Trades werden über neue elektronische Plattformen wie BATS (Better Automated Trading System), an dem ein Konsortium von großen Investmentbanken beteiligt sind, gehandelt.

Jede Woche gehe ich in mein Kasino.

Natürlich bewege ich mich dazu nicht von zu Hause weg, sondern schalte meinen Computer im Keller an. Wer jetzt glaubt ich würde damit ein Online-Kasino besuchen, der hat sich nochmal geirrt.

Mein Kasino sind meine beiden Handelssysteme – MAQS.

Aus der Vogelperspektive spiele ich das wöchentliche System jedes Wochenende bzw. exekutiere die Trades am Montag in dem einen Raum mit 8 verschiedenen Slot-Maschinen (Einarmige Banditen). Die 8 Slot-Maschinen sind in meinem Fall die Märkte die ich mit dem wöchentlichen System abdecke.

Also eine Slot-Maschine für jeweils einen Markt.

  • Aktien Euroland (EuroStoxx50)
  • Aktien USA (S&P500)
  • Renten Deutschland (Bund Future)
  • Renten USA (T-Note Future)
  • Rohöl der Sorte WTI
  • Gold
  • Währungspaar EUR/USD
  • Währungspaar JPY/USD

Einmal im Monat besuche ich noch einen weiteren Raum, mit anderen 6 Slot-Maschinen, um das monatliche System zu spielen.

Die 6 Maschinen entsprechen den ETF’s des monatlichen Systems:

  • DAX
  • MSCI Welt
  • MSCI Emerging Markets
  • Euro Staatsanleihen 10-30 Jahre
  • Emerging Markets Anleihen
  • Rohstoffe

Kurz nachdem ich das Kasino betreten habe, lasse ich mein Auswahl-Schema (das jeweilige System) laufen und bekomme die „Erlaubnis“ an einer der Slot Maschinen spielen zu dürfen.

Am ersten Handelstag darauf tausche ich mein Geld gegen Jetons, welche im jeweiligen Kasino zum spielen erlaubt sind. In meinem Fall erwerbe ich für die Slot-Maschinen des wöchentlichen Systems ein Zertifikat (mit WKN etc.) zum spielen.

Falls ich ein Zertifikat aus der Vorwoche besitze, welches zu einer Maschine gehört, mit der ich in der neuen Woche nicht spielen darf, tausche ich die Jetons wieder zurück in richtiges Geld (Euros) – ich schließe die Position bzw. verkaufe das Zertifikat.

Bei meinen monatlichen Besuchen im Raum 2 tausche ich nicht in Zertifikate, sondern in die oben genannten Fonds bzw. in ETF’s. Dabei kann es ebenfalls vorkommen, dass ich an einer der 6 Maschinen nicht weiterspielen darf und dann werden die ETF’s wieder in richtiges Geld zurück getauscht – also verkauft.

Das System berechnet anhand der Trendfolge Indikatoren jeweils einen guten Ein- bzw. Ausstiegszeitpunkt – ganz ähnlich wie beim Black Jack. Also eine long (Kauf) oder short (Verkauf) Position, wenn diese aussichtsreich erscheinen bzw. die Wahrscheinlichkeit für einen Gewinn groß genug erscheint.

Danach wird je nach Risiko bzw. Chance die Größe der Position ermittelt und dann „gesetzt“ – also gekauft oder verkauft.

Am Ende der jeweiligen Periode wird erneut gespielt und die Positionen werden entsprechend adjustiert.

Ganz abstrakt kommt es nicht mal genau auf die gehandelten Märkte an. Die Maschine benötigt nur eine Preis-Zeitreihe für die Analyse und es muss ein Instrument geben, das am Markt handelbar ist.

Dann steht dem „Spiel“ nichts im Wege.

Wichtig ist an dieser Stelle noch der Hinweis, dass das Kasino nach dem Besuch am Wochenanfang bzw. Monatsanfang geschlossen hat. Eingegangene Positionen bleiben für die gesamte Woche (respektive den gesamten Monat) aktiv im Portfolio.

Das hilft aus emotionaler Sicht enorm. Es verhindert, dass man jeder Marktaktivität hinterher rennt – das sorgt für mentale Beruhigung.

 

MAQS – Global Trend Following

Performance Februar

Die Performance im Februar zeigte sich etwas freundlicher. Anfangs erreichten wir zwar noch neue Tiefstände in diesem noch jungen Jahr. Nach der ersten Woche ging es dann aber mit neuen Positionen bergauf. Kurz vor dem Ende gab MAQS einige Punkte wieder ab.

Februar*: +1,52%, Seit Jahresanfang: -1,76%

monatsupdate_201702

 

Signale des monatlichen Systems:

  • Kauf einer ganzen Position EM Aktien (EUNZ)

 

Das neue MAQS-Portfolio hält im März 2017 folgende Positionen:

Name ISIN Preis MAQS
DAXEX GY Equity DAX Aktien DE0005933931 103,53 78
EUNZ GY Equity EM Aktien IE00B8KGV557 23,67 341
IBCH GY Equity Welt Aktien IE00B441G979 45,48 359
IUS7 GY Equity EM Anleihen IE00B2NPKV68 105,84 76
IBCL GY Equity EUR Staatsanleihen IE00B1FZS913 226,82 0
XDBC GY Equity Rohstoffe LU0292106167 18,39 879
Gesamt in EUR      101.095
*Schätzung

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

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