Kaffee & Trading

Kaffee & Trading

Ich bin eine „Kaffee-Tante“!

Ich trinke wahrscheinlich zu viel Kaffee. Zumindest trinke ich gern guten Kaffee und probiere auch gern neue Sorten und Geschmacksrichtungen.

Zu Besuch in Hamburg flanierten wir durch die Speicherstadt und trafen natürlich promt auf eines der meist gehandelten Produkte der Welt – Kaffee.

Wir unterbrachen unseren Spaziergang für den Besuch eines Cafés mit angeschlossenem Kaffee-Museum. Wir kamen gerade richtig – die nächste Führung begann in nur wenigen Minuten – Timing ist eben wichtig im Leben.

Alle in den Museums-Keller!

Im Untergeschoss wurden wir in die Welt des Kaffees aus Sicht der Hamburger Händler eingeweiht – natürlich alles von A wie Afrika bis Z wie Zubereitung.

Dabei gab es einige Lektionen zu lernen:

  1. Die Dinge haben ihren Ursprung nicht immer wie gedacht.
  2. Die Dinge sind oft komplizierter als gedacht.
  3. Die Dinge mit guter Qualität haben ihren Preis.
  4. Die Dinge Kaffee trinken und Kaffee traden sollte man nicht verwechseln.

1. Fangen wir mit dem ersten Punkt an:

Heute stammen wahrscheinlich die größten Exporteure aus Lateinamerika.Der Kaffee kommt jedoch ursprünglich aus Afrika und alle weltweiten Anpflanzungen sind nur Züchtungen bzw. Ableger des afrikanischen Kaffees.

Das hat seinen Grund in der Monopolstellung der Araber (daher der Name der Sorte Arabica). Die Europäer versuchten das Monopol zu unterlaufen indem sie auf der ganzen Welt Kaffee in ihren Kolonien anbauten.

An der Börse werden die Kaffee Futures heute rund um den Globus gehandelt:

  • Brazilian Mercantile and Futures Exchange (BM&F)
  • Intercontinental Exchange (ICE)
  • Kansai Commodities Exchange (KEX)
  • Multi Commodity Exchange (MCX)
  • National Commodity and Derivatives Exchange (NCDEX)
  • Singapore Commodity Exchange (SICOM)
  • Tokyo Grain Exchange (TGE)
  • NYSE Euronext

Für mein Handelssystem hatte ich mir kurzfristig auch den Kaffee-Future angeschaut. Aus verschiedenen Gründen (u.a. hohe Contango – Rollverluste bei Long-Position) habe ich mich gegen die Agrar- bzw. Genuss-Rohstoffe entschieden.

Nebenbemerkung:
Der moralische Aspekt hätte mich nicht abgehalten. Ich bin nicht davon überzeugt, dass der Handel an den Börsen Preise besonders verteuert. Ganz im Gegenteil sehe ich den Preis an den Börsen als Signal an Konsumenten und Produzenten das Angebot oder die Nachfrage anzupassen.
Damit sorgen hohe Preise regelmäßig für mehr Angebot und führen damit zu niedrigeren Preisen in der Zukunft.

2. Der Kaffee geht durch viele Hände:

Bevor wir eine Tasse Kaffee oder Espresso trinken können sind viele Arbeitsschritte notwendig.

Allein das Pflücken geht für eine gute Qualität nur manuell und verschlingt viele Stunden. Als nächstes folgt das entfernen der Kirsche mit anschließender Fermentierung.

Danach werden die Bohnen getrocknet und erneut sortiert. Erst wenn der nötige Reinheitsgrad erreicht ist, werden die Bohnen geröstet und verpackt.

Bei mir werden Sie noch gemahlen in den Siebträger gepresst und dann kann der Kaffee gebrüht werden.

3. Qualität bestimmt den Preis:

Auf jeder der eben beschriebenen Stufen kann die Qualität ein Stück weiter erhöht werden. Jedoch ist der gesamte Prozess aufwendig – manuell – und trotzdem landet der Kaffee zu einem relativ geringen Preis zum Schluss in der Tasse.

Das der Kaffee aus dem Supermarkt nicht der Qualität direkt beim lokalen Röster entspricht, war mir schon klar. Zu erkennen wieso genau, fand ich sehr spannend.

Im Wesentlichen liegt es an der Reinheit der Sortierung, am gewählten Prozess der Fermentierung und Röstung. Bei diesen wird entschieden, welche Aromen zum Schluss im Kaffee zu finden sind und das ist entscheidend für den Preis.

4. Kaffee trinken und traden sollten nicht verwechselt werden:

Auch wenn ich aktuell keine Kaffee-Futures handle, so helfen beim traden die gesamten Fakten in Punkto Qualität wenig – beim traden zählt nur der Preis.

Die Standardisierung der Future führt zu einigermaßen gleicher Qualität, welche bei Auslaufen der Kontrakte zu liefern ist.

Beim Trading geht es aber sowieso nicht darum, ob der Preis der gelieferten Qualität entspricht oder nicht. Es geht nur darum, den Trade in Richtung er Preisbewegung aufzunehmen und darauf zu setzen, dass die Bewegung noch ein wenig anhält – Trendfolge.

Tut sie das nicht, dann sind wir vorbereitet! Das System generiert ein „Close“ Signal oder der Stop Loss wirft uns etwas unsanft aus dem Verlust-Trade.

Bei jeder Tasse Espresso, werden ich jedoch mit dem gesammelten Wissen an alle die Arbeitsschritte denken und das Engagement und die Anstrengungen bei der Herstellung würdigen. Ich bezahle gern einen höheren Preis, wenn sich die Qualität dadurch verbessert.

MAQS – Global Trend Following

Immer noch im Drawdown! Jetzt werden die ersten Verlust-Trades geschlossen.

Signale des wöchentlichen Systems:

  • Verkauf der Long Gold Position
  • Verkauf der Long T-Note Position
  • Neu: Short EUR/USD

 

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

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