Room Escape

Diese Woche habe ich zum ersten mal einen Escape Room mit einigen Mitstreitern besucht.

Als ich davon das erste mal gehört habe fiel mir gleich das Spiel Cluedo ein. Das Spiel ist schon etwas betagt, aber hat sicher nichts von seinem Reiz verloren. Durch unterschiedliche Kombinationen mit Ausschlussverfahren etc. den Mörder / Dieb etc. zu fassen macht auch heute noch Spaß.

Das Brettspiel wurde de facto in einen bzw. mehrere Räume überführt und bietet damit noch etwas mehr Möglichkeiten auf Sherlock Holmes Spuren zu wandern.

Eine weitere Ähnlichkeit besteht zu Adventure Spielen a la Monkey Island, Zack MacKracken, Dot oder ähnlichem.

Für alle die noch nicht wissen, was ein Escape Room macht eine kleine Einführung:

  1. Ein Escape Room ist ein abgeschlossener Raum bzw. Räume.
  2. Die Räume sind thematisiert – wir waren z.B. in einer Galerie
  3. Man spielt typischerweise als Gruppe von ca. 5 Personen.
  4. Man spielt gegen die Zeit – wir hatten 1h um den Raum zu verlassen, da sonst der Wächter uns in der Galerie erwischen würde.
  5. Es geht darum den Schlüssel für die Tür zu finden.
  6. Dafür müssen mehrere andere Schlösser durch Rätsel gelöst werden.
  7. Deren „Zutaten“ befinden sich im Raum und müssen gesucht bzw. durch Logik erschlossen werden.
  8. Wenn alles schief geht, gibt es auch kleine Hinweise vom Personal.

Neben den eigentlichen Rätseln ist es ebenfalls interessant die Vorgehensweisen der Spieler zu beobachten.

  1. Wie verhalten diese sich bei Stress (Zeitdruck)?
  2. Versuchen sie logisch oder heuristisch an die Lösung der Rätsel zu gehen?
  3. Wie läuft die gesamte Gruppendynamik, gibt es einen Leader, oder herrscht Chaos?
  4. Werden alle mitgenommen?

Ohne zu wissen, was optimal in der Situation war, sind mir jedoch einige Dinge aufgefallen. Einige davon würde ich versuchen beim nächsten mal besser zu machen.

Vor dem Raum

Fangen wir mal damit an, dass vor lauter Spannung die Gruppe bei der Einführung durch das Personal nur halb hinhört und dort schon die ersten Hinweise überhört werden.

Hier sollte man versuchen – aufmerksamer zu sein und ggf. nochmal die wichtigsten Fakten wiederholen bzw. sich innerhalb der Gruppe nochmals zu versichern. Bei uns ist völlig durch gerutscht, dass wir in einem Dunklen Raum sein sollten und nur mit den Taschenlampen arbeiten sollten.

Das hätte einerseits die Spannung erhöht und andererseits uns auch ermöglicht das Schwarzlicht besser zu nutzen.

Im Raum

Alle stürzten in den Raum und bevor ich meine Tasche am richtigen Ort hatte suchte schon die gesamte Gruppe nach Hinweisen. Eine kurze Abstimmung über das Vorgehen war damit nicht mehr möglich. Das „Losstürmen“ brachte dann auch schnell Erfolge, da Teppiche hoch gehoben wurden Klappen geöffnet, unter Tische und hinter Bilder geschaut wurde. Dabei wurden dann schon die ersten Code-Bruchteile eingesammelt.

Im Vergleich mit dem Adventure , in dem man oft allein spielt, macht man die gleichen Dinge oft doppelt. Ich habe gar nicht mitgezählt, wie oft wir alle hinter das gleiche Bild geschaut haben oder wie oft der Teppich gewendet wurde.

Das hätte mit ein wenig mehr Koordination vielleicht Zeit gespart.

Nachdem wir eine Schwarzlicht-Taschenlampe gefunden hatten, wurde ständig das Licht ausgeschaltet. Anfänglich wurde noch gefragt, dann nur noch angekündigt und zum Schluss wurde das Licht einfach ohne Vorwarnung ausgeschaltet.

Das führte zu Glück nicht zu Unfällen, verzögerte jedoch manche Lösung. Wir hatten zwar Taschenlampen bekommen, jedoch lagen die natürlich bei „Licht aus“ nicht gerade im Griffbereich. Eine Suche war demnach auch unmöglich.

Auch an dieser Stelle hätte ein mehr an Koordination die Lage entspannt.

Die Uhr tickte ständig weiter

Keiner hatte die „offizielle“ Aufgabe die Uhr im Blick zu halten. Ich erinnere mich, das erste mal auf die Uhr zu sehen, nachdem eine halbe Stunde vorbei war. Mich beschlich kurz das Gefühl, dass wir uns verzetteln und die Lösung verpassen. Dann griff mich wieder die allgemeine „Rätsel-Stimmung“ auf und ich war wieder im Fluss.

Wir hatten einen Tresor zu öffnen. Das Problem war, dass wir die Zahlenkombination nicht kannten und noch schlimmer nicht genau wussten wie viele Zahlen wir eingeben mussten. Hinzu kam, dass nach 3 Fehleingaben die weitere Eingabe um 5 Minuten verzögert wurde.

Einer der Teilnehmer hatte eine Theorie, war sich jedoch nicht sicher, ob diese funktionieren würde. Ich hörte mir die Theorie an, fand diese genauso plausibel wie jede andere und gab dann nur zu bedenken, dass weiteres Beratschlagen nicht zum Ziel führt. Wir hatten hier eine Entscheidung unter (nahezu) Unsicherheit zu tun. Der fehlende Hinweis auf die Anzahl der Zahlen erhöhte die Fehlerquote enorm.

Mein Ratschlag war, einfach anzufangen die Theorie zu probieren. Je eher desto besser. Selbst wenn wir nach 3 Fehleingaben warten müssen, so hatten wir noch genügend Zeit.

Gesagt getan – Zahlen eingegeben – Tür lies sich nicht öffnen. Damit war klar, die Theorie war nicht zu gebrauchen. Wir hatten damit genügend Zeit nach einer neuen Lösung zu suchen.

Interessanter Weise schien der Mitstreiter vom Scheitern seiner Theorie nachhaltig beeindruckt bzw. beeinflusst. Selbst nachdem wir die richtige Lösung gefunden hatte, hing der Teilnehmer an diesem „Verlust“ und war für die Lösung der restlichen Rätsel de facto nicht mehr verfügbar.

Das ist ein bekanntes Phänomen – auch beim Trading. Der Verlust einer Position blockiert das Denkvermögen, die Kreativität. Alles dreht sich nur noch um die Frage wie man selbst scheitern konnte und die korrekte Lösung die natürlich im Nachhinein offensichtlich war nicht früher gesehen hat.

Ende Gut, Alles Gut

In den letzten Minuten bekamen wir ein paar Hinweise vom Personal. Dabei stellten wir fest, dass z.B. der schon einmal untersuchte Tisch nochmals genauer untersucht werden musste – sicher dem Chaos geschuldet.

Wir hatten dann schon die richtige Lösung, scheiterten jedoch am Schloss. Wenn man weiß, dass es nur an der Eingabe des Codes lag und nicht am System, dann ist das kein Problem. Man gibt den Code einfach nochmal in Ruhe ein und ist fertig.

Wenn man jedoch das System nicht kennt, kann man den Fehler auch nicht auf die Mechanik des Schlosses reduzieren. Damit probierten wir erst einmal einige weitere Lösungen aus, bis wir vom Instructer nochmal auf die schon probierte Lösung geleitet wurden.

Das Schloss hatte einen Reset-Mechanismus. Leider gab das Schloss kein Feedback, ob der Reset erfolgreich war oder nicht. Das machte es bei unseren Tests so schwer – erinnerte mich im Nachhinein ein wenig an Dietrich Dörner.

Mit dem Gong-Schlag hatte wir alle Rätsel nach 1h gelöst und kamen frei.

Beim nächsten mal versuche ich einige der oben beschrieben Dinge besser zu machen.

MAQS – Global Trend Following

Zu meinem System kann ich nur sagen: Der Drawdown hällt an – sit tight!

Signale des wöchentlichen Systems:

  • keine

 

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

2 Gedanken zu “Room Escape

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