Monatsupdate Oktober

Wie immer am Ende des Monats ein kurzer Blick auf die Performance Daten. Das Portfolio ist noch immer im Drawdown und der Monat Oktober hat einiges an Performance gekostet.
Portfolio: -6,62%, damit steht das Portfolio seit Jahresanfang bei +4,02%*.
Wikifolio:  -6,02%

MAQS – Global Trend Following

Signale des monatlichen Systems:

  • Verkauf der iShares EUR Gov 15-30Y Position
  • Verkauf einer halben Position im DB OY Commodity ETF
*Revidierte Basis vom Vormonat

 

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Niedrige Zinsen – Teil 1

Niedrige Zinsen – Teil 1

Durch die niedrigen Zinsen wachsen die Sparvermögen in Deutschland langsamer. Hinzu kommt, dass die Baby-Boomer gerade beginnen in Rente zu gehen – dadurch einerseits diese von ihren Eltern die Geldvermögen erben bzw. ihre eigenen Ersparnisse aus z.B. Lebensversicherungen fällig werden.

Beide Summen suchen nach geeigneten und möglichst risikolosen Anlagen. Die risikolosen Zinsen sind jedoch weltweit gerade relativ niedrig und für Deutschland auf historischen Tiefständen.

Erklärungen dafür gibt es viele – nicht zuletzt sind die Baby-Boomer selbst Teil des Problems. Es gibt diese nicht nur in Deutschland, sondern mehr oder weniger mit leichter Zeitverzögerung in der gesamten westlichen Welt inkl. Japan.

Damit sucht weltweit diese „Nachkriegsgeneration“ nach einer attraktiven Geldanlage.

Gleichzeitig wächst die Welt nach der globalen Finanzkrise ein wenig langsamer, was die Anlagemöglichkeiten einschränkt. Die Finanzkrise ist nicht nur ein Problem der Banken, sondern ist sicher auch nur ein Symptom der oben beschrieben Zusammenhänge.

Dieses Missverhältnis von einem massiven Überhang der Anlagegelder vs. der verfügbaren Anlagen bezeichnete ein amerikanischer Notenbanker als die große Geldflut („Savings Glut“).

Die Banken und andere Finanzinstitute haben dass gemacht, was heute den Anlegern auch geraden wird: Das Risiko zu erhöhen!

Das funktioniert bei einer Finanzinstitution relativ einfach – der Verschuldungsgrad steigt und damit lassen sich aus kleinen Differenzen über hohe Volumen ordentliche Gewinne erzeugen. Das dies natürlich ein zweischneidiges Schwert ist, ist nach der Finanzkrise vielen klar geworden – Ertrag und Risiko hängen eben irgendwie zusammen.

Nun hat die Politik ein Problem – oder eigentlich zwei Probleme. Sie versteht die Zusammenhänge nicht vollständig und muss sich gegenüber Ihren Wählern rechtfertigen.

Das führt dann zu seltsamen Regulierungsanforderungen, welche weniger dem nudge Ansatz folgen, sondern einfach normative Vorgaben machen. Ergebnis sind dann ungewollte Konsequenzen, wie z.B. eine massive Reduktion der Bilanzsummen – eingeschränkter Kreditvergabe etc. seitens der Banken.

Was soll oder kann der Anleger tun?

Wie im letzten Post gezeigt hilft es sich zuerst über die eigene Situation im Klaren zu sein:

  • Wo komme ich her?
  • Welche Voraussetzungen bringe ich mit?
  • Wo will ich hin?
  • Wie lange soll das dauern und
  • welche Rückschläge bin ich bereit hinzunehmen?

In einer kürzlich im TV ausgestrahlten Dokumentation wurde das Problem der tiefen Zinsen behandelt.

Fest steht, die Banken können sich den Zins auch nicht aussuchen – sind sogar selbst Opfer der niedrigen Zinsen. Banken verdienen bekanntlich an der Zinsdifferenz aus Kreditzins minus Anlagezins einen Teil des Geldes.

Wenn die absoluten Beträge jedoch zunehmend sinken, dann kann die Marge nicht aufrecht erhalten werden. Dies führt dann zu einer Aufgabe von unprofitablen Geschäftsteilen – Bilanzreduktion. Ein weitere Effekt ist, dass die Kreditzinsen im Vergleich zu den Anlagezinsen steigen, was wiederum die Nachfrage nach Krediten weiter einschränkt.

Der Beitrag im TV stellte einige dieser Baby-Boomer vor. Alle hatten das gleiche Problem, dass Ihr bisher beschrittener Weg der Sparanlage nicht mehr zu vernünftigen Erträgen führte.

Ist der niedrige Zins eigentlich ein Problem für die Anlage?

Sieht man die Situation von einer anderen Seite, so haben alle die heutigen Vermögen durch die bisher auskömmlichen Zinsen relativ risikolos verdienen können. Einige von Ihnen hatten geerbt, dann verdienten die Generationen vor ihnen durch das (risikolose) Sparen dieses Vermögen.

In absoluten Beträgen hatten Sie früher weniger Volumen, dafür höhere Zinsen und heute eben höhere Volumen und niedrige Zinsen. Der Ertrag hat sich in realen Größen ggf. gar nicht verändert.

Alternativen gibt es immer – in jeder Zinslandschaft.

In der Doku wurden einige Überlegungen der Protagonisten aufgezeigt. Diese reichten von weiter so und abwarten bis hin zur Anlage in spezielle Sachwerte wie Wald, Goldmünzen und Whisky.

Da zwischen lag dann Weltsparen bzw. die Investition in dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtete SRI-Fonds.

Abwarten klingt zuerst langweilig, folgt jedoch den bekannten Produkten. Wenn die Risikotoleranz sehr gering ist, dann muss man sich eben auch mit den geringen Erträgen zufrieden geben.

Die Investition in SRI-Fonds bringt auch rein rational keine höhere Rendite, hilft jedoch über die kleinen Erträge mit einem gutem Gewissen hinweg. Hier werden neben den rein finanziellen auch die sozialen Bedürfnissen befriedigt.

Nicht vergessen darf man allerdings, dass auch SRI-Aktienfonds in erster Linie Aktienfonds sind und auch ein ähnliches Risikoprofil aufweisen.

Weltsparen klingt auf den ersten Blick ganz smart. Aber Vorsicht. Niemand hat etwas zu verschenken. Entweder kauft man sich die höhere Rendite mit Währungsrisiken oder mit Bonitätsrisiken. Die Bonitätsrisiken sollten allen Anlegern nach der Pleite der Islands Banken vor Augen sein. Auch einige der osteuropäischen Banken könnten die Liquidität nötiger haben als andere. Hier gilt „Return of Investment“ ist wichtiger als der „Return on Investment“.

Investitionen in Sachwerte sind m.E. auch problematisch. Das in der Doku besprochene Wald-Investment sollte eine Rendite von 2-4% abwerfen. Das klingt nicht gerade wie der 6er im Lotto. Dagegen bindet man sich auf Jahre in eine am Ende illiquide Anlage.

Natürlich werden aktuell allerhand verschiedene Sachwerte gehandelt. Oft besitzen die Verkäufer deutlich bessere Einsichten in die Werthaltigkeit der Anlage als Finanzinvestoren, die nur nach Rendite jagen. Da unterscheiden sich die Anleger dann selten von den Banken, denen das in der Finanzkrise zum Verhängnis wurde und denen heute dieses Verhalten heute vorgeworfen wird.

Nicht zu unterschätzen ist die Liquidität solcher Anlagen in einigen Jahren in der Zukunft. Sollten die klassischen Anlagen wie Aktien und Renten wieder an Attraktivität gewinnen, dann entweicht auch die Liquidität aus den Sachanlagen sehr schnell.

Nur wer wirklich unternehmerisch tätig sein will, sollte sich mit solchen speziellen Sachanlagen beschäftigen. Als reine Finanzanlage sind diese Investments m.E. ungeeignet.

Warum verkauft der bisherige Waldbesitzer und was macht dieser mit dem Geld? Muss er den Verkaufserlös nicht ebenso niedrig verzinst anlegen?

Nach der ökonomischen Lehre errechnet sich der Faire Wert einer Investition aus den abgezinsten Zahlungsströmen (Cash Flows) der Zukunft. Die Diskontierungsrate wird bestimmt vom aktuellen Zins zuzüglich eines angemessenen Risikoaufschlages.

Zins vs. fairer Wert:

Damit ist klar, dass der Faire Wert der Anlage direkt vom Zins abhängt. Ist der Zins und damit die Diskontierungsrate hoch, dann ist der heutige Wert des zukünftigen Zahlungsstromes gering. Mit fallenden Zinsen stiegt der heutige Wert der zukünftigen Cash Flows. Für den Teil des Wertes der auf dem risikolosen Zins beruht ist es somit völlig irrelevant, ob ich in die Sachanlage investiere oder zum risikolosen Zins anlege.

Der Risikoaufschlag könnte aktuell zu gering sein:

Der Verkäufer wird verkaufen, wenn er für sich das Risiko des Weiterbetriebes gegenüber der zukünftigen Anlage des Verkaufserlöses höher einschätzt. Da der Verkäufer wie oben beschrieben jedoch mehr über die Sachanlage weiß als der Finanzanleger, kann man sicher sein, wer den großen Teil der Risikoprämie abschöpft.

Unter Finanzprofis ist dieser Mehrertrag als Liquiditätsprämie schon lange bekannt wird aber gern in üblicher Berichterstattung unterschlagen.

Kommen wir noch einmal auf den SRI-Fonds bzw. auf klassische Aktienfonds zurück. Der Vorteil dieser Anlagegattung und auch andere herkömmlicher Segmente ist die hohe Liquidität. Diese ermöglicht dem Anleger und dem Verkäufer zu jeder Zeit einen einigermaßen fairen Preis für die Investitionen. Jeder Käufer ist nach erfolgreicher Transaktion ein potentieller Verkäufer.

Diesen Vorteil sollte man bei der Geldanlage beachten.

Fortsetzung folgt …

 

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Große Auswahl und doch keine Entscheidung!

Große Auswahl und doch keine Entscheidung!

Im Urlaub habe ich Zeit in meiner Podcast Bibliothek zu stöbern. Dabei bin ich auf einen Podcast von Michael Covel mit Barry Schwartz aus dem Jahr 2014 gestoßen.

Barry Schwartz ist ein Psychologe und Autor. In seinem Buch „The Paradox of Choice“ und auf TED vertritt Barry die These, dass eine große Wahlmöglichkeit nicht notwendigerweise zu besseren Entscheidungen führt.

Um es gleich vorwegzunehmen führt eine zu große Auswahl vor allem zum „Nicht-Entscheiden“ und Unzufriedenheit mit der dann getroffenen Entscheidung.

Barry’s These widerspricht damit jeder von Ökonomen postulierten Ratio. Demnach sollte eben gerade eine sehr granulare Auswahl an Möglichkeiten und Handlungsoptionen die bestmögliche Allokation zur Befriedigung der individuellen Bedürfnisse führen.

Vor Jahren hörte ich mal den Spruch:

Es ist besser sich hinterher für eine Fehlentscheidung zu entschuldigen, als keine Entscheidung zu treffen.

Das wir alle tagtäglich Entscheidungen zu treffen haben ist wahrscheinlich vielen klar. Manche sind weitreichend und manche relativ simpel. Mal entscheiden wir aus dem Bauch (Giegerenzer) und manchmal ganz rational wie Kahneman vorschlägt.

Wie wir die Entscheidung fällen, hatte ich schon in einem der vorherigen Blog-Beiträge thematisiert. Heute soll darum gehen, welchen Einfluss die Ausgangsgröße – Anzahl der Möglichkeiten – auf die Entscheidung hat.

Sicher wird der eine oder andere schon bei seinen täglichen Entscheidungen festgestellt haben, wann ihm die große Auswahl an Produkten oder generell Optionen hilft und wann eben nicht.

Spielen wir die Situation im Supermarkt durch:

Wir wollen Marmelade kaufen, haben aber keine genaue Präferenz – auf jeden Fall lecker soll sie sein!

Mit diesen wagen Vorgaben sind wir beim Aldi nach 10 Minuten wieder raus – es gab genau 3 Stück: Erdbeere, Waldfrucht und Aprikose. Die Wahl viel auf Waldfrucht.

Gehen wir zu einem Vollsortimenter, dann könnte der gleiche Vorgang schon mal 20 Minuten dauern.

Warum?

Nun neben den 3 Sorten Erdbeere, Waldfrucht und Aprikose gibt es auch noch Himbeere, Brombeere, Kirsche etc. Neben der Auswahl der Sorte muss auch noch über den Hersteller –  mindestens 3 und die Größe des Glases entschieden werden.

Da kommt man mit einem Abzählreim schon an seine Grenzen.

Außerdem führt die große Auswahl dann zum Frust, da ich natürlich gern die Kirsch-Marmelade im kleinen Glas von Hersteller Z gehabt hätte, diese dort aber nur im großen Glas verfügbar ist.

Also meine Wünsche steigen mit den Möglichkeiten.

Gerd Giegerenzer beschrieb das Problem ebenfalls anhand der Menükarte im Restaurant. Je größer diese ist desto länger dauert die Auswahl – und das liegt nicht nur an der längeren Lesezeit.

Barry berichtete im Podcast von einem Experiment beim Speed-Dating. Auch hier schlägt das „Paradox of Choice“ zu. Das gilt wahrscheinlich auch für alle heutigen Dating Plattformen. Dort wird damit geworben, den idealen Partner zu finden.

Kann das funktionieren – wohl kaum!

Natürlich lassen sich einige Eigenschaften abgleichen, aber sind nun gleiche Eigenschaften besser oder machen uns Unterschiede interessant? Und wie genau müsste man diese einzelnen Eigenschaften gewichten etc.

Ein Blick in die heutige Realität: Warum gibt es immer mehr Singles, wo doch die Auswahl und die Suchkosten durch das Internet deutlich geringer sind?

Neben einigen anderen Faktoren, könnte es sein, dass die Menschen motiviert durch die geringen Suchkosten ständig auf der Suche nach dem perfektem „Match“ sind und damit entscheidungsunfähig.

Generell gilt je mehr Auswahl ich habe, desto unsicherer werde ich, was denn das richtige für mich ist und ob nicht hinter der nächsten Ecke die noch viel bessere Option auf mich wartet.

Zurück zu den Kapitalmärkten:

An den Kapitalmärkten eröffnen sich durch sinkende Kosten für Trading und Depotführung ebenfalls ein schier unübersichtlicher Pool an Lösungsoptionen für das Problem Altersvorsorge oder Geldanlage im Allgemeinen.

Es werden alle möglichen Finanz-Instrumente angeboten: Von einzelnen Aktien über Fonds und ETF’s, auch Derivate, CFD, Zertifikate aller Art usw. Welche Kombination davon die Richtige ist muss dann jeder selbst entscheiden.

Die hohe Auswahl führt jedoch ebenfalls dazu, dass die Investitions-Entscheidung immer wieder aufgeschoben wird. Welche Wirkung dies dann auf das im Alter zur Verfügung stehende Kapital hat ist hoffentlich allen klar.

Hier gilt je eher man damit beginnt, desto niedriger sind die nötigen regelmäßigen Beiträge für das gleiche zukünftige Sparziel.

Was ist zu tun?

Bei der Marmelade ist das einfach: Den Abzählreim hatte ich schon erwähnt. Alternativ habe ich in meinem Schreibtisch immer einen Würfel liegen – das ist aber eine andere Story für einen zukünftigen Beitrag.

Was auf jeden Fall funktioniert ist – entscheiden lassen – Fragen Sie jemanden nach seiner Lieblings-Marmelade und lassen sie sich überraschen – das Leben ist ein Abenteuer.

Wenn man doch lieber selbst entscheiden möchte, dann bitte vorher und nicht erst vor dem Regal. Also schon beim Schreiben der Einkaufsliste die Sorte mit vermerken, ggf. gleich noch eine Alternative dazu.

Ist man auf die Situation vorbereitet, dann geht die Entscheidung im Supermarkt sehr schnell. Entweder gibt es die richtige Sorte oder nicht, dann kauft man oder eben nicht!

Bei der Geldanlage versuchen wir uns auch auf den Handelstag vorzubereiten, indem wir möglichst klare Vorstellungen davon haben, welche Ziele wir am Markt verfolgen.

Geht es um langfristigen Vermögensaufbau ist es vor allem wichtig anzufangen. Selbst wenn die Auswahl oder der Einstiegs-Zeitpunkt nicht  optimal sind, kann man hinterher in aller Ruhe etwas nachsteuern.

Auch kann man seine Entscheidung an einen Dienstleister oder wie in meinem Fall an ein festes Regelwerk delegieren. Dann bleibt nur noch den „Einkaufszettel“ abzuarbeiten. Die Frage nach dem Lieblings-Fonds à la Hot-Tip würde ich jedoch lassen.

Für die Entscheidungen beim Speed-Dating bin ich leider nicht qualifiziert Hilfestellung zu geben – da finden sich sicher andere.

 

MAQS – Global Trend Following

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Bildmaterial: (cc) Flickr-User Hellebardius

Kaffee & Trading

Kaffee & Trading

Ich bin eine „Kaffee-Tante“!

Ich trinke wahrscheinlich zu viel Kaffee. Zumindest trinke ich gern guten Kaffee und probiere auch gern neue Sorten und Geschmacksrichtungen.

Zu Besuch in Hamburg flanierten wir durch die Speicherstadt und trafen natürlich promt auf eines der meist gehandelten Produkte der Welt – Kaffee.

Wir unterbrachen unseren Spaziergang für den Besuch eines Cafés mit angeschlossenem Kaffee-Museum. Wir kamen gerade richtig – die nächste Führung begann in nur wenigen Minuten – Timing ist eben wichtig im Leben.

Alle in den Museums-Keller!

Im Untergeschoss wurden wir in die Welt des Kaffees aus Sicht der Hamburger Händler eingeweiht – natürlich alles von A wie Afrika bis Z wie Zubereitung.

Dabei gab es einige Lektionen zu lernen:

  1. Die Dinge haben ihren Ursprung nicht immer wie gedacht.
  2. Die Dinge sind oft komplizierter als gedacht.
  3. Die Dinge mit guter Qualität haben ihren Preis.
  4. Die Dinge Kaffee trinken und Kaffee traden sollte man nicht verwechseln.

1. Fangen wir mit dem ersten Punkt an:

Heute stammen wahrscheinlich die größten Exporteure aus Lateinamerika.Der Kaffee kommt jedoch ursprünglich aus Afrika und alle weltweiten Anpflanzungen sind nur Züchtungen bzw. Ableger des afrikanischen Kaffees.

Das hat seinen Grund in der Monopolstellung der Araber (daher der Name der Sorte Arabica). Die Europäer versuchten das Monopol zu unterlaufen indem sie auf der ganzen Welt Kaffee in ihren Kolonien anbauten.

An der Börse werden die Kaffee Futures heute rund um den Globus gehandelt:

  • Brazilian Mercantile and Futures Exchange (BM&F)
  • Intercontinental Exchange (ICE)
  • Kansai Commodities Exchange (KEX)
  • Multi Commodity Exchange (MCX)
  • National Commodity and Derivatives Exchange (NCDEX)
  • Singapore Commodity Exchange (SICOM)
  • Tokyo Grain Exchange (TGE)
  • NYSE Euronext

Für mein Handelssystem hatte ich mir kurzfristig auch den Kaffee-Future angeschaut. Aus verschiedenen Gründen (u.a. hohe Contango – Rollverluste bei Long-Position) habe ich mich gegen die Agrar- bzw. Genuss-Rohstoffe entschieden.

Nebenbemerkung:
Der moralische Aspekt hätte mich nicht abgehalten. Ich bin nicht davon überzeugt, dass der Handel an den Börsen Preise besonders verteuert. Ganz im Gegenteil sehe ich den Preis an den Börsen als Signal an Konsumenten und Produzenten das Angebot oder die Nachfrage anzupassen.
Damit sorgen hohe Preise regelmäßig für mehr Angebot und führen damit zu niedrigeren Preisen in der Zukunft.

2. Der Kaffee geht durch viele Hände:

Bevor wir eine Tasse Kaffee oder Espresso trinken können sind viele Arbeitsschritte notwendig.

Allein das Pflücken geht für eine gute Qualität nur manuell und verschlingt viele Stunden. Als nächstes folgt das entfernen der Kirsche mit anschließender Fermentierung.

Danach werden die Bohnen getrocknet und erneut sortiert. Erst wenn der nötige Reinheitsgrad erreicht ist, werden die Bohnen geröstet und verpackt.

Bei mir werden Sie noch gemahlen in den Siebträger gepresst und dann kann der Kaffee gebrüht werden.

3. Qualität bestimmt den Preis:

Auf jeder der eben beschriebenen Stufen kann die Qualität ein Stück weiter erhöht werden. Jedoch ist der gesamte Prozess aufwendig – manuell – und trotzdem landet der Kaffee zu einem relativ geringen Preis zum Schluss in der Tasse.

Das der Kaffee aus dem Supermarkt nicht der Qualität direkt beim lokalen Röster entspricht, war mir schon klar. Zu erkennen wieso genau, fand ich sehr spannend.

Im Wesentlichen liegt es an der Reinheit der Sortierung, am gewählten Prozess der Fermentierung und Röstung. Bei diesen wird entschieden, welche Aromen zum Schluss im Kaffee zu finden sind und das ist entscheidend für den Preis.

4. Kaffee trinken und traden sollten nicht verwechselt werden:

Auch wenn ich aktuell keine Kaffee-Futures handle, so helfen beim traden die gesamten Fakten in Punkto Qualität wenig – beim traden zählt nur der Preis.

Die Standardisierung der Future führt zu einigermaßen gleicher Qualität, welche bei Auslaufen der Kontrakte zu liefern ist.

Beim Trading geht es aber sowieso nicht darum, ob der Preis der gelieferten Qualität entspricht oder nicht. Es geht nur darum, den Trade in Richtung er Preisbewegung aufzunehmen und darauf zu setzen, dass die Bewegung noch ein wenig anhält – Trendfolge.

Tut sie das nicht, dann sind wir vorbereitet! Das System generiert ein „Close“ Signal oder der Stop Loss wirft uns etwas unsanft aus dem Verlust-Trade.

Bei jeder Tasse Espresso, werden ich jedoch mit dem gesammelten Wissen an alle die Arbeitsschritte denken und das Engagement und die Anstrengungen bei der Herstellung würdigen. Ich bezahle gern einen höheren Preis, wenn sich die Qualität dadurch verbessert.

MAQS – Global Trend Following

Immer noch im Drawdown! Jetzt werden die ersten Verlust-Trades geschlossen.

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  • Verkauf der Long Gold Position
  • Verkauf der Long T-Note Position
  • Neu: Short EUR/USD

 

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Room Escape

Diese Woche habe ich zum ersten mal einen Escape Room mit einigen Mitstreitern besucht.

Als ich davon das erste mal gehört habe fiel mir gleich das Spiel Cluedo ein. Das Spiel ist schon etwas betagt, aber hat sicher nichts von seinem Reiz verloren. Durch unterschiedliche Kombinationen mit Ausschlussverfahren etc. den Mörder / Dieb etc. zu fassen macht auch heute noch Spaß.

Das Brettspiel wurde de facto in einen bzw. mehrere Räume überführt und bietet damit noch etwas mehr Möglichkeiten auf Sherlock Holmes Spuren zu wandern.

Eine weitere Ähnlichkeit besteht zu Adventure Spielen a la Monkey Island, Zack MacKracken, Dot oder ähnlichem.

Für alle die noch nicht wissen, was ein Escape Room macht eine kleine Einführung:

  1. Ein Escape Room ist ein abgeschlossener Raum bzw. Räume.
  2. Die Räume sind thematisiert – wir waren z.B. in einer Galerie
  3. Man spielt typischerweise als Gruppe von ca. 5 Personen.
  4. Man spielt gegen die Zeit – wir hatten 1h um den Raum zu verlassen, da sonst der Wächter uns in der Galerie erwischen würde.
  5. Es geht darum den Schlüssel für die Tür zu finden.
  6. Dafür müssen mehrere andere Schlösser durch Rätsel gelöst werden.
  7. Deren „Zutaten“ befinden sich im Raum und müssen gesucht bzw. durch Logik erschlossen werden.
  8. Wenn alles schief geht, gibt es auch kleine Hinweise vom Personal.

Neben den eigentlichen Rätseln ist es ebenfalls interessant die Vorgehensweisen der Spieler zu beobachten.

  1. Wie verhalten diese sich bei Stress (Zeitdruck)?
  2. Versuchen sie logisch oder heuristisch an die Lösung der Rätsel zu gehen?
  3. Wie läuft die gesamte Gruppendynamik, gibt es einen Leader, oder herrscht Chaos?
  4. Werden alle mitgenommen?

Ohne zu wissen, was optimal in der Situation war, sind mir jedoch einige Dinge aufgefallen. Einige davon würde ich versuchen beim nächsten mal besser zu machen.

Vor dem Raum

Fangen wir mal damit an, dass vor lauter Spannung die Gruppe bei der Einführung durch das Personal nur halb hinhört und dort schon die ersten Hinweise überhört werden.

Hier sollte man versuchen – aufmerksamer zu sein und ggf. nochmal die wichtigsten Fakten wiederholen bzw. sich innerhalb der Gruppe nochmals zu versichern. Bei uns ist völlig durch gerutscht, dass wir in einem Dunklen Raum sein sollten und nur mit den Taschenlampen arbeiten sollten.

Das hätte einerseits die Spannung erhöht und andererseits uns auch ermöglicht das Schwarzlicht besser zu nutzen.

Im Raum

Alle stürzten in den Raum und bevor ich meine Tasche am richtigen Ort hatte suchte schon die gesamte Gruppe nach Hinweisen. Eine kurze Abstimmung über das Vorgehen war damit nicht mehr möglich. Das „Losstürmen“ brachte dann auch schnell Erfolge, da Teppiche hoch gehoben wurden Klappen geöffnet, unter Tische und hinter Bilder geschaut wurde. Dabei wurden dann schon die ersten Code-Bruchteile eingesammelt.

Im Vergleich mit dem Adventure , in dem man oft allein spielt, macht man die gleichen Dinge oft doppelt. Ich habe gar nicht mitgezählt, wie oft wir alle hinter das gleiche Bild geschaut haben oder wie oft der Teppich gewendet wurde.

Das hätte mit ein wenig mehr Koordination vielleicht Zeit gespart.

Nachdem wir eine Schwarzlicht-Taschenlampe gefunden hatten, wurde ständig das Licht ausgeschaltet. Anfänglich wurde noch gefragt, dann nur noch angekündigt und zum Schluss wurde das Licht einfach ohne Vorwarnung ausgeschaltet.

Das führte zu Glück nicht zu Unfällen, verzögerte jedoch manche Lösung. Wir hatten zwar Taschenlampen bekommen, jedoch lagen die natürlich bei „Licht aus“ nicht gerade im Griffbereich. Eine Suche war demnach auch unmöglich.

Auch an dieser Stelle hätte ein mehr an Koordination die Lage entspannt.

Die Uhr tickte ständig weiter

Keiner hatte die „offizielle“ Aufgabe die Uhr im Blick zu halten. Ich erinnere mich, das erste mal auf die Uhr zu sehen, nachdem eine halbe Stunde vorbei war. Mich beschlich kurz das Gefühl, dass wir uns verzetteln und die Lösung verpassen. Dann griff mich wieder die allgemeine „Rätsel-Stimmung“ auf und ich war wieder im Fluss.

Wir hatten einen Tresor zu öffnen. Das Problem war, dass wir die Zahlenkombination nicht kannten und noch schlimmer nicht genau wussten wie viele Zahlen wir eingeben mussten. Hinzu kam, dass nach 3 Fehleingaben die weitere Eingabe um 5 Minuten verzögert wurde.

Einer der Teilnehmer hatte eine Theorie, war sich jedoch nicht sicher, ob diese funktionieren würde. Ich hörte mir die Theorie an, fand diese genauso plausibel wie jede andere und gab dann nur zu bedenken, dass weiteres Beratschlagen nicht zum Ziel führt. Wir hatten hier eine Entscheidung unter (nahezu) Unsicherheit zu tun. Der fehlende Hinweis auf die Anzahl der Zahlen erhöhte die Fehlerquote enorm.

Mein Ratschlag war, einfach anzufangen die Theorie zu probieren. Je eher desto besser. Selbst wenn wir nach 3 Fehleingaben warten müssen, so hatten wir noch genügend Zeit.

Gesagt getan – Zahlen eingegeben – Tür lies sich nicht öffnen. Damit war klar, die Theorie war nicht zu gebrauchen. Wir hatten damit genügend Zeit nach einer neuen Lösung zu suchen.

Interessanter Weise schien der Mitstreiter vom Scheitern seiner Theorie nachhaltig beeindruckt bzw. beeinflusst. Selbst nachdem wir die richtige Lösung gefunden hatte, hing der Teilnehmer an diesem „Verlust“ und war für die Lösung der restlichen Rätsel de facto nicht mehr verfügbar.

Das ist ein bekanntes Phänomen – auch beim Trading. Der Verlust einer Position blockiert das Denkvermögen, die Kreativität. Alles dreht sich nur noch um die Frage wie man selbst scheitern konnte und die korrekte Lösung die natürlich im Nachhinein offensichtlich war nicht früher gesehen hat.

Ende Gut, Alles Gut

In den letzten Minuten bekamen wir ein paar Hinweise vom Personal. Dabei stellten wir fest, dass z.B. der schon einmal untersuchte Tisch nochmals genauer untersucht werden musste – sicher dem Chaos geschuldet.

Wir hatten dann schon die richtige Lösung, scheiterten jedoch am Schloss. Wenn man weiß, dass es nur an der Eingabe des Codes lag und nicht am System, dann ist das kein Problem. Man gibt den Code einfach nochmal in Ruhe ein und ist fertig.

Wenn man jedoch das System nicht kennt, kann man den Fehler auch nicht auf die Mechanik des Schlosses reduzieren. Damit probierten wir erst einmal einige weitere Lösungen aus, bis wir vom Instructer nochmal auf die schon probierte Lösung geleitet wurden.

Das Schloss hatte einen Reset-Mechanismus. Leider gab das Schloss kein Feedback, ob der Reset erfolgreich war oder nicht. Das machte es bei unseren Tests so schwer – erinnerte mich im Nachhinein ein wenig an Dietrich Dörner.

Mit dem Gong-Schlag hatte wir alle Rätsel nach 1h gelöst und kamen frei.

Beim nächsten mal versuche ich einige der oben beschrieben Dinge besser zu machen.

MAQS – Global Trend Following

Zu meinem System kann ich nur sagen: Der Drawdown hällt an – sit tight!

Signale des wöchentlichen Systems:

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Monatsupdate September

Monatsupdate September

Wie immer zum Monatsende die Performance Zahlen des Gesamt-Systems sowie die neuen Trade Signale des Monatlichen Systems.

Als Hinweis zum Monatlichen System sollte angemerkt werden, dass sich nach den verschiedenen Kapitalmaßnahmen der letzten Wochen und Monaten die ISIN der einzelnen von mir benutzten Produkte geändert haben.

Die neuen ISIN sind wie folgt:

MSCI Welt  ISIN: IE00B441G979
DAX  ISIN: DE0005933931
MSCI EM  ISIN: IE00B8KGV557
Barclays Euro Gov 15-30Y  ISIN: IE00B1FZS913
JPM EM  ISIN: IE00B2NPKV68
DBLCI OY  ISIN: LU0292106167

Winton, AHL & MAQS

Am Ende des Monats bietet es sich außerdem an, kurz einen Blick auf die großen Trendfolger zu werfen. Hierbei möchte ich mich auf Fonds von Winton und Fonds von AHL beschränken.

Beide sehe ich als große Vorbilder, da beide eben auch eine Institution im Trendfolge- Geschäft sind. Der AHL wurde ursprünglich von Adam, Harding und Lueck gegründet und später dann an die Man Group verkauft.

Daraufhin hat sich der Mitbegründer David Harding von der Firma AHL verabschiedet und seine eigenen Boutique gegründet – Winton. Die ursprünglich kleine Boutique hat sich mit der Zeit ebenfalls zu einem Tanker entwickelt. Harding verantwortet mehr als EUR 25 Mrd. in seinen Fonds –  AHL ist ähnlich groß.

Der AHL ist für die Man Group immer noch die Cash Cow, obwohl es aufgrund der mäßigen Performance der letzen Jahre etwas ruhiger um AHL geworden ist und andere Produkte der Man Group in den Vordergrund gestellt wurden.

Vom Prinzip sind beide Fonds Trendfolger. Der AHL z.B. setzt auf unterschiedliche Zeiträume. Es wird versucht kurzfristige, mittelfristige und langfristige Trends aufzuspüren und diese zu handeln. Im Ergebnis entsteht dadurch ein ständiger Auf- und Abbau von Positionen.

Natürlich werden die kurzfristigen Methoden einen entstehenden Trend schon frühzeitig erkennen, aber eben auch den kurzfristigen Impuls, der im Verlust endet.

Es kommt auf die Größe an.

Größe spielt bei den systematischen Trendfolgern wie AHL oder Winton immer eine problematische Rolle. Ein Signal kann immer zu einer deutlichen Beeinflussung des Marktes führen. Die Mechanik der Fonds vertraut jedoch darauf, dass die ermittelten Signale nicht von ihren eigenen Trades generiert wurden, sondern sich aus dem Markt Aufgrund von makroökonomischen Fakten oder dem Sentiment der Marktteilnehmer ergeben. Auf jeden Fall nicht selbst gemacht!

Die gehandelten Märkte gehen weit über das Universum der MAQS-Strategie hinaus. Es werden im Prinzip alle Future weltweit rund um die Uhr gehandelt. Außerdem steht diesen Fonds das gesamte Währungsspektrum zur Verfügung.

Um sich weitere Performance Quellen zu erschließen hat Winton z.B. in den letzten Jahren begonnen seine statistischen Methoden auf einzelne Aktien anzuwenden.

Dies ist nicht zwingend im Trendfolge-Sinn, sondern durchaus auch Mean-Reversion. Somit entsteht einerseits einen höhere Diversifikation als nur kurze, mittlere und lange Trends zu kombinieren, andererseits wird jedoch m.E. der Ansatz etwas verwässert.

Kann ein Trendfolger auch Value oder Mean-Reversion?

Diese Frage möchte ich nicht abschließend behandeln, sondern möchte einfach einen Blick auf die Performance der beiden im Vergleich zu meiner Handelsstrategie aufzeigen.

Als Grundlage dienen der Winton Futures Fonds (USD) und der AHL Diversified Fonds (USD). Die monatlichen Daten für 2016 von Januar bis August in der Tabelle:

Dezember Winton AHL MAQS
Januar 1,88% 3,79% 1,59%
Februar 2,08% 3,39% 4,38%
März -4,03% -2,15% -2,26%
April -2,01% -5,40% 1,85%
Mai -1,73% -3,42% -2,15%
Juni 3,95% 2,75% 9,74%
Juli 1,15% 1,11% 1,06%
August -1,56% -3,63% -2,91%
*Alle Daten von Man Fund Management Ltd., Winton Capital Management Ltd. und eigene.

Das Ganze lässt sich natürlich auch graphisch darstellen:

winton-ahl-maqs_monatlich

Ein Blick auf den Indexierten Verlauf zeigt, dass die beiden großen Fonds dieses Jahr noch nicht über die Null-Linie hinaus gekommen sind.

winton-ahl-maqs_index

Es lässt sich gut erkennen, dass Winton und AHL mehr oder weniger im Gleichlauf performen. Die MAQS-Strategie konnten sich zur Mitte des Jahres, insbesondere mit dem sehr starken Juni deutlich absetzen.

Die Drawdowns der drei Strategien sehen wie folgt aus:

AHL: -11,37%, Winton: -7,89% und MAQS: -2,75%

 

Wie immer am Ende des Monats ein kurzer Blick auf die Performance Daten:

September:
Portfolio: +0,17%, damit steht das Portfolio seit Jahresanfang bei 11,41%*.
Wikifolio:  -0,06%

*Revidierte Basis vom Vormonat

 

MAQS – Global Trend Following

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Signale des wöchentlichen Systems:

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