Sommer Drawdown

Sommer Drawdown

Der Sommer ist fast vorbei und es war wie immer wenig Zeit. Zumindest das Wetter war dieses Jahr aus meiner Sicht genau richtig.

Das Portfolio (Wikifolio: MAQS) entwickelt sich ganz ordentlich, aber gegen Ende des Sommers folgten erst einmal Moll-Töne und es befindet sich jetzt im Drawdown.

Generell ist der Drawdown eine ziemlich deprimierende Messgröße:

  1. Drawdown heißt immer Geld verloren und
  2. Drawdowns kommen sehr oft, da selbst der kleinste Rücksetzer vom erreichten Hoch mathematisch ein Drawdown ist.

Nun stürzt nicht jeder kleine Drawdown den Händler in Depressionen – zumal ich in meiner „Handels-Karriere“ schon einige sehr tiefe Drawdowns mitgemacht habe.

Trotzdem habe ich mir überlegt, ob diese Drawdowns in meinem wöchentlichen System einer gewissen Regelmäßigkeit unterliegen.

Jetzt würde der Statistiker gleich eine Faktorenanalyse oder Trendanalyse starten.

Für mich steht im Vordergrund die Frage nach einer möglichen Saisonalität – also gibt es so etwas wie den Sommer Drawdown.

Aus vielen Publikationen ist bekannt, dass z.B. der DAX oder andere Aktienindizes einer gewissen Saisonalität unterliegen. Hierfür wird immer die Performance des jeweiligen Indizes in den 12 Monaten des Jahres gemessen. Gemittelt über einen Zeitraum von vielen Jahren kann  man somit eine Regelmäßigkeit erkennen.

Diese Phänomen ist in der Akademischen Welt untersucht worden, aber auch Pragmatiker wie Dimitri Speck auf seiner Web-Site untersuchten die Saisonalität.

„Sell in May and Go away, but to remember to come back in November“ ist eine Regel, nach der einige Konzepte am Markt investiert werden.

Also kleiner Test am wöchentlichen System:

Hierbei soll es diesmal nicht um Performance gehen, sondern um Drawdowns.

Zuerst müssen wir definieren, wie ein Drawdown zu werten ist. Für unseren Test, soll ein Drawdown von mindestens -2% zur Analyse dienen.

Sollte also im Januar ein Drawdown von z.B.3% entstehen und im Februar dieser unverändert bleiben, so würden wir den Drawdown auch für den Februar messen. Also ein Drawdown wird über die gesamte Länge seines Bestehens gemessen. Damit überschätzen wir die psychologische Wirkung etwas, da es vom Tiefpunkt des Drawdowns schon wieder nach oben geht und dies positiv wargenommen wird.

In unserem einfachen Test untersuchen wir nur ob es Monate gibt, die häufig einen Drawdown haben.

Die Zahlen des Systems:

Für das wöchentliche System habe ich Daten von 464 Wochen. In diesen Wochen lassen sich 317 Wochen finden, in denen Drawdowns größer 2% (als Negativwert ausgedrückt) vorkamen. Gleichzeitig wurden die Mittelwerte der 317 Wochen pro Monat gemessen.

Die Ergebnisse im Tabellenformat:

DD-Saisonals-Tabelle

Zusatzinfo: Der durchschnittlicher Drawdwon dauert ca. 20 Wochen, mehr als ein 1/3 Jahr.

Die Ergebnisse als Grafik getrennt nach der Häufigkeit (Anzahl) und der Auswirkung (Tiefe eines Drawdowns).

DD-Seasonals-Abzahl
Anzahl der Drawdowns größer 2%
DD-Seasonals-Tiefe
Tiefe der Drawdowns größer 2%

Was ich aus dem Test gelernt habe.

Den kleinen Test finde ich ganz aufschlussreich. Während bei der Anzahl der Drawdowns in den einzelnen Monaten die Ergebnisse noch recht diffus sind, zeigt sich eine gewisse Regelmäßigkeit in der Tiefe der Drawdowns.

Wichtigste Erkenntnis: Es gibt keine Drawdown freie Zeit. Wie eingangs schon erwähnt, folgt ein Drawdown oft in der Woche nach einem neuen Hoch und damit oft.

Die Drawdowns einzelner Monate wie Februar, Juni und September bis November sind relativ geringer als die anderen. Besonders anfällig erscheint der Mai hier befinden sich ca. 10% aller Drawdowns, aber auch der August scheint erhöht gefährdet. Mit Blick auf den aktuellen Drawdown des Systems stimmt es mich ganz zuversichtlich, dass der September unmittelbar vor der Tür steht.

Beim Blick auf die Ausmaße des jeweiligen Drawdowns, scheint der März ein besonders Nerven-schonender Monat zu sein. Insgesamt zeigt sich die Periode Februar – März  – April, im Vergleich mit den anderen Monaten, als Investor-freundliche Drawdownphase.

Der Filter von 2% ist relativ konservativ. Setzten wir den Filter auf 10%, da wir glauben als hartgesottene Händler einen solchen ertragen zu können, ändert sich das Bild deutlich.

DD-Seasonals-Abzahl_10pp
Anzahl der Drawdowns größer 10%
DD-Seasonals-Tiefe_10pp
Tiefe der Drawdowns größer 10%

Diese Drawdown-Dimensionen kommen viel seltener vor. Genau sind es 20mal in den 464 Wochen und das sind gerade mal 4,3% der Wochen. Damit steht die Statistik auf etwas wackeligen Füßen!

Natürlich zeigen die Mittelwerte solcher Drawdowns auch eine Ausprägung von 10%+.

Das interessante an der Verteilung ist jedoch, dass die Monate Januar bis April relativ selten (1x im Februar) bis nie tiefe Drawdowns aufzeigen. In den Monaten Juli, August und auch der November ist die Gefahr tiefer Drawdowns durchaus beachtlich.

Im Sommer, so scheint es, bauen sich die Drawdowns oft auf, um dann bis Juli-August den Tiefpunkt zu durchlaufen. Bei der statistischen Ungenauigkeit (nur 20 Datenpunkte) sollte die Analyse mit Vorsicht genossen werden.

Mein System werde ich daraufhin auf jeden Fall nicht umstellen. Es hilft mir die großen Drawdowns gelassener zu ertragen. Ich würde mich aber auch nicht vor einem tiefen Drawdown in einem März oder April nicht erschrecken lassen.

 

MAQS – Global Trend Following

Signale des wöchentlichen Systems:

  • keine

 

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

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