Monatsupdate August

Wie immer am Ende des Monats ein kurzer Blick auf die Performance Daten:

Wikifolio – Performance diesen Monat: -2%
Portfolio: August: -3,3%, damit steht das Portfolio seit Jahresanfang bei 10,8%.

 

MAQS – Global Trend Following

Signale des monatlichen Systems:

  • Verkauf einer halben Position des Rohstoff ETF’s

 

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Sommer Drawdown

Sommer Drawdown

Der Sommer ist fast vorbei und es war wie immer wenig Zeit. Zumindest das Wetter war dieses Jahr aus meiner Sicht genau richtig.

Das Portfolio (Wikifolio: MAQS) entwickelt sich ganz ordentlich, aber gegen Ende des Sommers folgten erst einmal Moll-Töne und es befindet sich jetzt im Drawdown.

Generell ist der Drawdown eine ziemlich deprimierende Messgröße:

  1. Drawdown heißt immer Geld verloren und
  2. Drawdowns kommen sehr oft, da selbst der kleinste Rücksetzer vom erreichten Hoch mathematisch ein Drawdown ist.

Nun stürzt nicht jeder kleine Drawdown den Händler in Depressionen – zumal ich in meiner „Handels-Karriere“ schon einige sehr tiefe Drawdowns mitgemacht habe.

Trotzdem habe ich mir überlegt, ob diese Drawdowns in meinem wöchentlichen System einer gewissen Regelmäßigkeit unterliegen.

Jetzt würde der Statistiker gleich eine Faktorenanalyse oder Trendanalyse starten.

Für mich steht im Vordergrund die Frage nach einer möglichen Saisonalität – also gibt es so etwas wie den Sommer Drawdown.

Aus vielen Publikationen ist bekannt, dass z.B. der DAX oder andere Aktienindizes einer gewissen Saisonalität unterliegen. Hierfür wird immer die Performance des jeweiligen Indizes in den 12 Monaten des Jahres gemessen. Gemittelt über einen Zeitraum von vielen Jahren kann  man somit eine Regelmäßigkeit erkennen.

Diese Phänomen ist in der Akademischen Welt untersucht worden, aber auch Pragmatiker wie Dimitri Speck auf seiner Web-Site untersuchten die Saisonalität.

„Sell in May and Go away, but to remember to come back in November“ ist eine Regel, nach der einige Konzepte am Markt investiert werden.

Also kleiner Test am wöchentlichen System:

Hierbei soll es diesmal nicht um Performance gehen, sondern um Drawdowns.

Zuerst müssen wir definieren, wie ein Drawdown zu werten ist. Für unseren Test, soll ein Drawdown von mindestens -2% zur Analyse dienen.

Sollte also im Januar ein Drawdown von z.B.3% entstehen und im Februar dieser unverändert bleiben, so würden wir den Drawdown auch für den Februar messen. Also ein Drawdown wird über die gesamte Länge seines Bestehens gemessen. Damit überschätzen wir die psychologische Wirkung etwas, da es vom Tiefpunkt des Drawdowns schon wieder nach oben geht und dies positiv wargenommen wird.

In unserem einfachen Test untersuchen wir nur ob es Monate gibt, die häufig einen Drawdown haben.

Die Zahlen des Systems:

Für das wöchentliche System habe ich Daten von 464 Wochen. In diesen Wochen lassen sich 317 Wochen finden, in denen Drawdowns größer 2% (als Negativwert ausgedrückt) vorkamen. Gleichzeitig wurden die Mittelwerte der 317 Wochen pro Monat gemessen.

Die Ergebnisse im Tabellenformat:

DD-Saisonals-Tabelle

Zusatzinfo: Der durchschnittlicher Drawdwon dauert ca. 20 Wochen, mehr als ein 1/3 Jahr.

Die Ergebnisse als Grafik getrennt nach der Häufigkeit (Anzahl) und der Auswirkung (Tiefe eines Drawdowns).

DD-Seasonals-Abzahl
Anzahl der Drawdowns größer 2%
DD-Seasonals-Tiefe
Tiefe der Drawdowns größer 2%

Was ich aus dem Test gelernt habe.

Den kleinen Test finde ich ganz aufschlussreich. Während bei der Anzahl der Drawdowns in den einzelnen Monaten die Ergebnisse noch recht diffus sind, zeigt sich eine gewisse Regelmäßigkeit in der Tiefe der Drawdowns.

Wichtigste Erkenntnis: Es gibt keine Drawdown freie Zeit. Wie eingangs schon erwähnt, folgt ein Drawdown oft in der Woche nach einem neuen Hoch und damit oft.

Die Drawdowns einzelner Monate wie Februar, Juni und September bis November sind relativ geringer als die anderen. Besonders anfällig erscheint der Mai hier befinden sich ca. 10% aller Drawdowns, aber auch der August scheint erhöht gefährdet. Mit Blick auf den aktuellen Drawdown des Systems stimmt es mich ganz zuversichtlich, dass der September unmittelbar vor der Tür steht.

Beim Blick auf die Ausmaße des jeweiligen Drawdowns, scheint der März ein besonders Nerven-schonender Monat zu sein. Insgesamt zeigt sich die Periode Februar – März  – April, im Vergleich mit den anderen Monaten, als Investor-freundliche Drawdownphase.

Der Filter von 2% ist relativ konservativ. Setzten wir den Filter auf 10%, da wir glauben als hartgesottene Händler einen solchen ertragen zu können, ändert sich das Bild deutlich.

DD-Seasonals-Abzahl_10pp
Anzahl der Drawdowns größer 10%
DD-Seasonals-Tiefe_10pp
Tiefe der Drawdowns größer 10%

Diese Drawdown-Dimensionen kommen viel seltener vor. Genau sind es 20mal in den 464 Wochen und das sind gerade mal 4,3% der Wochen. Damit steht die Statistik auf etwas wackeligen Füßen!

Natürlich zeigen die Mittelwerte solcher Drawdowns auch eine Ausprägung von 10%+.

Das interessante an der Verteilung ist jedoch, dass die Monate Januar bis April relativ selten (1x im Februar) bis nie tiefe Drawdowns aufzeigen. In den Monaten Juli, August und auch der November ist die Gefahr tiefer Drawdowns durchaus beachtlich.

Im Sommer, so scheint es, bauen sich die Drawdowns oft auf, um dann bis Juli-August den Tiefpunkt zu durchlaufen. Bei der statistischen Ungenauigkeit (nur 20 Datenpunkte) sollte die Analyse mit Vorsicht genossen werden.

Mein System werde ich daraufhin auf jeden Fall nicht umstellen. Es hilft mir die großen Drawdowns gelassener zu ertragen. Ich würde mich aber auch nicht vor einem tiefen Drawdown in einem März oder April nicht erschrecken lassen.

 

MAQS – Global Trend Following

Signale des wöchentlichen Systems:

  • keine

 

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Verlieren lernen, um zu gewinnen

Verlieren lernen, um zu gewinnen

„Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen“ – hört und liest man immer wieder, wenn es um die Kapitalanlage geht.

Klingt logisch. Wer will das denn nicht: Begrenzte Verluste und unbegrenzte Gewinne. Warum wird es dann so oft geschrieben, wenn es doch so logisch ist?

Warren Buffett würde sagen: „Investing is easy but not simple“. Als er das sagte, könnte er genau den Titel des Beitrags gemeint haben.

In der Finanzindustrie suchen wir für so ein Thema gern eine Replikationsstrategie. In unserem Fall müssen wir nicht lange suchen – das Baby heißt: Long Call Option.

Kurz erklärt ist eine Long Call Option ein Finanzinstrument, bei dem der Käufer (die Long Seite) das Recht hat, einen bestimmten Wert (das Underlying) zu einem festgelegten Preis (dem Strike) zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erwerben (der Call) – muss er aber nicht (deshalb eine Option).

Graphisch sieht die Long Call Option aus wie ein Hockeyschläger.

Options-Zeitwert
Symbolische Darstellung

 

Die Abbildung zeigt, dass die Call-Option im Wert (der innere Wert) steigt, sobald der Wert des Underlyings über dem vereinbarten Strike steigt – dann ist die Option  im Geld.

Da die Wahrscheinlichkeit kurz vor dem Strike ebenfalls noch relativ hoch ist, das die Option bis zum Laufzeitende ins Geld geht, besitzt die Option auch schon vorher einen gewissen Wert.

Lange Rede kurzer Sinn

Der Optionspreis steigt und fällt in Abhängigkeit des Underlyings. Aus dem Hockeyschläger wird eine sanfte kontinuierliche Bewegung.

OK. Wie bringt uns dass nun weiter ….

Wenn wir diese Option kaufen, dann zahlen wir den aktuellen Preis (auf der gebogenen Linie). Damit erwerben wir dann das Recht, das Underlying z.B. die Aktie von Siemens zum festgelegten Preis zu kaufen.

Liegt der Kurs von Siemens am Verfallstag der Option über dem vereinbarten Preis, dann über wir die Option aus und bekommen die Aktie zum vereinbarten Preis geliefert. Würden wir diese gleich wieder am Markt verkaufen, hätten wir die Differenz gewonnen.

Fällt der Kurs von Siemens bis zum Verfallstag der Option unter den Strike, machen wir nichts – wir müssen ja nicht.

Der Preis der Option entspricht am Verfallstag genau der Differenz, oder Null.

Kommen wir zum Punkt

Kaufen wir eine Option, dann begrenzen wir die Verluste auf den gezahlten Preis für die Option. Geht unsere Spekulation auf und um im Beispiel zu bleiben, die Siemens Aktie steigt, dann haben theoretisch unbegrenzte Gewinne.

Kaufen wir die Aktie von Siemens direkt, können wir dieses Optionsprofil replizieren.

Das einzige was wir vor dem Kauf wissen kann, ist die Höhe des Verlustes (= Kaufpreis der Option), welchen man eingehen will. Daraus leitet sich dann zwangsläufig ab, wann der Trade auf der Verlustseite zu schließen ist. Gerät die Siemens Aktie in den Verlust (Marktpreis – Kaufpreis = max. Verlust), dann wird verkauft.

Das ist einfach – schwieriger ist bei der Replikations die „Gewinne laufen zu lassen“. Ohne Gewinne zu realisieren drohen diese wieder zu verschwinden. Aber anders als bei der Option gibt es keine zeitliche Begrenzung.

Also wann muss man raus?

Hierfür gibt es ganze Kapitel über Exit-Strategien. Bei meinem monatlichen System habe ich das ganz einfach gelöst: Der Preis am Ultimo liegt unterhalb des gleitenden Durchschnitts bei einer Long Position und über diesem bei einer Short Postion – damit haben wir sowohl zeitlich als auch Event-abhängig eine Begrenzung definiert.

Für unser Beispiel mit der Siemens Aktie könnte man genauso verfahren. Es würde selbst ein reiner Zeit-Stop funktioniert. Also: „Verkaufe, wenn die Aktie am Monatsende im Gewinn ist“.Das dies eine valide Handelsstrategie ist, wurde schon untersucht z.B. im Buch „Way of the Turtle“ von Curtis Faith.

Aus meiner Sicht widerspricht dieses Vorgehen dem Prinzip – Gewinne soweit wie möglich laufen zu lassen. Deshalb bevorzuge ich die Kombination mit einem Event (z.B. Kurs unter dem Mittelwert).

Die Strategie profitiert prinzipiell von steigender Volatilität am Kapitalmarkt. Das trifft für die Option im speziellen zu, da hier der Verlust definitiv auf den Optionspreis bei Kauf begrenzt ist.

Aber auch für die Replikation gilt dies weitestgehend. Wir müssen natürlich damit rechnen, dass mit dem Erreichen des StopLoss der Verkaufskurs aufgrund der hohen Volatilität schon weit unter dem Strikle liegen kann. Abgesehen davon profitieren wir auf der anderen Seite, wenn die Aktie schnell steigt. Mathematisch steigt mit hoher Volatilität eben auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Preis am Verfallstag über dem Strike zu liegen kommt.

Warum ist diese einfache mechanische Vorgehen so schwer umzusetzen?

Bei der echten Option ist es noch relativ einfach. Im Verlustfall wird die Option verfallen. Durch diesen zeitlichen Stop (der Verfallstag der Option) wird das Spiel beendet.

Im Beispiel der Replikation – welches sicher der Standardfall ist, da nicht jeder Investor mit Optionen jongliert – gibt es wie wir festgestellt haben keine explizite zeitliche Grenze.

Somit können Verlust, welche nicht aktiv durch Verkauf der Position begrenzt werden zum Totalverlust führen.

Diese Verhalten haben Kahneman und Tversky Loss aversion genannt und beschreiben hiermit das unterschiedliche Verhalten bei Positionen im Gewinn und im Verlust. Leider fanden die beiden Forscher heraus, das wir Menschen die Tendenz haben dem Ziel: Gewinne laufen zu lassen und Verluste zu begrenzen – entgegen zu laufen.

Wir sind immer geneigt: „Gewinne zu begrenzen und Verluste laufen zu lassen“.

Die Gewinne begrenzen wir, weil wir es nicht aushalten, dass diese „hart verdienten“ Gewinne wieder verschwinden können. Die Verluste lassen wir laufen, da wir uns den Fehler nicht eingestehen wollen.

Das ist das Rezept für den Ruin!

Mir hilft die Mechanik meiner Systeme. Diese geben mir klare Signale – man könnte sogar sagen, sie nehmen mir die Entscheidung ab und zwingen mich zum handeln.

Da mein wöchentliches System nur eine Trefferquote von ca. 40% hat, bin ich gezwungen mit den 40% Gewinner-Trades mindestens 1,5R zu gewinnen. Andernfalls ist das Gesamtsystem unprofitabel, da ich in 60% der Fälle 1R verliere.

Die genaue Statistik des wöchentlichen Systems sieht wie folgt aus:

  • Gewinne: 42% mit durchschnittlich 1,95R
  • Verluste: 58% mit durchschnittlich 0,56R

Bei den gegebenen Verlusten ist der Break Even bei 0,76R durchschnittlichem Gewinn.

Verluste sind ganz natürlich Teil des Weges zum Gewinn. Daher ist es enorm wichtig, diese begrenzen zu lernen.

Fangen wir gleich damit an!

 

MAQS – Global Trend Following

Signale des wöchentlichen Systems

  • Close: Short EUR/USD

 

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Education of a Trader – Teil 3

Der letzte Teil meiner kleinen Literatur-Schau, soll den Blick über den Tellerrand richten. Wie schon oft im Blog, versuche ich Themen des Alltags mit den Erfahrungen aus der Kapitalanlage und speziell mit meinem Handelssystem  zu bewerten bzw. zu lösen.

Deshalb ist es für mich neben den sehr handelsnahen, oder zumindest kapitalmarktnahen Büchern wichtig auch welche zu lesen, die etwas weiter mit dem Entscheidungsverhalten von Menschen beschäftigen.

Nur ein wenig über den Tellerrand hinaus – Risiko

Als nah dran würde ich die Bücher von Nassim Taleb „Fooled by Randomness“, „The Black Swan“ und „Antifragile“ bezeichnen. Nassim Taleb hat selbst einige Jahre in einer Bank im Handel gearbeitet und in sein ersten Buch „Dynamic Hedging“ handelte noch von Finanzmathematik und -technik.

Die weiteren Bücher schlagen einen viel größeren Bogen und sind, nicht zuletzt durch die globale Finanzmarktkrise deutlich bekannter geworden.

Aus seinem Buch „Fooled by Randomness“ ist mir das Kapitel „Monkeys on Typewriters“ immer noch vor Augen. Es zeigt im Wesentlichen, das mithilfe einer genügend großen Schar an Affen, die auf Schreibmaschinen tippen ein Shakespeare per Zufall entstehen kann.

Das soll nicht die Leistung von W. Shakespeare schmälern, sondern nur in einem Extrembeispiel zeigen, dass der Anteil Zufall an vielen für uns (v.a. im Nachhinein) logischen Dingen nicht unterschätzt werden soll.

Eine weitere oft zitierte Story in „Antifragile“ ist die des Truthahnes, welcher Monatelang jeden Tag Futter vom Bauern bekam. Der Truthahn wartete schon in freudiger Hoffnung auf den täglichen Prozess und vertraute auf dessen Wiederholung am nächsten Tag – ein langer Trend ohne „bekanntes“ Risiko aus Sicht de Trutahnhes. Leider kam irgendwann der Tag von Thanksgiving und der Trend brach.

Neben Taleb las ich auch „Fraktale und Finanzen“ von Talebs „Mentor“ – Mandelbrot. Dieser war ebenfalls ein großer Kritiker des heutigen Umgangs mit Risiken und warnte immer davor, dass selbst in den schon langen Zeitreihen nicht alle Information enthalten sein kann. Somit liegt ein absolutes Top (Volatilität etc.) immer in der Zukunft und lässt das letzte „Top“ klein erscheinen.

Beim Thema Risiko blieben die schon oft erwähnten Bücher „Risiko“ von Gerd Giegerenzer und „Die Logik des Misslingens“ von Dietrich Dörner nicht außen vor.

Ein Blick in die Vergangenheit des Risikobegriffes verschafft das Buch „Against The Gods: The Remarkable Story of Risk“ von Peter L. Bernstein.

Als letztes Buch zum Thema Risiko möchte ich Mark Buchanans „Ubiquity“ erwähnen. Das Buch hat wenig mit der Finanzwirtschaft zu tun, zeigt aber sehr anschaulich, dass die gleichen Fehler in der Risikobeurteilung in anderen Branchen gemacht werden.

Hängen geblieben ist mir die Story aus dem „Yellostone“ Nationalpark der USA. Hier wurde versucht das Waldbrand-Risiko zu senken. Vorher kam es jährlich zu kleinen Bränden, deshalb wurden überall Warnschilder aufgestellt und eine „Zero Tolerance“ Politik betrieben.

Eine Zeitlang ging die Methode auch gut.

Leider kam es dann doch zu einem Brand. Da es Jahrelang keinen Brand mehr gab, war der Baumbestand etwas älter und vor allem dichter. Somit führt der eine Brand zu einem erheblichen Schaden für den Nationalpark.

Die Lehre der Verantwortlichen daraus war, jedes Jahr selbst einen kontrollierten Brand zu legen, um den Baumbestand auszudünnen und zu erneuern.

Ein Stück daneben – Behavioural Finance

In die Gruppe der Behaviour Finanace Bücher fallen „Predictably Irrational“ von Dan Ariely und natürlich die Bücher von Robert Shiller (und Kollegen Akerlof) – v.a. „Animal Spirit“.

Bei Ariely sind seine Experimente mit Studenten bemerkenswert. Im Studentenwohnheim wurden immer wieder Cola aus dem Kühlschrank entwendet (Ein Six-Pack innerhalb von 72h). Daraufhin legte er 6 Dollar-Scheine in den Kühlschrank – diese blieben. Auch dies ist natürlich nur eine Anekdote und der Zufall nicht zu unterschätzten.

Von Zufällen zu „Freakonomics“ Steven Levitt und Stephen Dubner haben auf interessante Weise Vorfälle und Merkwürdigkeiten untersucht und so manchen Betrüger entlarft – Lehrer und Sumo-Ringer.

Far Far Away – das Leben und der Sport

Als letztes noch zwei Bücher „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny und „Bounce“ von Matthew Syed.

Sten beschreibt die Erlebnisse von John Franklin der als Wissenschaftler und Kapitän der Terror die Arktis erforscht hat. John hatte von Geburt an einige kognitive Schwierigkeiten mit Schnelligkeit und musste beharrlich lernen über verschiedene Heuristiken diese Zeit zu verlangsamen um Großes zu erreichen.

Matthew ist 4-maliger britischer Tischtennismeister und beschreibt in seinem Buch über die Rolle von Talent und/oder Training. Dabei wird ebenso gezeigt, wie Zufälle überbewertet werden und wie wenig Talent manchmal hilft.

Das Orakel von Delphi

Schließen möchte ich mit einer Erkenntnis aus dem Buch welches mich zur „Education of a Trend Follower“ Serie animiert hat.

Victor schreibt in seinem Buch über das Orakel von Delphi und zeigt eine Studie in der die berühmte Treffsicherheit des Orakels entlarvt wird.

In der Summe wurden nur ca. 2% Vorhersagen vom Orakel gemacht alles andere waren Beschreibungen (40%), Gebote (30%) bzw. Verbote (25%).

Das bedeutet immer genau hin zuhören, wenn auf n-tv oder CNBC ein Marktkommentar abgegeben wird. Ich höre nicht mehr hin – alles nur Entertainment – und verlasse mich auf mein System.

Nachtrag zum Trade-Error im Wikifolio:

Nach etwas Recherche hat sich herausgestellt, dass das von mir ausgewählte Zertifikat von der Emittentin gekündigt wurde. Leider werden diese Kündigungen nur in der Börsenzeitung o.ä. veröffentlicht. Der Kunde wird nicht direkt informiert – was heute eigentlich keine Schwierigkeit mehr sein sollte.

Aufgrund der Regeln im Wikifolio, werden Wertpapiere, welche keinen aktuellen Preis mehr haben verkauft. Damit haben wir folgende Rechnung:

  1. Verkauf von 345 Einheiten des HSBC Zertifikates DE000TD3U2K6 zu  EUR 18,13 am 25,07.2016 um 11:00.
  2. Kauf von 345 Einheiten des SocGen Zertifikates DE000SE1WQP9 zu EUR 20,81 am 01.08.2016 um 9:00.

Da beide Zertifikate nicht identische Finanzierungslevel haben, müssen wir über eine Proxy den Schaden ermitteln.

  1. Vergleichbares Zertifikat:
    Das Coba Zertifikat DE000CN34R36 handelte in diesem Zeitraum von EUR 16,63 am 25.07. auf EUR 17,93. Also ein Plus von EUR 1,30, bei einer Stückzahl von 345 beläuft sich der entgangene Gewinn auf EUR 448,50.
  2. Underlying Bund Future:
    Alternativ ein Blick auf das das Underlying – der Bund-Future stieg von 166,24 am 25.07. auf 167,58 am 01.08. und erzielte damit +1,34 Punkte Performance erzielt. Damit einen entgangenen Gewinn in ähnlicher Größenordnung.

Beim Trading entstehen immer einige Fehler, manche stellen sich im Nachhinein als Gewinn heraus, meist jedoch bedeuten Fehler Verluste.

Wichtig an dieser Stelle ist die Erkenntnis, dass Fehler unvermeidbar sind – das soll nicht heißen, dass man nicht sorgfältig arbeiten soll! Es gibt jedoch ein Menge an „externen“ Einflüssen, auf die man als Trader keinen oder nur wenig Einfluss hat.

Jeder Fehler sollte trotz eines materiellen Verlustes als Gewinn gewertet werden, denn aus Fehlern kann man lernen. Ich versuche auftretende Fehler durch systemseitige Checks zukünftig zu vermeiden. Dies hat den Vorteil, dass man sich einmal den Prozess vor Augen führt und untersucht, wieso der Fehler nicht frühzeitig aufgefallen ist. Dann ist es meist nur ein kleiner Schritt ein Warnsignal in den Prozess einzubauen.

In diesem Fall habe ich mir neben mein Portfolio auf Excel eine kleine Liste der genutzten Zertifikate gemacht. Dazu ein paar Real-Time Kennzahlen, sodass ich spätestens am Wochenende bei der Kalkulation neuer Trades auf Probleme aufmerksam werden.

 

MAQS – Global Trend Following

Signale des wöchentlichen Systems:

  • Short WTI Crude Oil

 

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Education of a Trader – Teil 2

Wie versprochen folgt diese Woche der 2. Teil der (Literatur)-Ausbildung zum Trader (Trendfolger).

Nachdem ich erkannt hatte, das die eigentliche Investmentmethode nicht von entscheidender Bedeutung war, suchte ich in den Büchern nach dem Verhalten der Trader.

Klar war, dass jeder Trader für sich in seinem „System“ erfolgreich war. Diese Trader wurden z.B. in den Market Wizzard Bücher („The Market Wizzards“, „The New Market Wizzards“, Stock Market Wizzards und neuerdings auch „Hedge Funds Wizzards“ von Jack Schwager interviewt

Also galt es in den Büchern den „Gemeinsamen Nenner“ zu finden – zwischen den Zeilen zu lesen. Alle Technik, Erfolgs- und Verlustgeschichten unter dem Gesichtspunkt der Behavioural Finance und Psychologie zu betrachten.

Ein für mich prägendes Kapitel des ersten Buches war das Interview mit Ed Saykota mit Aussagen wie:

  1. Longevity is the key to success
  2. Pride is a great banana peel, as are hope, fear and greed
  3. Win or lose, everybody gets what they want out of the market.

In den Market Wizzard Büchern wurde auch Van Tharp als Trading Coach interviewt und somit las ich seine Bücher (über Van Tharp schrieb ich schon).

Ergänzend dazu las ich Mark Douglas: „Trading in the Zone“ und „The Disciplined Trader“.

Von Mark Douglas ist mir ein Beispiel mit einem Kind und einem Hund hängen geblieben. Kurz zusammengefasst: Ein Kind trifft das erste Mal auf einen Hund. Wird das Kind von diesem angebellt / angeknurrt, dann speichert das Kind „Hund = böse / gefährlich“ ab. Ist der Hund hingegen zutraulich und lässt das Kind mit dem Hund spielen, wird es „Hund = lieb / ungefährlich“ abspeichern.

Sollte das Kind erneut einem Hund begegnen, wird es nach der abgespeicherten Heuristik handeln. Leider wissen wir, dass die Welt nicht schwarz und weiß ist. Es kommt eben darauf an! Damit setzt erneut ein Lernprozess ein, welcher jedoch nur ein „Workaround“ zum ersten Eindruck ist – nicht jeder Hund reagiert in jeder Situation gleich.

Nachdem ich „The Discipliend Trader“ gelesen hatte, hatte ich ein Déjà vu. Ich war zu einer kleinen Investment-Konferenz eingeladen. Das eigentliche Ziel dieser Konferenzen ist immer dem Zuhörer und Investor die neuesten Produkte schmackhaft zu machen.

Neuerdings werden neben den reinen Investment-Themen auch oft – zur Unterhaltung – Gastredner aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Psychologie oder Komiker eingeladen.

In diesem Fall fiel die Wahl auf Herrn Jens Corssen. In seinem Vortrag „Krise gibt es nicht“ wurden genau die gleichen Einsichten vermittelt wie in Marks Büchern. Herr Corssen hatte offensichtlich keinen Bezug zu Mark Douglas – doch die gleichen „Sprüche“ zu hören, überraschte mich doch sehr.

Also entweder war dies großer Zufall, oder war wirklich der Weg zu mehr Erfolg und Zufriedenheit im Leben und eben auch bei der Kapitalanlage.

Sehr ähnlich zu diesen Büchern ist: „Trade Like a Business“ von Dick Diamond, welches in gleicher Weise wirkte.

Dann las ich den Klassiker von Edwin Lefèvre: „Reminiscences of a Stock Operator“. Das Buch ist eigentlich eher ein Roman als ein Lehrbuch. Was man jedoch auch hier mitnehmen kann, ist die psychologische Herangehensweise des Traders an verschiedene Situationen. Es verfolgt die Entwicklung von Jesse Livermore von seinen Anfängen bis zu seinen spektakulärsten Erfolgen und Misserfolgen. Mit dem oben gesagten, ließt man das Buch ganz anders. Vor allem das Jesses Verhalten bei Gewinnen und Verlusten wird dabei noch deutlicher.

Mit einem neuen Job gibt es immer neue Impulse.

Nach dem Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber kam ich in Kontakt mit Hedge Fonds. Durch unsere Investments in die verschiedenen Hedge Fonds-Stile machten wir Research zu Performance und Risikoprofilen der Fonds in verschiedenen Marktphasen.

Die Strategie – Trendfolge – stach dabei immer wieder hervor. In dieser Zeit erschien auch das Buch „Way of the Turtle“ von Curtis Faith. Curtis war einer der „Turtels“ von Richard Dennis und Bill Eckhardt. Diese beiden wurden auch in den Market Wizzard Büchern vorgestellt. Insbesondere das Interview mit Bill Eckhardt ist sehr lesenswert („The New Market Wizzards“).

Zurück zu Curtis Faith: Sein Buch war für mich der eigentliche Einstig in die Welt der Trendfolge. Ich verstand sofort die Idee Buy-High, Sell-Higher bzw. Sell-Low, Buy-Lower. Ich versuchte daraufhin die simplen Modelle – mit gleitenden Durchschnitten und Breake-Out-Kanälen nachzubauen.

Diese Strategie zeigte auch sofort Erfolge. Man wurde damit zwar nicht über Nacht reich, aber es ermöglichte relativ konsistente Equity Curves und hohe Sharpe Ratios. Insbesondere die langfristigen Strategien funktionieren m.E. hervorragend und schlagen allgemein bekannte Aktienindizes um Längen.

Interessant am Buch fand ich auch die Kombination aus a) Trendfollowing-Technik (Entry, Exit und Money Management), Analysen und Statistik sowie die Story von Curtis und seine Gedanken bzgl. der Trade-Situationen.

Curtis machte deutlich, dass der Entry nur einen kleinen Teil des Trades ausmachte und z.B. Exits enorm wichtig sind. Über allem stand aber immer die Psychologie: Habe ich den Mut einen Trade auch nach einer langen Verluststrecke einzugehen und bin ich bereit bei Verlusten den Trade schnell zu schließen, bzw. bei Gewinnen diesen weiter laufen zu lassen.

Das war die Motivation die ich suchte.

Aufmerksam auf die Geschichte der Turtles – war es nur ein kleiner Schritt hin zu Michael Covel. Dieser hat sich de facto der Turtle Story verschrieben. Daraus entstanden mehrere Bücher: „Trendfollowing“ und später „The Complete Turtle Trader“ und diverse andere Publikationen.

Interessanter Weise stand „Trendfollowing“ im Bücherregal meines neuen Kollegen – dieser konnte damit nichts anfangen und schenkte mir das Buch. Diese Bücher brachten zwar keine neuen Erkenntnisse über die Technik, jedoch interessante Einsichten in die Denkweise der Trader.

„Trading Systems and Methods“ und „Smarter Trading“ von Perry Kaufman waren zur Unterstützung beim Systembau deutlich hilfreicher. Das Positive an Perry ist, das er die Indikatoren sehr gut beschreibt – ich habe einige bei meinem Systembau programmiert und getestet.

Des Weiteren gibt er m.E. relativ ehrlich die Vor- und Nachteile aller Indikatoren an. Damit wird nicht mit „geschönten“ Performance Zahlen jongliert, sondern ein realistisches Bild gezeichnet.

Perry gibt auch zahlreiche Hinweise aus seiner langjährigen Erfahrung zum Systembau und Systemtests. Diese konnte ich ebenfalls nutzen und einige davon schon in diesem Blog beschreiben.

Neben Indikatoren und den daraus ableitbaren Signalen, ist das Money Management bei Systemen von entscheidender Relevance. Zu diesem Thema ist Ralph Vince eine große Hilfe. Seine Bücher „The Mathematics of Money Management“, „Portfolio Management“ und „The Handbook of Portfolio Mathematics“ sind etwas kompliziert – ein Grundverständnis an Mathematik vorausgesetzt jedoch hilfreich. Sein letztes Buch über sein Leverage Space Modell steht noch im Schrank und wartet darauf gelesen zu werden.

Last but not least möchte ich zum Thema Systeme und Portfolio Management Mebane Faber erwähnen. Sein Buch „The Ivy Portfolio“ hat mich zum monatlichen Handels-System inspiriert. Mit einigen kleinen Anpassungen habe ich sein ETF-System umgesetzt, bzw. auf meine Bedürfnisse adaptiert.

Fortsetzung folgt.

 

MAQS – Global Trend Following

Signale des wöchentlichen Systems

  • Close: Short EuroStoxx50
    Open: Short EUR/USD

 

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