Was Gewinner von Verlierern unterscheidet

Diesmal ein kleines Intermezzo zwischen den sonstigen System-Posts:

Was Gewinner von Verlierern unterscheidet (Jim Paul & Brendan Moyniham).

Ganz ehrlich – der deutsche Titel gefällt mir nicht! Der Originaltitel ist interessanter:

What I learned loosing a million dollars.

So ein Titel ist natürlich auffällig, insbesondere neben den typischen Büchern – Wie ich die Lotterie gewann!

Das Buch ist schon ein paar Tage auf dem Markt, aber ich bin durch Zufall wieder darauf gestoßen.

Ich verfolge, wenn auch mit großem Zeitverzug, einen Podcast von Michael Covel. In der Trendfolger Szene ist er bekannt geworden über sein Research über die Turtles (Themenspeicher) und hat verschiedene Bücher geschrieben.

Michael hatte Brendan Moyniham zu Gast und sie sprachen über sein Buch. (Meb Faber – aus dem letzten Post – ist übrigens auch regelmäßig im Covels-Podcast).

Eigentlich kenne ich das Buch auch schon länger. Ich habe es von einem Kollegen und Freund zum Ausstand bei meinem letzten Arbeitgeber bekommen.

Nach dem Podcast habe ich das Buch gleich nochmal aus dem Regal genommen und musste als erstes über die Widmung des Kollegen schmunzeln. Dann war es mir gleich vertraut, sodass ich begann einige Seiten nochmal zu lesen.

Das verrückte ist! – Brendan hat es auch im Podcast erwähnt – das Buch versteht man erst nach den Erfahrungen der letzten Jahre incl. deutlicher eigener Verluste viel besser als beim ersten mal lesen.

Worum geht es im Buch? Prinzipiell um Verluste – genauer gesagt um den Umgang mit Verlustsituationen, insbesondere am Kapitalmarkt – also Geld!

 Es wird die Geschichte von Jim Paul einem Händler im Rohstoffmarkt erzählt, welcher nach einem sehr großen Gewinn diesen wieder verlor und am Ende Schulden hatte.

Die beiden Autoren erarbeiten systematisch, was passiert ist und ordnen dies in die 5 Phasen des Verlustes ein. Dabei wird unterschieden zwischen inneren und äußeren Verlusten. Der innere Verlust ist der persönliche – wenn man recht bekommen will. Der äußere ist nur der Verlust von Geld. Den äußeren Verlust kann man aber vorher planen und dafür sorgen, dass der Verlust des Geldes nicht zum Ruin führt – Recht haben kann teuer werden.

Deshalb gibt es an der Börse auch die Frage: Recht haben oder Geld verdienen.

Weiterhin wird auf den Unterschied zwischen (Wett)-Spiel und Spekulation an der Böse eingegangen.

Das eine ein Spiel mit ex ante bekanntem Zeithorizont, Regeln und klaren Gewinnen und Verlusten. Auf der anderen Seite die Börse als ein kontinuierliches Spiel, bei dem man die Regeln selbst bestimmen muss.

Am Ende geben die Autoren dem Leser einige Werkzeuge an die Hand, welche den Spekulant besser vor der Spirale eines Verlustes bewahren soll.

Dabei wird klar, dass man selbst der Einzige ist, der die Regeln, den Plan oder Strategie aufstellen und sehr diszipliniert befolgen muss.

Das ganze funktioniert nur, wenn man im neutralen Zustand – also ohne Position – diese Regeln bzw. Pläne aufschreibt. Diese müssen möglichst detailliert sein, um jeden möglichen Zustand im Voraus durchzuspielen und Handlungsanweisungen sofort zur Verfügung zu haben.

Hat man erstmal einen Plan, gibt es immer wieder Situationen, an die man nicht sofort gedacht hat. Als Beispiel hatte ich in einem der vorherigen Posts über mein Problem mit den zu früh exekutierten Stops geschrieben. Hat man solche Prozessschwächen erkannt, kann man seinen Plan adjustieren und ist gewappnet für das nächste mal – diesmal hat man die Lösung schon in der Schublade.

Um zu vermeiden, dass ich Verluste persönlich nehme, stelle ich mir meine Systeme als eine Reihe von Spielautomaten (Einarmige Banditen). Die Preise am Markt für die von mir gehandelten Märkte sind eben ganz neutral nur Zeitreihen – es könnten auch Daten über die wöchentlichen (monatlichen) Temperaturschwankungen sein, aber diese sind leider nicht handelbar.

Die Einarmigen Banditen werden einmal pro Woche bzw. Monat von mir angestoßen und liefern dann die Trades für die in der nächsten Woche respektive dem nächsten Monat umzusetzen sind.

Das Spiel ist nach einer Woche dann zu Ende und beginnt mit dem neuen Trade-Set von vorn.

Das Buch ist absolut lesenswert – ggf. sogar nochmals nach einigen Jahren Erfahrungen. Es hat mich auf meinem Weg bestätigt: Die Suche nach dem Heilige Gral ist die Suche nach sich selbst.

Signale des wöchentlichen Systems:

keine

 

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

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