1. Baustein Fortsetzung

Nachdem wir der Frage System oder diskretionärer Ansatz nachgegangen sind, möchte ich die Diskussion mit der zweiten Frage fortsetzen:

Was ist die richtige Handelsfrequenz?

Sucht man im Internet nach „Trading“ wird man relativ schnell mit Day-Trading konfrontiert. Präzise formuliert ist natürlich das Intra-Day-Trading gemeint.

Es geht aber auch anders. Das erscheint ggf. weniger aufregend oder sogar langweilig – aber nicht unbedingt weniger erfolgreich. Gerade die großen Managed Future Player im Markt, wie AHL, Winton, BlueCrest etc. sind mit längerfristigen Positionen unterwegs.

Der technische Aufwand für Day-Trading ist um einiges höher, da Real-Time Kurse und ein schneller Zugang zu den Order-Systemen der Börse entscheidend sind. Außerdem ist Day-Trading ein Full-Time Job.

Mir ist nicht klar, welcher Zusammenhang zwischen Entertainment (emotionale Anspannung) und Geld verdienen besteht. Wenn überhaupt, würde ich behaupten, kostet Entertainment Geld.

In einem der letzten Posts hatte ich bereits geschrieben, dass ich ein wöchentliches und ein monatliches System umsetze. Diese längeren Handelsfrequenzen haben für mich verschiedene Vorteile:

  1. Ich habe einen Full-Time Job, der mir auch Spass macht.
  2. Das System benötigt weniger Daten, sodass Excel völlig ausreicht, das System automatisiert aufzusetzen.
  3. Die Daten müssen nur End-of-Day Kurse sein, sodass auch Realtime-Kurse unnötig sind. Das einzige was mich interessiert sind DOHLC-Kurse (Date-Open-High-Low-Close) der Woche.
  4. Die geringere Anzahl an Trades (ca. 30 p.a.) hält zudem auch die Handelskosten gering.

Das wöchentliche System generiert auf Basis der Schlusskurse von Freitag die Trades für Montag. Analog gilt das für das monatliche System – Ultimokurse mit Trades für den 1. des nächsten Monats.

Sollte der Montag bzw. der 1. des Monats kein Handelstag sein, dann gilt der nächste.

Das klingt zwar logisch, ist aber Teil eines stringenten Prozesses. Dieser ist zu definieren und zu befolgen, wenn man System-Trader ist.

Starre Regeln führen auch bei meiner Handelsfrequenz immer mal wieder zu interessanten Fragestellungen, welche mir beim ersten Design nicht sofort transparent waren.

Über die Jahre konnte bzw. musste ich mein System immer wieder an die Handelspraxis anpassen, um ein auseinander laufen zu verhindern.

Ein Beispiel: Ich arbeite mit festen Stops (dazu später mehr). Diese Stops waren auf Schlusskurse der jeweiligen Woche ausgelegt, d.h. wenn der Schlusskurs unter dem Stop (long) fiel, wurde die Position geschlossen. Dies hat sich als wenig tauglich erwiesen. Insbesondere in den letzen Jahren der Krise und ständigen Intervention der Zentralbanken, kam es oft vor, dass innerhalb der Woche der Stop schon unterschritten wurde, aber am Freitag der Schlusskurs wieder über dem Stop lag.


Typischerweise, wurde der Trend dann in der nächsten oder übernächsten Woche bestätigt und der Stop gerissen. Für diese Zeit jedoch, hatte ich eine (ungewollte) Abweichung meines Portfolios vom Handelssystem – eine sehr unerfreuliche Situation.

Jetzt hätte man natürlich a) nicht mit harten Stops arbeiten müssen und b) hätte ich die Position innerhalb der Woche wieder aufbauen können.

Beides erschien mir nicht der richtige Weg. Daraufhin habe ich das System mit der Fragestellung: „Wie verhielt sich das System in der Vergangenheit bei Intra-Week Überschreitungen des Stop Loss?“ getestet. Mit dem Ergebnis des Tests habe ich das System dann so angepasst, dass der Tief-Kurs der Woche ausreicht, den Stop Loss (long) zu triggern.

Das ist eben ein Vorteil eines Systems – man ändert die Programmierung, testet und hat eine Idee über die Wirksamkeit der Änderung (Themenspeicher: Systemanpassungen)

Die heutigen Entscheidungen:

wöchentliche System: keine

Handelspositionen monatliche System:

Verkauf: DAX und MSCI Welt

Kauf: Barclays Euro Staatsanleihen 15-30J

 

Eure Kommentare sind herzlich willkommen.

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